Ja, und da schalten wir jetzt noch einmal nach Leipzig zu dem Psychologen Dr. Dirk Baumeier. Herr Dr. Baumeier, danke, dass Sie sich Zeit für uns nehmen. Das sind ja unfassbar schreckliche Details. Und man fragt sich natürlich Wie krank muss dieser Ehemann sein? Sie können natürlich keine Ferndiagnose geben, das weiß ich. Aber was könnte mit so einem Mann los sein?
Ja, also als Psychologen sind wir ja von Berufswegen schon auf starke Nerven gestellt, aber so ein Fall überrascht dann doch. Das heißt, auch unter Kollegen kommt so etwas in den Berichten sehr, sehr selten vor. Gott sei Dank. Ja, und wenn man sich die Frage stellt, Was geht in diesem Mann vor, dann muss man zunächst wissen Alles im Leben ist letztlich erotisierbar. Darum gibt es ja auch so viele verschiedene Fetische. Und dieser Mann fand es offenbar erotisch, wenn andere Männer sich an seiner bewusstlosen Frau vergehen. Eine Vergewaltigung an sich ist ja in erster Linie gar kein sexueller Akt, sondern ein Akt, in dem man seine eigene Macht demonstriert. Ja, und dieser Mann wollte sich offenbar daran berauschen, dass seine Frau in einem akutem Maße zu einem Opfer wird und andere Männer sich in ihr erleichtern.
Also muss er die wahrscheinlich sehr gehasst haben. Und ich frage mich auch was ist mit den anderen 70 Männern? Hat eine Juristin in unserem Beitrag gesagt. Das sind eigentlich sogenannte gute Männer, also die waren angesehen, die die arme Frau jahrelang vergewaltigt haben, angestachelt von ihrem Ehemann. Welche Reflexe, welche Gefühle haben bei denen total versagt? Was? Was war da? Was könnte mit denen los sein?
Ja, Sie haben vollkommen recht. Im gesunden Fall hegt kein Mann das Bedürfnis, eine Frau zu vergewaltigen. Es gibt aber einige Männer leider, bei denen diese natürlichen Reflexe offenbar versagen. Und dahinter steckt bei den Tätern ja der Wunsch, eine komplette Macht auszuüben, sich wie ein Gott zu fühlen. Wenn man sich über eine Frau hermacht, die sich letztlich nicht wehren kann. Es handelt sich hier ja um eine Perversion. Letztlich ja. Das ist eine Störung in der Präferenzdes Sexualobjektes. So würden wir das als Psychologen bezeichnen. Und ich gehe also davon aus, dass auch alle diese Männer, die jetzt zu Recht in Avignon vor Gericht stehen, ja letztlich psychisch nicht ganz normal sind.
So kommt es uns natürlich auch vor. Vielen Dank, Herr Meier.