Glühwein im großen Preis-Check! Muss guter Glühwein immer teuer sein?
Los geht’s auf einen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt. Mit versteckter Kamera bestellen sie jeweils einen Glühwein für je vier Euro.
„Moin zwei Glühwein hätten wir gerne. Danke. Ciao.“
Zuerst misst der Experte die Temperatur. Ein Glühwein sollte nicht heißer als 70 Grad sein, damit der Alkohol nicht verkocht. 60 Grad wären ideal, hier sind es aber nur 53.
Freistehend:
„Was ich so bisschen (…) kühler wird.“
Aber ist denn wenigstens genug in der Tasse? 200 Milliliter sollen es sein. Wir messen nach:
„200ml (…). mehr wünschen“.
Der Zitrusgeschmack passt auch, nur die Gewürze kommen dem Sommelier zu kurz. Ein wichtiger Aspekt fehlt aber noch: Der Alkoholgehalt! Der sollte beim Glühwein mindestens 7 und maximal 14 Prozent betragen. Wir nehmen Stichproben – was wird das Labor dazu sagen?
Erstmal sprechen wir aber noch einen Mitarbeiter der Glühweinbude auf unsere Ergebnisse an:
Freistehend:
„Was wir uns vielleicht gewünscht (…) nehm ich mal mit.“
Weiter geht’s – für die nächste Tasse müssen Maximilian und Mathilda schon fünf Euro hinblättern!
GRAFIK
Die Preise für Weihnachtsmarkt-Glühwein sind im Vergleich zum vergangenen Jahr auch nochmal angestiegen, um rund 7 Prozent. Am teuersten ist es laut Coupons.de in München, wo man bis zu 6 Euro pro Tasse zahlt. Im sächsischen Schwarzenberg kostet eine Tasse dagegen nur die Hälfte.
(GRAFIK ENDE)
Und wie siehts bei unserem Test in Hamburg aus, macht sich der höhere Preis in der Qualität bemerkbar?
Freistehend:
„Wir sind bei 66 (…) sein soll.“
Auch die Menge passt! Daumen hoch. Und…
Freistehend
„Ja, geschmacklich ist der sehr gut (…) so stell ich mir einen guten Glühwein vor.“
… und den kann man auch ganz einfach zuhause selbst machen! Der Weinsommelier verrät uns sein Rezept:
O-Ton Maximilian Wilm (36), Weinsommelier:
„Für einen richtig guten (…) dass er trocken ist.“
Außerdem braucht man noch braunen Zucker, Zitronen, Orangen, Zimtstangen, Sternanis und Nelken.
O-Ton Maximilian Wilm (36), Weinsommelier:
„So als kleiner Geheimtipp (…) kleinen Geschmackskickt.“
Den Rotwein kocht Maximilian langsam auf.
Freistehend:
„Alkohol hat einen (…) wollen wir nicht.“
Pro Tasse gibt er einen Esslöffel braunen Zucker dazu, außerdem noch Zitronen- und Orangenschalen. Erst danach die restlichen Gewürze. Eine Stunde ziehen lassen. Danach sieben, da sich sonst Bitterstoffe entfalten und nochmal auf 70 Grad aufkochen.
Freistehend:
„Dann haben wir (…) zum Wohl.“
So eine Tasse selbstgemachter Glühwein kostet umgerechnet etwa 2 Euro 30.
Teurer wirds an der nächsten Weihnachtsmarktbude auf jeden Fall: Hier zahlen Mathilda und Maximilian pro Tasse 4,50 Euro.
Freistehend:
„Wieder knapp 60 (…) in Ordnung.“
Die Menge passt auch…
Freistehend:
„Gläser sind (…)200 ml drin.“
Aber…
Freistehend:
„Es fühlt sich an (…) Kinderpunschartig.“
Maximilian und Mathilda sind nicht überzeugt – wir geben der Verkäuferin unser feed back und sie nimmt es an:
Freistehend:
„Danke ...ehrliche Meinung.“
Wird’s außerhalb der Innenstadt leckerer und vielleicht auch günstiger? Die beiden fahren raus aus Hamburg, auf einen kleineren Weihnachtsmarkt.
Freistehend:
„Jetzt haben wir den Premium (…) von einer Weinmanufaktur.“
Mit 61 Grad stimmt die Temperatur und auch die Menge passt perfekt.
Freistehend:
„Hier habe ich jetzt wirklich (…) Glühwein.“
Allerdings zahlt man für diese Qualität auch: 5 Euro pro Tasse.
O-Ton Maximilian Wilm (36), Weinsommelier:
„Mein Fazit ist (…) bunte Vielfalt auf einen kleinen Weihnachtsmarkt.“
Und was sagt das Labor zu unseren Stichproben? Nach zwei Tagen sind die Ergebnisse da: Der Alkoholgehalt hat bei allen Proben gepasst!
Unser Glühweintest hat gezeigt: Glühwein ist allgemein zwar nicht günstig, aber der Preis allein sagt nichts über die Qualität aus. Die erkennen wir alle ganz ein-fach an weihnachtlichen Geschmack – Prost!