All ihre Habseligkeiten passen in einen Müllbeutel - so verlassen die vier jungen Männer das Gefängnis auf Deutschlands beliebtester Urlaubsinsel. 12.000 Euro Kaution pro Kopf zahlten die Angehörigen der vier jungen Männer, um sie wieder in Freiheit zu sehen.
Julia Ladwein, auf Mallorca
"Um 22:30 Uhr war es endlich so weit, und die vier Kegelbrüder, die das Gefängnis auf Kaution verlassen durften, sind hier hinter mir durch den Seitenausgang in Freiheit entlassen worden. Alle vier hatten ihr Gesicht mit Masken und Sonnenbrillen verhüllt, trugen Cappies. Einer hatte sogar noch ein Handtuch über dem Kopf. Ich konnte kurz mit den Jungs sprechen, ein Interview wollten sie mir nicht geben, aber sie haben auf mich einen sehr gefassten und stabilen Eindruck gemacht."
Ein weiterer Verdächtiger ist bereits seit Freitag wieder frei - ohne Auflagen. Die anderen acht Beschuldigten sind weiter in Untersuchungshaft - der Richter lehnt ihre Kaution ab. Die Familien der 13 Kegelbrüder legten jetzt für alle Männer eine halbe Million Euro Solidarhaftung zusammen. Das Geld soll in Kürze bei der spanischen Justiz hinterlegt werden, wie ihr Anwalt erklärt. Damit will man Kooperationsbereitschaft zeigen.
Heute Morgen sollen dann laut RTL-Information zwei Augenzeuginnen aussagen, darunter auch Maria. Sie arbeitet in dem Supermarkt gegenüber der Brandruine und meint die Feiernden gar nicht auf dem Eckbalkon gesehen zu haben:
Maria, Augenzeugin
"Von der Stelle, wo ich die Jungs gesehen habe, ist es unmöglich eine Zigarette aufs Strohdach zu werfen, weil man nicht so weit werden konnte. Es ist unmöglich."
Die spanischen Behörden werfen dem Kegelclub vor, durch Zigarettenkippen und Alkohol einen Brand ausgelöst zu haben. Wie lange die restlichen Männer noch in U-Haft bleiben müssen, ist weiter unklar.