Mal schnell noch was einkaufen, eigentlich kein Problem. Für Anna ein absoluter Stressmoment.
Anna Hecht: "Es sieht eigentlich alles gleich aus und du kannst gar nicht unterscheiden, was du jetzt eigentlich willst."
Anna hat Legasthenie, wie drei bis 8 Prozent der Menschen in Deutschland. Die Leserechtschreibstörung ist eine resistente Sprach-Entwicklungsstörung, die NICHTS mit mangelnder Intelligenz zu tun hat. Betroffene schaffen es kaum oder gar nicht den Code von Buchstaben und Wörtern zu entschlüsseln. Sie lesen zum Beispiel verzögert, die Zeilen verschwimmen. Fehlerfreies Schreiben, ist kaum möglich.
Anna Hecht: "Dein Hirn verarbeitet Sprache anders, also ganz anders wie bei Neurotypical Menschen. Also, du verarbeitest eher mit Bildern als in Wörtern."
Experten gehen davon aus, dass mehrere Gründe bei dieser Störung zusammenkommen. Zum Beispiel eine genetische Veranlagung. Außerdem laufen bestimmte Prozesse im Gehirn der Betroffenen anders ab, als bei Menschen ohne Legasthenie.
Anna hat trotzdem einen Schulabschluss, eine Ausbildung und einen Job - doch das zu erreichen war ein Kampf:
Anna Hecht: "Man kriegt irgendwann so eine Resilienz, die wie du dir dann aufbaust, weil du weißt, dass andere es einfacher haben als du und musst halt probieren durchzukommen."
Ihren Alltag bewältigt sie, wie viele Legastheniker, durch bestimmte Strategien.
Zum Beispiel fährt sie Rad, die Anzeigen des öffentlichen Nahverkehrs kann sie nämlich kaum verarbeiten. Und auch künstliche Intelligenz hilft ihr durch den Alltag, denn die Autokorrektur des Handys reicht nicht aus:
Anna Hecht: "Das erkennt das Wort meistens gar nicht, weil es so falsch geschrieben ist von dir, dass. Du das nicht erkennen kann. Und diese KI Schreibprogramme lernen ja mit dir wie du schreibst und kann das dann anhand wie du schreibst verbessern."
Legasthenie ist eine Störung, die das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann, von außen aber nicht sichtbar ist.