Der Weg ist das Ziel in dieser Schwarzwald-Variante eines Gold-Rauschs: Durch Bad Herrenalb fließt die Alb, ein knapp 50 Kilometer langer Fluss, der im Rhein mündet. Hier bietet der Geologe Michael Leopold Goldschürf-Kurse an. Dass es hier Gold gibt, liegt am Menschen: "Die ganzen Gehwege hier geschottert mit Rheinkies - und im Rheinkies sind die ganzen Goldflitter. Und dann hatten wir das Glück, dass hier vor ein paar Jahren die Landesgartenschau war. Die Alb wurde renaturiert, sie fließt jetzt wieder in Schlingen, damit sie aber langsam fließt braucht man Widerstand. Tonnenweise wurde Rheinkies aufgeschüttet - und seitdem haben wir das kleine El Dorado des Schwarzwalds", erklärt der Experte.
Gold: Schon der Begriff sorgt dafür, dass die regelmäßigen Kurse von Leopold gut besucht sind. Aber hier geht es um mehr als einen Mythos: Seit 2014 ist der Wert des Edelmetalls an der Börse gestiegen. Damals zahlte man für ein Gramm noch 31 Euro - Stand heute am 30. September 2024: 75,55 Euro. Vor allem in Krisenzeiten versuchen viele nationale Banken ihr Geld mit dem Ankauf von Gold abzusichern. Und Krisen gibt es seit Jahren mehr als genug.
Der Goldschürf-Kurs im Schwarzwald ist dagegen mehr meditatives rütteln und schütteln als Geldanlage. Das schwere Gold soll durch die leichteren Sandkörner auf den Boden des Waschtellers sinken. Übrig bleiben dann Goldflocken: 95 Prozent der weltweiten Goldfunde sehen so aus und nur um das mal ins Verhältnis zu setzen: "Ihr braucht ungefähr 200 Goldflitter für eine Kugel Eis", sagt der Geologe.
Schade, aber all das rütteln und schütteln und gießen und suchen - es war nicht ganz umsonst. Gold ist nie nichts und selbst das geringste bisschen davon reicht aus, um sich an einem grauen Tag in einen Schwarzwälder Fluss zu stellen. Denn, wer weiß schon, ob alle anderen vor einem wirklich ganz genau geguckt haben.