Ein paar Spritzer Glasreiniger, wischen, fertig. Wenn es so einfach wäre...
"Ich krieg`s jetzt nicht anders hin.“
"…das kostet doch 30, oder?
„Nee 49 Euro zahlen Sie.“
Wer putzt besser, welcher Preis ist fair? Wir testen drei verschiedene Fensterreiniger und beobachten ihre Arbeit mit versteckter Kamera.
„ Da frage ich mich...zwingend auch besser?“
Unser Testhaus hat viele Fenster, eins davon ist fast 5 Meter hoch und das soll gereinigt werden. Die Herausforderung: Kinderhände, Fingermalfarbe und Klebeband!
Oliver Majowski ist Gebäudereiniger-Sachverständiger und begleitet unser Experiment.
„ Was muss in einer Stunde hier geliefert werden? Ich erwarte, dass er...und weiß, was er tut.“
Unsere Reporterin Anke sucht Fensterreiniger auf Online- und Handwerker-Portalen und bucht auch Profis über eine Vermittlungsagentur. Allen Anbietern schickt sie Fotos der Fenster.
„Von allen drei Anbietern habe ich nur von einem einen Kostenvoranschlag bekommen. Die anderen auf Zuruf am Telefon. Mal gucken, was am Ende dabei rauskommt.“
Los geht’s. Eigentlich soll jetzt der erste Fensterreiniger kommen.
„ So 1,5 Stunden zu spät. Fängt ja schon mal gut an.“
Gebucht über ein Handwerkerportal fällt der Mann in Sachen Pünktlichkeit schon mal durch. Im Obergeschoss kann unser Experte die Aufnahmen der Versteckten Kamera in Echtzeit mitverfolgen.
Der Mann ist sehr freundlich, aber eine große Leiter hat er nicht dabei, wir geben ihm unsere.
„Ich hab leider das Arbeitsauto im Service, deshalb musste ich mit dem Privatauto kommen. Da passt so ne Leiter nicht rein.“
Ziemlich hektisch versucht er, die Zeit wieder reinzuholen. Obwohl wir ihm eine große Leiter stellen, kommt er bei den oberen Fenstern an seine Grenzen.
"Ups!"
Die Klebereste bekommt er ab - aber Anke sieht hier und da Mängel.
„da genau, rechts ist noch bisschen Schlieren am Rand. Ja genau, höher.“
"Ich krieg`s jetzt nicht anders hin. Hätte ich meine andere Stange dabei aus dem anderen Arbeitsauto...“
Nach einer knappen Stunde ist er fertig. Knapp 71€ kostet die Reinigung.
Die Fenster sehen auf den ersten Blick sauber aus, auch die Klebereste sind weg. Vereinzelt sind noch Schlieren zu sehen.
„Was ich schon mal feststellen kann, dass er..“
„Er hatte auch keine Rechnung jetzt vor Ort..
„ ..schicken lassen, überweisen.“
Bevor sich der nächste Anbieter an die Arbeit macht…
… versucht sich Reporterin Anke selbst an ein paar schmutzigen Scheiben. Das ist wesentlich günstiger, aber wie wird’s wirklich sauber? Es treten gegeneinander an:
Das günstigste Set aus Glasreiniger und Küchenrolle für knapp 5 Euro, das Profi-Set mit Einwascher und Abzieher für 38 Euro und der Fenstersauger für ca. 55 Euro.
„Auf die Plätze fertig, los“
3 Minuten später ist unsere Reporterin aus der Puste, das Fenster ist aber schön sauber.
„Fertig!“
Zum Vergleich der Fenstersauger für ca. 55 Euro..hier braucht unsere Reporterin Anke deutlich länger.
“Fensterabzieher. Auf die Plätze, fertig, los..”
„ Fast fertig…sieht gut aus.“
„ Wenn man sich entscheiden müsste…
„ ..in einem runter.“
Unser Sieger im Selbst.Test - der Einwascher mit Fensterabzieher.
Wer es bequemer mag, der bucht sich vermeintliche Profis. So wie Anke für unseren Test mit versteckter Kamera. Fenster und Rahmen erneut beschmutzen, schon kommt der zweite Kandidat, den wir über ein Kleinanzeigen-Portal gebucht haben. Er erscheint pünktlich – aber nur mit einem Rucksack, mehr nicht.
Eine Teleskopstange leiht er sich von uns:
„Was anderes hätte ich jetzt auch nicht. Da brauche ich ja nicht mal ne Leiter.“
Er reinigt das fast 5 Meter hohe Fenster nur mit der Teleskopstange. Der Mann wirkt unprofessionell. Den Einwascher wäscht er in der Küchenspüle.
Das Wasser landet beim Abziehen auf dem Boden. Keine Abdeckung, kein Arbeitsschutz. Nach nur 40 Minuten ist er fertig. Dann die nächste Überraschung.
„Kostet doch 30, oder?
„Nee 49 Euro zahlen Sie."
„Aha, dann hat der Kollege aber am Telefon was anderes erzählt..das Foto habe ich ihm geschickt..
„Da fährt ja gar keiner los bei uns.“
49 statt 30 Euro – 19 Euro mehr als angekündigt. Unsere Reporterin fühlte sich bei diesem Dienstleister unwohl.
„ Der war vom Auftreten so schluderig…“
„ Das ist alles komplett verdreckt, hier hat er nichts gemacht. Die Klebebändchen, die er abgekratzt hat. Einfach hinfallen lassen, hinschmieren. Dafür würde ich kein Geld ausgeben. Sorry."
„…Kann ich das reklamieren? Ja, also man kann hier ganz klar sagen, lieber Dienstleister, komm nochmal her, bessere nach.“
Im Idealfall sollten wir solche Mängel sofort beanstanden.
Zum Schluss kommt ein Profi, den wir über ein Reinigungsportal vermittelt bekommen haben. Er ist pünktlich und hat Equipment dabei, eine eigene Leiter und sogar Schuhüberzieher.
„ Ich hatte von Anfang an das Gefühl ein Profi…“
"Das ist ein Meisterbetrieb... So erwarte ich es.“
Nach 1,5 Stunden glänzen Fenster und auch die Rahmen. Die Reinigung kostet 87 Euro.
In unserem Test hat also nur der zertifizierte Anbieter wirklich überzeugt.