Thüringer Klöße, Gulasch und Rotkohl standen auf dem Speiseplan - daraus geworden ist ein Albtraum. Alles, was seinen Schwiegereltern und seinem Schwager geblieben ist, ist ein Berg aus Trümmern - erzählt uns Marcel Borrs.
„Da, wo sie jetzt gerade wohnen, der hat gesagt, er hört sie abends öfter mal weinen... Es hat letzte Nacht angefangen, dass sie realisiert haben, was passiert ist und jetzt sackt das alles so ein … seelisch sind sie jetzt nicht gerade im besten Zustand …“
Der 42-Jährige selbst ist bei der Freiwilligen Feuerwehr. Als er Sonntagvormittag die Meldung über den Einsatz sieht, kann er es kaum fassen: „Ich habe dann das Telefon in die Hand genommen, hab meine Frau angerufen und sie hat mir dann am Boden zerstört auch gesagt, dass es bei meinen Schwiegereltern ist... bin dann, weil ich außerhalb war, hab mich ins Auto gesetzt und bin hergefahren. Zu dem Zeitpunkt haben meine Schwiegereltern schon im Krankenwagen gelegen und sind ärztlich versorgt worden.“
Sein Schwiegervater ist gerade dabei, das Essen zuzubereiten als es zur Katastrophe kommt.
„Er hatte mir das dann erklärt, dass er auf dem Herd das Gulasch und den Speck für das Rotkraut angebraten hat, er hat sich dann herumgedreht, das Wasser von den Klößen ist übergekocht und ist dann praktisch in die Fettpfanne reingespritzt und da kam es dann zu einer Stichflamme, die so verheerend war, dass sie das ganze Haus in Brand gesteckt hat.“
Das Fatale: Laut Polizei wurde wohl noch Wasser genutzt, um die brennende Pfanne zu löschen. Aber genau DAS ist falsch, weil Wasser in heißem Fett knallartig verdampft: „Entgegen der ersten Reaktion mit Wasser zu löschen, wirklich den Fettbrand versuchen abzudecken oder ganz klassisch die Pfanne aus dem Fenster zu werfen, ins Freie halt, wo kein großer Schaden entstehen kann.“
Die alarmierten Helfer versuchen ihr Bestes, um das Einfamilienhaus in Bad Salzungen (Thüringen) zu retten, aber keine Chance. In der Fachwerkkonstruktion brennt es an zu vielen Stellen. Die Eheleute entscheiden sich noch am Sonntag, ihr Haus abreißen zu lassen, um den Brand final löschen zu können. Jetzt haben sie einen Schaden von mindestens 80.000 Euro und stehen buchstäblich vor den Trümmern ihrer Existenz.