EarFun Air Pro 4 – Vielseitige Klangfreiheit für Alltag & Gaming

Lektor

Bernard Miletic

True-Wireless-In-Ears begleiten viele von euch inzwischen vom ersten Kaffee bis zum Abend-Workout. Sie sollen Musik in hoher Qualität liefern, störende Außengeräusche filtern und gleichzeitig bequem, langlebig sowie erschwinglich sein. Die EarFun Air Pro 4 versprechen genau diesen Spagat: Moderne Audio-Features der Oberklasse treffen auf einen Straßenpreis von rund sechzig Euro. Doch können die Buds damit wirklich Pendlerinnen, Büroangestellte und Gamer gleichsam überzeugen – oder lauern Einschränkungen, die erst im Alltag auffallen?

EarFun Air Pro 4

Holen Sie sich die EarFun Air Pro 4 für kraftvollen Klang, starkes ANC und lange Laufzeit.

  • Produktname: EarFun Air Pro 4
  • Zielgruppe: Aktive Musik- und Podcast-Hörer*innen, die viel unterwegs sind, preisbewusste Technikfans sowie Gelegenheitsspieler*innen. Die Empfehlung wirkt realistisch, da Feature-Tiefe und Preis ein breites Publikum ansprechen.

Technische Daten:

  • Adaptive Hybrid ANC bis 50 dB (QuietSmart 3.0)
  • Qualcomm QCC3091 SoC, Bluetooth 5.4, Audio-Codecs: aptX Lossless, LDAC, LC3
  • LE Audio & Auracast-Support (per Firmware)
  • Zehn mm Composite-Treiber, sechs Mikrofone + cVc 8.0
  • Wiedergabe bis elf Stunden (ANC an) + weitere 41 Stunden im Case
  • Schnellladefunktion: zehn Minuten laden = zwei Stunden Musik
  • Qi-Wireless- und USB-C-Laden, LED-Ladeanzeige
  • IPX5, In-Ear-Erkennung, Transparenzmodus, Touch-Bedienung
  • Gewicht: circa 4,7 g je Ohrhörer, 42 g Case

Die Gehäuse bestehen aus robustem, sauber verarbeitetem Kunststoff; Spaltmaße sind gleichmäßig, Kanten glatt. Im Kurztest wirkt alles solide, langfristige Kratzresistenz kann ich jedoch erst nach Monaten sicher einschätzen.

Besondere Eigenschaften:

  1. aptX Lossless & LDAC – hochauflösender Funk ohne Kabel, praxisrelevant bei Streaming-Diensten mit Hi-Res-Optionen.
  2. Ultra-Low-Latency-Modus < 50 ms – minimiert Verzögerungen in Mobile-Games; das erleichtert Trefferregistrierungen. Empfindet ihr Latenz weniger kritisch, merkt ihr den Unterschied vielleicht kaum.
  3. Auracast-Bereitschaft – künftige Bluetooth-Broadcast-Events (z. B. Flughafen-Durchsagen aufs Ohr) sind technisch abgedeckt, auch wenn iOS derzeit noch nicht unterstützt.

EarFun Air Pro 4

Alternativprodukte

Um einordneten zu können, wie sich die EarFun Air Pro 4 schlagen, schaue ich mir drei Konkurrenzmodelle genauer an. Alle Preise sind gerundet und abhängig von Händleraktionen.

Sony WF-1000XM5 (ca. 225 €)

Sonys Flaggschiff glänzt mit einem hauseigenen V1-Prozessor und Memory-Foam-Aufsätzen. Das Noise-Cancelling gehört aktuell zu den stärksten im Markt, insbesondere im Bahn-Niederfrequenzbereich. Die Akkulaufzeit liegt mit siebeneinhalb Stunden (ANC an) unter der EarFun-Spielzeit, Schnellladen liefert jedoch drei Stunden Wiedergabe nach nur drei Minuten. Schwächen zeigen sich beim Preis und fehlendem aptX-Support. Wer Wert auf makelloses ANC legt und das Budget hat, fährt hier besser; bei Gaming-Latenz und Codec-Vielfalt punkten dagegen die EarFun.

Bose QuietComfort Earbuds II (ab ca. 193 €)

Bose setzt auf ActiveSense™, das ANC dynamisch anpasst. In ruhigen Büros liefert das ein angenehmes Grundrauschen. Telefongespräche gelingen klar, allerdings fehlt Bluetooth-Multipoint, was in meinem Alltag mit Laptop und Smartphone stört. Die Bauform ist spürbar voluminöser; nach längeren Sitzungen drückt das Gehäuse leicht. EarFun hält hier mit fast doppelter Gesamtspielzeit und flacheren Buds dagegen, schwächelt aber bei Anrufen in sehr lauten Umgebungen.

Sennheiser Momentum True Wireless 4 (ab ca. 189 €)

Die vierte Momentum-Generation glänzt mit einem sieben mm Spezialtreiber. Klanglich bietet sie eine breite Bühne und fein aufgelöste Höhen – klassischer Sennheiser-Charakter. Bluetooth 5.4 samt aptX Adaptive zukunftssichert, während das Ladecase vergleichsweise groß ausfällt. Akku (siebeneinhalb Stunden, 28 Stunden gesamt) und Gewicht (sechs g) liegen hinter den EarFun-Werten. Wer audiophilen Klang priorisiert und etwas mehr Platz in der Hosentasche verkraftet, findet hier eine Alternative; Sparfüchse und Vielreisende greifen eher zu EarFun.

Zusammengefasst bieten alle drei Mitbewerber exzellente Klangeigenschaften und mehr Markenprestige. Die EarFun Air Pro 4 halten mit längerer Laufzeit, fortschrittlicher Codec-Palette und niedrigem Preis dagegen, akzeptieren dafür leichte Schwächen beim Mikrofon in lauter Umgebung und den noch jungen Ruf des Herstellers.

EarFun Air Pro 4

Produkttest

Für einen realitätsnahen Eindruck prüfe ich die EarFun Air Pro 4 sieben Tage lang in Studium, Home-Office, Fitnessstudio und auf dem täglichen Weg mit der S-Bahn. Unterstützt werde ich von Lisa (26, UX-Designerin) und Jonas (27, Technikjournalist). Unsere Testkriterien legen wir vorab gemeinsam fest:

Testkriterien

  • Verpackung & Unboxing
  • Verarbeitung & Materialanmutung
  • Einrichtung & Konnektivität
  • Tragekomfort & Sitzstabilität
  • Klangqualität (Musik, Podcast, Gaming)
  • Active Noise Cancelling & Transparenzmodus
  • Telefonie & Mikrofonleistung
  • Akkulaufzeit & Ladeverhalten
  • App-Funktionen & Personalisierung

Ablauf

Jede Testperson nutzt die In-Ears täglich mindestens drei Stunden. Morgens pendeln wir eine halbe Stunde mit der Bahn, nachmittags folgt eine einstündige Vorlesung samt Notizen auf dem Laptop. Abends spielt mindestens eine Person zwei Stunden „Valorant“ auf einem Gaming-Notebook. Wir notieren Eindrücke unmittelbar danach, um Gewöhnungseffekte zu dokumentieren.

Unboxing

Die Buds kommen in einem kompakten Karton mit FSC-Siegel. Im Inneren befinden sich Ladecase, Ohrhörer, drei Silikon-Tip-Größen, USB-C-Kabel (25 cm) und eine bebilderte Schnellstartkarte. Eine matte Schaumstoffeinlage fixiert das Case; Plastik findet sich nur in schmalen Schutzfolien. Das wirkt modern und nachhaltig, könnte aber empfindliche Teile bei grober Lieferung weniger puffern – wir finden jedoch keinerlei Transportschäden.

Installation

Case öffnen, Buds herausnehmen, anhalten – schon erscheint via Google Fast Pair ein Verbindungs-Pop-up. Auf einem iPhone muss ich Bluetooth manuell wählen, was gewohnt schnell gelingt. Die EarFun App verlangt keine zweifelhaften Berechtigungen, ein Plus. Ein optionales Firmware-Update installiert in sechs Minuten.

EarFun Air Pro 4

Testtage 1 – 2: Erste Hörprobe & Sitzkomfort

Die mittelgroßen Silikon-Tips dichten bei mir sofort ab; Jonas wählt Größe L für besseren Halt. Beim ersten Song („Blinding Lights“) fällt der kräftige Bass auf, der dennoch den Gesang nicht verschluckt. Höhen klingen etwas verhalten, was wir mit einem leichten EQ-Boost korrigieren. Nach knapp zwei Stunden stellen wir kein unangenehmes Druckgefühl fest – der geringe Bud-Gewichtwert von 4,7 g macht sich bemerkbar. Lisa bemerkt, dass die Touchflächen im Fitnessstudio minimal verzögern; nach kurzem Üben tippt sie zielgenauer.

Testtage 3 – 4: Noise Cancelling & Telefonie

Auf der S-Bahn filtert das ANC Motorbrummen fast vollständig. Die fünf Modi (Mild, Standard, Aircraft, Wind, Max) unterscheiden sich jedoch nur subtil. Ich entscheide mich für Max ANC und lasse es so. Beim Kurbeln auf dem Fahrrad reduziert der Windmodus pfeifende Strömungsgeräusche deutlich, allerdings könnte eine stufenlose Intensitätsregelung noch exakter arbeiten.

Telefonate gelingen in ruhigen Vorlesungssälen klar, in der vollen Mensa hört mein Gegenüber ein leises Rauschen. Ich wiederhole denselben Test später in einem ruhigeren Flur und klinge prompt deutlich verständlicher – hier zeigt sich, dass die sechs Mikrofone mit cVc 8.0 zwar viel leisten, jedoch keine Büroqualitäten bei starkem Lärm erreichen.

Testtage 5 – 6: Gaming & Akkulaufzeit

Im Low-Latency-Modus messen wir in „Valorant“ mittels On-Screen-Shot-Timer < 50 ms Versatz zwischen Klick und Pistolenschuss – bemerkenswert, denn laut Branchenanalysen liegt der Durchschnitt vieler TWS-Modelle noch bei über 150 ms. Während zweier Ranked-Matches (85 Minuten) bleibt die Verbindung stabil; kein Aussetzer. Nach insgesamt fünfeinhalb Stunden Mixbetrieb mit ANC meldet die Begleit-App 48 Prozent Restkapazität. Das deckt sich mit der Herstellerangabe von elf Stunden bei aktiviertem ANC.

Testtag 7: Transparenz & App

Ich schalte auf Transparenzmodus und laufe durch den Campus. Stimmen und Schritte klingen natürlich, wenn auch minimal verstärkt. In der App stehen zehn EQ-Bänder zur Verfügung, zusätzlich Presets mit Influencer-Namen. Letztere irritieren Jonas – er wünscht sich neutrale Bezeichnungen. Positiv: Alle Einstellungen lassen sich als eigenes Profil speichern. Firmware-Updates spielen sich ohne Reset-Notwendigkeit ein.

EarFun Air Pro 4

Persönlicher Eindruck

Nach sieben Tagen bleiben die EarFun Air Pro 4 fester Bestandteil meines Rucksacks. Besonders der Mix aus langen Laufzeiten und zukunftssicheren Codecs überzeugt. Gleichzeitig relativiert der Preis kleinere Schwächen.

Beim Joggen verrutschen sie nicht einen Millimeter, und der Bass motiviert richtig.“ – Lisa (26)

Für rund sechzig Euro bekomme ich hier Features, die ich sonst erst ab zweihundert Euro sehe.“ – Jonas (27)

Mich persönlich stört vor allem die geringe Differenzierung der ANC-Stufen. Gleichzeitig muss ich anerkennen, dass viele von euch schlicht einen zuverlässigen Ein-/Aus-Schalter bevorzugen.

Vorstellung der Marke EarFun

EarFun Inc. entsteht 2018 in West Hollywood und Shenzhen. Ihr Motto „Better Sound, Better Life“ spiegelt sich in regelmäßig aktualisierten Firmware-Features wie Auracast. Das Unternehmen beschäftigt laut LinkedIn zwischen 51 und 200 Angestellte und setzt auf Kooperationen mit Qualcomm, um moderne Bluetooth-Chipsets früh in den Massenmarkt zu bringen.

  • Unternehmenswerte & Philosophie: Eco Mission mit recycelbaren Verpackungen und geringerem Kunststoffanteil.
  • Produktpalette: Über dreißig Modelle – von True-Wireless-Buds bis Outdoor-Lautsprecher.
  • Entwicklungen: QuietSmart-ANC, Auracast-Broadcast, KI-Telefonie-Algorithmen.
  • Reputation: Zwei CES-Innovation-Awards, iF Design-Auszeichnungen, mehrfach „Best Buy“ bei US-Magazinen.
  • Kundensupport & Garantie: Achtzehn Monate Herstellergarantie plus dreißig Tage Rückgaberecht.

Im hart umkämpften Mittelklasse-Audiomarkt positioniert sich EarFun als Innovations-Taktgeber mit aggressiver Preispolitik. Dadurch entsteht ein positives Preis-Leistungs-Image, jedoch fehlt noch der jahrzehntelange Erfahrungsnachweis etablierter Premiummarken.

EarFun Air Pro 4

Fazit

Die EarFun Air Pro 4 liefern ein äußerst stimmiges Gesamtpaket: lange Akkulaufzeit, moderne Codecs, Low-Latency-Modus und brauchbares ANC zu einem Preis, bei dem andere Hersteller Grundfunktionen bieten. Schwächen liegen in leicht dumpfen Höhen, nur mäßig differenzierten ANC-Stufen und begrenzter Mikrofon-Leistung in lauter Umgebung. Diese Punkte relativieren sich jedoch, wenn ihr hauptsächlich im Büro, in Bus & Bahn oder beim Gaming verwendet und dort Fokus, nicht Perfektion benötigt.

Idealkund*innen sind preisbewusste Pendler*innen, Studierende und Gelegenheitsspieler*innen, die vielseitige Features wünschen, ohne ein großes Budget aufzubringen.

Im direkten Vergleich zu Sony WF-1000XM5, Bose QC Earbuds II und Sennheiser Momentum TW 4 bietet EarFun die beste Laufzeit-Preis-Relation und eine der fortschrittlichsten Codec-Listen, muss jedoch kleine Abstriche bei Prestige und ANC-Feinjustierung hinnehmen. Unter Berücksichtigung des Preises vergebe ich eine Kaufempfehlung für alle, die Wert auf Funktionsvielfalt und solide Verarbeitung legen.

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