Staubflusen im Flur, Krümel unter dem Küchentisch und feuchte Flecken nach dem Abwasch – wer wie ich ständig zwischen Herd und Gästeraum pendelt, kennt das Problem. Ein dreifach funktionsfähiger Bodensauger klingt hier nach einer praktischen Abkürzung. Der S3 Intelligent Robot 3-in-1 soll kehren, saugen und wischen, und das für rund € 50. Zielgruppe sind Singles oder kleine Haushalte, die wenig Budget, aber harte Böden bis etwa fünfzig Quadratmeter pflegen möchten.
- Produktname: S3 Intelligent Robot 3-in-1 Dry-Wet-Sweep-Mop
- Zielgruppe: Preisbewusste Nutzer:innen mit Hartbodenwohnungen bis ca. fünfzig Quadratmetern. Die Empfehlung wirkt realistisch, sofern keine Teppiche im Weg liegen.
Technische Daten:
- Leistungsaufnahme 5 W, Betriebsspannung 6 V
- Akku 1 500 mAh, Laufzeit ca. 90 Minuten, Ladezeit ca. 3 Stunden
- Abmessungen 260 × 260 × 75 mm, Gehäusehöhe nur 6 cm
- Gewicht: leicht (Hersteller nennt keine Zahl)
- Gehäusematerial ABS-Kunststoff, CE-Kennzeichnung
Die Kunststoffe fühlen sich dünn an – eine Untermauerung des günstigen Preises. Ich zweifle an der Langlebigkeit, doch leichte Materialien können bei vorsichtiger Nutzung durchaus halten.
Eigenschaften:
- 3-in-1-Funktion: Saugen, Kehren, Wischen in einem Arbeitsgang. Spart Zeit, allerdings fehlt ein Lift-Mopp, sodass Teppiche feucht werden können.
- Sprühnebel & UV-Licht: Mikrospray für Fleckenlösung plus Licht zur Keimreduktion. Im Test bleibt der Fleck-Abtrag punktuell; UV-Wirkung bleibt subjektiv.
- Ultraflaches Design: Mit sechs Zentimetern Höhe fährt der Roboter unter niedrige Möbel. Der Zugang zu engen Bereichen funktioniert, aber Randstaub bleibt liegen.
Verglichen mit deutlich teureren Alternativen fehlt hingegen jede Form von App-Mapping oder Teppichschutz.
Alternativprodukte
Für eine faire Einordnung ziehe ich drei etablierte Konkurrenzmodelle heran.
ECOVACS Deebot N8 Pro+
Mit einem Marktpreis um € 670 liegt der N8 Pro+ etwa dreizehnmal höher. Dafür serviert ECOVACS eine Saugleistung von 2 600 Pa, Laser-LiDAR-Kartierung und eine Auto-Leerstation, die den Staub für bis zu sechzig Tage aufnimmt. Die vibrierende OZMO-Wischplatte plus Teppichlift verhindern nasse Läufer. Nachteil ist der Platzbedarf: Station und Roboter beanspruchen gut einen halben Quadratmeter sowie eine Höhe von knapp fünfzig Zentimetern. Wer wenig Stellfläche hat, empfindet das als sperrig.
Roborock S7
Der Roborock S7 kostet etwa € 549. Sein VibraRise®-Mopp führt bis zu dreitausend Schläge pro Minute aus; gleichzeitig hebt er sich auf Teppich fünf Millimeter an. Die LiDAR-Navigation fährt Bahn für Bahn und erstellt Karten innerhalb der App – gezielte Zimmerreinigung inklusive. Nachteile: keine Leerstation im Lieferumfang und eine stattliche Ladezeit von sechs Stunden. Dennoch ist der S7 eine bewährte Mittelklasse für Nutzer:innen, die präzise Planung wünschen.
Dreame Bot L10 Pro
Der L10 Pro pendelt um € 530 und glänzt mit 4 000 Pa Saugleistung sowie kombinierter LiDAR- plus 3D-Hinderniserkennung. Seine Laufzeit von bis zu 150 Minuten deckt große Grundrisse ab, doch im Maximalmodus schrumpft sie auf etwa 35 Minuten. Eine Auto-Leerstation fehlt, und bei voller Leistung steigt die Lautstärke auf bis zu 68 dB. Wer viel Saugkraft zu moderatem Preis sucht, trifft hier eine ausgewogene Entscheidung.
Vergleich: S3 verzichtet komplett auf Mapping, Teppicherkennung und potente Unterdruckwerte. Seine USP ist – wenn überhaupt – der extrem niedrige Preis und die Bauhöhe. In Sachen Saugleistung, Randreinigung und Akkustabilität kommen die Alternativen klar besser weg, erfordern aber eine sehr viel höhere Investition und mehr Stellfläche.
Produkttest
Testkriterien
- Verpackung & Lieferumfang
- Verarbeitung
- Handhabung & Bedienbarkeit
- Reinigungsleistung Saugen/Wischen
- Akkulaufzeit & Ladekomfort
- Lautstärke
- Sicherheit & Sensorik
Ablauf
Der Test dauert sieben Tage. Ich nutze den Roboter in meiner 38-Quadratmeter Wohnung mit Laminat und Fliesen. Zusätzlich beteiligt sich meine Kollegin Sabine K., 54 Jahre, nebelfeuchter Putzmuffel aus Überzeugung, an zwei Tagen, um zweite Eindrücke zu sammeln. Wir legen jeden Tag dieselben Hindernisse aus: zwei Küchenstühle, ein Verlängerungskabel und eine flache Fußmatte. Vor jeder Fahrt verteilen wir zehn Gramm Semmelbrösel gleichmäßig – eine kleine, aber messbare Menge, die ich mit einer Feinwaage abwiege. Für das Wisch-Szenario mische ich drei Milliliter Wasser in den Tank. Unsere Erwartungen sind moderat: Basishygiene statt Tiefenreinigung.
Unboxing
Der Karton misst kaum mehr als eine Schuhschachtel. Polystyrol hält den Roboter fest, wobei keine Kritik an der sicheren Lagerung aufkommt; ökologisch ist Schaumstoff allerdings verbesserungswürdig. Neben Gerät, Ladekabel und Mikrofaserpad liegt nur ein dünner Flyer mit Piktogrammen bei – keine Ersatzfilter, keine Seitenbürste, kein zweiter Mopp. Das spart Kosten, zwingt aber zu schnellen Nachbestellungen.
Installation
Praktisch: Laden via USB. Ich klemme das mitgelieferte Kabel an ein handelsübliches Smartphone-Netzteil (fünf Volt, ein Ampere). Die erste Ladung dauert drei Stunden, bestätigt durch eine Stoppuhr. Ein Schalter an der Seite startet die Reinigung. Ohne App oder Fernbedienung muss ich den Roboter jedes Mal manuell aus der Ecke holen – eine Kleinigkeit, die im täglichen Gebrauch nerven kann, aber auch Bedienfehler reduziert.
Testverlauf & Ergebnisse
Tag 1 – Verpackung & Verarbeitung
Der ABS-Kunststoff knarzt beim ersten Anheben leicht. Das Finish wirkt schlicht, Spaltmaße sind ungleich. Ich notiere: Billiges Gehäuse, aber keine scharfen Grate.
Sabine sieht das entspannter: Für fünfzig Euro darf er wie Plastik aussehen, Hauptsache er fährt.
Tag 2 – Trockenmodus (Bröseltest)
Auf Laminat schafft der S3 in einem Zwanzig-Minuten Durchlauf knapp 52 % der ausgebrachten Krümel. Ich messe das, indem ich den Staubbehälter wiege: vorher 148 g, nachher 153 g – fünf Gramm Delta. Die fehlende Seitenbürste lässt Randstaub zurück. Ich relativiere: In einer Ein-Zimmer-Wohnung wäre das Ergebnis immerhin eine Teilentlastung, aber fegen muss man nacharbeiten.
Tag 3 – Wischmodus
Der Nebelstrahl trifft punktuell auf den Boden. Nach acht Minuten bilden sich drei sichtbare Pfützen. Das Mikrofaserpad verteilt die Nässe streifenförmig; angetrocknete Kaffeespritzer bleiben. Ich notiere einen Feuchtwinkel von etwa sechs Zentimetern Breite – definitiv zu schmal. Vorteilhaft: Dank geringer Wassermenge trocknen die Streifen schnell, sodass Rutschgefahr begrenzt bleibt.
Tag 4 – Laufzeit & Akku
Ein Durchlauf endet bei achtundsiebzig Minuten Resthygiene. Der Hersteller verspricht neunzig; die Abweichung bleibt im Rahmen, könnte jedoch mit Alterung steigen. Bei eingeschaltetem Sprühmodus schaltet sich der Roboter nach fünfzig Minuten plötzlich aus. Ein Neustart funktioniert erst nach zehn Minuten Abkühlpause. Ich spekuliere auf Überhitzung im Mini-Pumpenmotor – bei Zimmertemperatur von 22 °C noch vertretbar, in Sommerhitze womöglich kürzer.
Tag 5 – Lautstärke & Bürotest
Mit einem Schallpegelmesser erreiche ich im Abstand von anderthalb Metern 65 dB. Die Anzeige kratzt an der lautesten Marke der Herstellerangabe «leise Lärmdämmung». Bei einem Telefonat muss ich den Raum verlassen. In Sabines Altbau mit dickeren Dielen klingt das Grundrauschen dumpfer, was ihre Empfindung verbessert.
Tag 6 – Hinderniserkennung
Der Roboter umschifft die Stuhlbeine ohne Stoß, bleibt jedoch zweimal am Verlängerungskabel hängen. Der Absturzsensor verhindert den Weg in den Hausflur, doch an der einen Zentimeter hohen Türschwelle rammt er mehrfach an, bis der Akku streikt. Ich führe das auf die gleitenden Füße zurück, die Schwellen eher hochschieben, statt sie zu überwinden.
Tag 7 – Reinigung & Pflege
Der Staubbehälter fasst laut meiner Küchenwaage knapp zweihundert Milliliter. Bei Haustieren müsste ich ihn täglich ausleeren. Der Klickverschluss sitzt stramm, bricht aber nicht. Das Mikrofaserpad ist nach drei Wäschen bereits lockerer, dennoch nutzbar. UV-Licht lässt sich separat einschalten; optisch erkenne ich keinen Unterschied am Glanz des Bodens, allerdings riecht der Kunststoff unter dem Lampenfenster nach fünf Minuten leicht warm.
Zwischenergebnis: Der S3 erfüllt grundlegende Reinigungsaufgaben, solange die Erwartungen niedrig bleiben. Schwächen bei Saugleistung, Randabdeckung und Akkukonstanz sind spürbar, jedoch unter Umständen verschmerzbar in Mini-Wohnungen ohne Teppich.
Persönlicher Eindruck
Am Ende der Woche schwanke ich zwischen pragmatischer Anerkennung und deutlicher Kritik. Positiv überrascht mich die flache Bauhöhe: Unter meinem niedrigen Sideboard hat bisher kein Gerät gereinigt. Kritisch sehe ich die ungleichmäßige Wischspur. Sabine fasst zusammen:
Für meine achtunddreißig Quadratmeter reicht er, aber Wunder erwarte ich nicht.
Ich selbst halte insbesondere die fehlende Seitenbürste für einen Deal-Breaker, relativiere aber: Wer nur gelegentlich Staub auffängt und sowieso einmal pro Woche manuell nachwischt, könnte den S3 als günstigen Helfer betrachten.
Vorstellung der Marke Donirt
Hinter der Handelsmarke Donirt steht laut EU-Importkennzeichnung der chinesische Textilproduzent Suzhou Textile & Fabrics Co., Ltd. – eine Firma, die ansonsten Mikrofasertücher und Stoffe herstellt. Öffentliche Angaben zur Gründung oder Firmenphilosophie finden sich nicht. Die Produktion von Haushaltsrobotern erfolgt offensichtlich als OEM-Auftrag, das heißt: Teile werden von Partnern zugekauft und unter unterschiedlichen Shop-Labels vertrieben.
- Unternehmenswerte: Kein offizielles Leitbild zugänglich; Nachhaltigkeit oder Qualitätsprogramme werden nicht kommuniziert.
- Produktpalette: Schwerpunkt Textilien – von Polyestergewebe bis Mikrofaser-Wischpads; Robotik ist Nebenschiene.
- Technologien: Keine patentierten Verfahren bekannt; die UV-Licht-Option im Roboter erscheint als Standard-LED-Modul.
- Reputation: Weder Auszeichnungen noch ISO-Zertifikate lassen sich nachweisen. Bewertungen auf Marktplätzen schwanken stark.
- Kundensupport & Garantie: Der Händler VOKO verspricht eine Zufriedenheitsgarantie, ohne Laufzeit zu nennen. Kontakt zum Hersteller erfolgt per E-Mail nach China, während mehrere EU-Firmen als «verantwortliche Person» gelistet sind.
Im deutschen Marktumfeld positioniert sich Donirt damit als austauschbare Einstiegsmarke. Wer lokalen Service und nachhaltige Firmenpolitik sucht, wird hier wenig fündig.
Fazit
Der S3 Intelligent Robot 3-in-1 ist für rund 50 € eine ausgesprochen günstige und unkomplizierte Lösung, um glatte Böden im Alltag weitgehend staubfrei zu halten. Mit seiner niedrigen Bauhöhe gelangt er mühelos unter Regale oder Sofas, die USB-Ladung macht das Nachladen überall zum Kinderspiel, und dank der 3-in-1-Kombi aus Saugen und Wischen spart man sich gleich zwei einzelne Geräte. Für Menschen, die einfach nur regelmäßig etwas lose Krümel und Staub entfernen lassen möchten, ohne selbst zu fegen, liefert er genau das, was nötig ist.
Natürlich darf man bei diesem Preis keine Hochleistungsmaschine erwarten: Die Saugleistung reicht nicht für tief sitzenden Schmutz, und an den Rändern bleiben bei Ecken und Kanten kleine Reste liegen. Doch wer nicht allzu hohe Ansprüche an Teppichreinigung, Tierhaaraufnahme oder Allergiker-Performance stellt, erhält mit dem S3 ein gutes Alltagsgerät, das den Wohnungsboden spürbar pflegt – gerade in Single-Haushalten ist das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut in Ordnung. Familien mit viel Teppich, Haustieren oder strengen Hygieneansprüchen sollten eher in ein hochwertigeres Modell von ECOVACS, Roborock oder Dreame investieren, doch für alle, die einfach nur ein bisschen Komfort suchen und keine Tiefenreinigung verlangen, ist der S3 eine lohnende Wahl.
