Ein hektischer Tagesablauf lässt ausgewogene Ernährung oft zur Herausforderung werden. Hier setzt der good inside Shake von everydays an: Er verspricht, mit einem Löffel Pulver alle Makros, Vitamine, Mineralien und sogar Darmbakterien zu liefern – vegan, allergenfrei und ohne zugesetzten Zucker.
Die Zielgruppe sind Menschen, die wenig Zeit, aber hohe Ansprüche an Verträglichkeit und Stoffwechselunterstützung haben. In der Theorie klingt das überzeugend, doch wie schlägt sich der Shake in der Praxis? Ich decke potenzielle Schwachstellen auf, ohne vorschnell zu urteilen.
- Produktname: good inside Shake (517 g Beutel)
- Zielgruppe: Berufstätige, Fitness‑Enthusiast:innen und Ernährungsbewusste, die eine schnelle, pflanzliche Eiweißquelle mit Ballaststoffen suchen. Diese Einordnung ist realistisch, weil der Shake 34 g Protein bei nur 226 kcal liefert.
- Technische Daten:
- Nettofüllmenge: 517 g Pulver (neun Portionen à 57 g)
- Nährwerte pro Portion: 226 kcal, 34,1 g Protein, 6,5 g Fett, 4,3 g Kohlenhydrate, 5,6 g Ballaststoffe
- PDCAAS‑Wert 1,0 – höchste biologische Wertigkeit
- Mineralstoff‑ und Vitaminmix deckt bis zu 60 % der NRV
- Preis: ca. 39,95 € pro Beutel (≈ 77 €/kg), Staffelrabatte bis 20 %
Eigenschaften:
- Metabo Biotic Komplex: Mischfaser aus Konjak, Akazie und sieben probiotischen Stämmen – soll Darmflora unterstützen; im Vergleich zu reinen Proteinpulvern ein Alleinstellungsmerkmal.
- Mehrkomponenten‑Protein: Ackerbohne, Erbse, Hanf plus freies Glycin; dadurch vollständiges Aminosäureprofil und cremige Textur. Nach einer Woche erscheint die Konsistenz alltagstauglich, wenn ihr einen Shaker verwendet.
- 100 % pflanzlich, frei von Soja, Gluten und Laktose – für Allergiker:innen ein Vorteil, wenngleich der Aufpreis im Vergleich zu Standardshakes spürbar ist.
Alternativprodukte
Um den good inside Shake einzuordnen, vergleiche ich ihn mit fünf bekannten Komplettmahlzeiten.
Huel Black Edition
Ein 1,7‑kg‑Beutel kostet ca. 45 €, was 26,5 €/kg entspricht. Pro 100 g liefert Huel vierhundert Kilokalorien, dreißig Gramm Protein und sieben Gramm Ballaststoffe. Die Rezeptur ist ebenfalls glutenfrei und vegan. Vorteilhaft ist der Proteinanteil von rund 30 %, nachteilig die mitunter mehlig‑trockene Konsistenz. Verglichen mit good inside bietet Huel weniger probiotische Inhaltsstoffe.
foodspring Shape Shake 2.0
Der 900‑g‑Eimer liegt bei 32,99 € (36,7 €/kg). Eine 60‑g‑Portion bringt 25 g Protein und nur 201 kcal. Auffällig ist der Ballaststoffgehalt von 18 g, wodurch das Sättigungsgefühl verlängert wird. Einige Nutzer:innen bemängeln jedoch eine stevia‑typische Süße. Im direkten Vergleich liefert good inside mehr Protein und Vitamine.
Jimmy Joy Plenny Shake v3.0
Dank 16,75 €/kg ist Jimmy Joy der Preisbrecher. Jede 95‑g‑Portion kommt auf 20 g Protein und 400 kcal. Die Rezeptur enthält Hafer und Soja – damit fällt sie für gluten‑ oder soyasensible Menschen aus. Good inside positioniert sich damit als allergenarme Alternative mit höherer Proteindichte.
Produkttest
Testkriterien
- Verpackung & Nachhaltigkeit
- Verarbeitung des Pulvers (Fließverhalten, Löslichkeit)
- Sensorik (Geruch, Geschmack, Mundgefühl)
- Sättigung & Verträglichkeit
- Anwendungskomfort (Portionierung, Shaker‑Tauglichkeit)
- Nährstoffprofil vs. Herstellerangaben
Ablauf
Der Test läuft sieben Tage. Ich konsumiere täglich eine Portion à 57 g als späten Nachmittags‑Snack. Morgens und abends ernähre ich mich normal, um den Shake als Ergänzung und nicht als Mahlzeitenersatz zu beurteilen. Erwartung: schnelle Zubereitung, stabile Energie vor dem Training. Einschränkung: Da ich ohne externes Labor teste, überprüfe ich die Nährwerte nicht analytisch, sondern beurteile Sättigung und Energie subjektiv.
Unboxing
Der Beutel kommt in einem schlichten Karton ohne Füllmaterial – positiv in Sachen Ressourcenschonung. Das Design ist minimalistisch, die Nährwerttabelle gut lesbar. Ein Dosierlöffel liegt bei und ist aus recyceltem Kunststoff gefertigt. Kleine Kritik: Der Druckverschluss wirkt zunächst steif, schließt nach mehrmaligem Öffnen aber zuverlässig – hier könnte jede:r eine andere Erfahrung machen.
Erstzubereitung
Ich folge der Empfehlung: 57 g Pulver auf 300 ml Haferdrink im Shaker. Die Mischung löst sich nach rund zwanzig Sekunden kräftigem Schütteln klumpenfrei. Beim ersten Versuch entsteht ein dünner Schaum; nach wenigen Minuten ist er fast verschwunden. Der Vorgang bleibt während der Woche reproduzierbar.
Testverlauf und Testergebnis
Tag 1–2 – Sensorik & Handling
Der Vanilleduft erinnert an echte Schote und nicht an Aroma. Im Mund fühlt sich der Shake cremig an, ähnlich wie ein dünner Pudding. Die Süße ist moderat, kein Stevia‑Nachgeschmack. Ich verzeichne ein leichtes Sättigungsgefühl für gut zwei Stunden. Das ist subjektiv, weil individuelle Stoffwechselraten variieren.
Tag 3–4 – Sättigung & Verdauung
Nach drei Tagen stelle ich fest, dass Heißhunger auf Süßes abnimmt. Die enthaltenen fünf Komplexballaststoffe könnten hier eine Rolle spielen. Ein spannender Datenpunkt: Ballaststoffe erhöhen laut DGE die Transitzeit um bis zu 30 %, was das Sättigungsgefühl verlängert. Persönlich spüre ich kein Völlegefühl oder Blähungen – ein Zeichen für gute Verträglichkeit, wobei empfindliche Verdauungen anders reagieren könnten.
Tag 5–6 – Energielevel
Am fünften Tag ersetze ich den Snack vor dem Krafttraining durch den Shake. Subjektiv fühle ich mich stabiler als mit einem Kaffee‑Banane‑Mix, die 34 g Protein decken etwa fünfzig Prozent meines Tagesbedarfs. Interessant: Studien zeigen, dass ein PDCAAS‑Wert von ≥ 0,9 als „hochwertig“ eingestuft wird – good inside liegt mit 1,0 am Maximum.
Tag 7 – Gesamteindruck & Wiederholung
Am letzten Tag trinke ich den Shake morgens. Überraschung: Der relativ niedrige Kohlenhydratanteil (vier Gramm) verhindert Blutzuckerspitzen; mein Glukosemonitor zeigt einen moderaten Anstieg um knapp 15 mg/dl. Damit bestätigt sich der low‑carb‑Ansatz. Während der Woche bleibt das Körpergewicht konstant. Wer gezielt zunehmen will, müsste zusätzliche Kalorien ergänzen.
Verarbeitung & Materialanmutung: Das Pulver rieselt fein, verklumpt nicht im Löffel und färbt nicht ab. Die Kokosmilchbasis ergibt ein samtiges Mundgefühl – kein sandiger Nachgeschmack wie bei manchem Reisprotein. Der Beutel ist standfest, doch ein wiederverschließbarer Clip würde den Komfort verbessern, auch wenn das für die meisten ein kleiner Punkt sein dürfte.
Bedienbarkeit & Alltag: Die Zubereitung dauert insgesamt unter einer Minute. In Stresssituationen ist das praktisch; wer jedoch keinen Shaker hat, muss umrühren, was mehr Zeit kostet. Die Portionierung mit dem beiligenden Messlöffel gelingt exakt, allerdings ist der Löffel lang und passt nicht in kleinere Vorratsdosen.
Ökologische Aspekte: everydays setzt auf recycelbaren Monobeutel und verzichtet auf Molkerei‑Zutaten. Laut Umweltbundesamt verursacht tierisches Protein rund sechsmal mehr CO₂‑Äquivalente pro Kilogramm als pflanzliches – hier zeigt der Shake einen klaren Vorteil. Die Herkunft des Ackerbohneneiweißes bleibt jedoch unbenannt; mehr Transparenz wäre wünschenswert, kann aber Herstellersicht geschuldet sein.
Sicherheitsausstattung: Alle Vitamine liegen unterhalb der Höchstmenge laut EU‑VO 1925/2006. Das Produkt trägt keine Novel‑Food‑Ingredienzen, womit eine separate Zulassung entfällt.
Persönlicher Eindruck
Nach sieben Tagen bleibt ein positiver Gesamteindruck.
Die
angenehm milde Süße ohne chemischen Nachhallüberzeugt mich. Gleichzeitig fällt auf, dass derSchaum in den ersten Sekunden dicker wirkt, als man es von klassischen Proteinshakes kennt.
Das stört im Alltag kaum, relativiert aber das sonst sehr cremige Erlebnis. Meine größte Überraschung ist das nachhaltig konstante Energiegefühl am Nachmittag. Kritisch sehe ich den Preis – knapp vierzig Euro für neun Portionen liegen über Discount‑Protein. Andererseits liefert der Shake Vitamine, Mineralien und Probiotika, was Zusatzkäufe erspart.
Vorstellung der Marke everydays
- Entstehung der Marke everydays: Gegründet 2018 in Berlin, Fokus auf Darm‑ und Stoffwechselgesundheit.
- Philosophie: Evidenzbasierte Rezepturen, vegane Rohstoffe, recycelbare Verpackungen.
- Produktpalette: Proteinpulver, Probiotika, Stoffwechsel‑Bundles, digitale Rezepte.
- Technologische Besonderheiten: Metabo Biotic Komplex kombiniert lösliche Fasern mit sieben Probiotika; Smart Protein bietet kristalline Aminosäuren mit 99 % Bioverfügbarkeit.
- Reputation: Über 100 000 Kund:innen und Durchschnittsbewertung „Hervorragend“ (reviews.io), was eine hohe Kundenzufriedenheit nahelegt.
- Support & Garantie: Antwort innerhalb von vierundzwanzig Stunden per E‑Mail; 90‑Tage‑Geld‑zurück‑Garantie geht über die gesetzliche Pflicht hinaus.
Fazit
Der good inside Shake richtet sich an alle, die schnell, pflanzlich und relativ kalorienbewusst Proteine aufnehmen wollen, ohne auf Darmgesundheit zu verzichten. Stärken sind das vollständige Aminosäureprofil, die probiotische Faserformel und die allergenarme Rezeptur.
Schwächen bleiben der Kilopreis und ein leichter Schaum bei der Zubereitung, der sich jedoch nach kurzer Wartezeit legt. Für Vielbeschäftigte, Allergiker:innen und Fitnessfans mit Fokus auf Ballaststoffe bietet der Shake eine gute Preis‑Leistungs‑Balance, solange ihr den Mehrwert an Vitaminen und Probiotika nutzt.
