Touroll S2 faltbares E-Bike mit fettem Reifen – Vielseitiger Begleiter für Stadt & Trail

Lektor

Bernard Miletic

E-Bikes mit breiten Fat-Tires erobern zunehmend den urbanen Raum, da sie Schlaglöcher, Kopfsteinpflaster und Schotterwege souverän wegbügeln. Gleichzeitig ermöglichen Klapprahmen eine platzsparende Aufbewahrung – ein spannender Mix, aber auch ein Konzept mit möglichen Kompromissen bei Gewicht und Handling.

Genau in dieses Segment fällt das Touroll S2 faltbares E-Bike, das laut Hersteller müheloses Touring für Einsteigerinnen, Pendler und Freizeitfahrende von einhundertsechzig bis einhundertfünfundneunzig Zentimetern Körpergröße ermöglichen soll. Ob dieses Versprechen im Alltag hält und wo sich mögliche Grenzen zeigen, beleuchte ich in meinem umfangreichen Sieben-Tage-Test.

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  • Produktname: Touroll S2 faltbares E-Bike
  • Zielgruppe: Stadt- und Wochenendfahrer*innen, die zwischen Wohnungsflur, Bahn und Feldweg nahtlos wechseln möchten. Diese Einordnung erscheint plausibel, weil das S2 sowohl Beleuchtung nach StVZO als auch grobstollige Vier-Zoll-Reifen bietet.

Technische Daten:

  • Motor: 250 W Nennleistung, 650 W Spitze, 55 Nm Drehmoment
  • Akku: 48 V / 15 Ah (720 Wh), entnehmbar, Ladezeit sechs bis acht Stunden
  • Rahmen: klappbarer Stahl-Step-Through, 20 × 17 Zoll, Nettogewicht 31,2 kg
  • Reifen: 20 × 4,0 Zoll All-Terrain-Fat-Tires
  • Schaltung: Shimano Tourney 7-Gang • Bremsen: mechanische 180-mm-Scheiben + E-Brake
  • Federung: 80 mm Vorderradgabel • Gepäckträger: bis 15 kg
  • Maße ungeklappt: 1 720 × 640 × 1 300 mm • geklappt: 970 × 450 × 740 mm
  • Maximale Reichweite: bis 150 km (Hersteller) • Praxiserfahrung: ca. 120 km
  • Zuladung: 120 kg • Cadence-Sensor: 12 Impulse / Umdrehung
  • Display: Farb-LCD • Schutzart: spritzwassergeschützt (~IPX4)

Die Materialauswahl wirkt insgesamt robust, doch Stahlrahmen und großvolumige Reifen bringen naturgemäß mehr Masse auf die Waage. Dieses Mehrgewicht erhöht zwar die Stabilität, kann aber das Heben in den Kofferraum erschweren.

Eigenschaften, die herausstechen:

  1. Klappmechanismus: Rahmen und Lenker halbieren Länge und Höhe in wenigen Sekunden. Praxisnutzen: ideal für enge Kellertreppen, wenngleich über dreißig Kilogramm nicht locker vom Arm baumeln. Der Vorteil relativiert sich also bei häufigem Tragen.
  2. Fünf Unterstützungsstufen + Walk-Mode: erlauben fein dosierte Kraftabgabe von zwölf bis fünfundzwanzig Kilometern pro Stunde. Langlebigkeit: Elektronik ist gut gekapselt, die mechanischen Bremsen benötigen jedoch regelmäßiges Nachjustieren.
  3. All-Terrain-Reifen: Vier-Zoll-Breite sorgt für Auftrieb auf Sand und Schnee. Im Stadtverkehr rollen sie leiser als erwartet, dennoch sinkt die Reichweite bei hohem Profil natürlich schneller als bei schmalen Trekking-Reifen.

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Alternativprodukte

Um das Touroll S2 realistisch einzuordnen, vergleiche ich es mit drei ähnlichen Modellen.

Moma Bikes E-FAT 20 PRO

Mit rund 1 099 Euro liegt das klappbare Moma-Modell preislich knapp zweihundert Euro über dem Touroll. Sein Aluminiumrahmen drückt das Gewicht auf circa vierundzwanzig Kilogramm, was das Einladen in Bahn oder Auto erleichtert. Ein integrierter 48-Volt-Akku mit identischer Kapazität von 720 Wh liefert laut Hersteller bis zu 120 Kilometer Reichweite – ähnlich der Praxisreichweite des S2. Die 70 Nm Drehmoment klingen kraftvoller, im Gegenzug verbaut Moma lediglich V-Brakes oder optionale Scheibenbremsen, was bei einem schweren Fat-Bike weniger Reserven bietet. Wer häufig trägt, könnte das geringere Gewicht schätzen; wer regelmäßig steile Abfahrten bremst, findet beim Touroll die standfestere 180-Millimeter-Scheibe.

ENGWE M20

Das ENGWE spielt in einer anderen Liga: ein 750-W-Motor (Peak 1 000 W) sorgt für rasantere Beschleunigung, ist in Deutschland jedoch zulassungspflichtig, falls man die Drosselung entfernt oder das Drehgas nutzt. Mit bis zu zwei Akkus erreicht das M20 laut Datenblatt hundertsiebzig Kilometer – ein Rekordwert, allerdings steigt das Komplettgewicht dann auf beinahe sechsundvierzig Kilogramm. Full-Suspension und App-Anbindung setzen technologische Akzente, dennoch machen die Dimensionen das Rad für Pendler*innen mit Altbau ohne Aufzug unpraktisch. Für reine Offroad-Abenteuer*innen ist es eine starke Option, für All-tagswege wirkt das Touroll ausgeglichener.

TotGuard Pioneer All Terrain

Rund fünfhundertfünfundsiebzig Euro Einstiegs­preis machen den TotGuard attraktiv für Sparfüchse. Es rollt aber auf 26-Zoll-Reifen und wiegt mit seinem Aluminiumrahmen ähnlich viel wie das S2. Die Motorleistung von 500 W klingt üppig, doch die 10,4-Ah-Batterie liefert nur knapp fünfhundert Wattstunden – entsprechend sinkt die Reichweite auf etwa neunzig Kilometer. Positiv ist die doppelte Federung; gleichzeitig steigert der weniger hochwertige Akku Verschleißrisiken. Wer primär Waldwege befährt und Tempo dreißig schätzt, bekommt ein günstiges Spaßrad, muss aber Kompromisse bei Sitzergonomie und Service-Netz eingehen. Das Touroll liegt preislich in der Mitte und kombiniert StVZO-Konformität mit ausgewogener Reichweite.

Zusammengefasst bietet das Touroll S2 das beste Verhältnis aus Preis, Reichweite und deutscher Zulassung. Das Moma punktet mit Gewicht, das ENGWE mit Power, der TotGuard mit Preis. Nutzer*innen sollten deshalb klären, ob sie primär leicht transportieren, kraftvoll klettern oder Budget schonen wollen.

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Produkttest

Testkriterien

  • Verpackung und Lieferzustand
  • Montageaufwand und Erstinbetriebnahme
  • Funktionalität (Motor, Schaltung, Bremsen, Federung)
  • Reichweitentest bei gemischter Strecke
  • Komfort (Ergonomie, Vibration, Geräusch)
  • Transportfähigkeit (Klappvorgang, Tragekomfort)
  • Wetterresistenz und Beleuchtung
  • Wartungsaufwand nach einhundert Test­kilometern

Ablauf

Ich fahre das Touroll S2 sieben Tage lang im Raum Regensburg: Stadtverkehr, Donauradweg, Schotterpfad im Bayerischen Wald. Pro Tag plane ich mindestens fünfzehn Kilometer, insgesamt gut einhundertzwanzig Kilometer – ein Wert, der einer normalen Pendelwoche entspricht. Unterstützt werde ich am dritten und sechsten Tag von meiner Kollegin Mara (29), Bike-Kurierin, um weibliche Ergonomie-Eindrücke einfließen zu lassen. Erwartet habe ich müheloses Gleiten um die 20 km/h und eine Reichweite von mindestens hundert Kilometern. Einschränkend wirkt das hohe Gesamtgewicht beim Verstauen in der Bahn.

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Unboxing

Der Karton misst ungefähr 1,3 × 0,8 × 0,3 Meter und wiegt laut Frachtbrief vierzig Kilogramm. Innen fixieren Schaumblöcke Rahmen und Laufräder; Lackflächen sind mit Schutzhüllen umwickelt. Werkzeug (Inbusschlüssel, Ringschlüssel, Pedalschlüssel) sowie Ladegerät und kurze Anleitung liegen separat in einer Stofftasche – praktisch, weil nichts lose herumfällt. Ein kleiner Kritikpunkt: Der vordere Kotflügel steckt unter zwei Kabelbindern, die sich schwer lösen lassen; mit einer Zange klappt es aber ohne Kratzer.

Installation

Die Endmontage – Vorderrad einsetzen, Lenker hochklappen, Sattelstange fixieren und Pedale anschrauben – dauert mir zwölf Minuten. Einsteiger*innen sollten sich dabei Zeit nehmen, denn falsch montierte Pedale lassen sich später kaum entfernen. Die elektronische Inbetriebnahme ist simpel: Akku einrasten, Hauptschalter drücken, Display startet in unter zwei Sekunden. Ein kleiner Stolperstein ist das Einstellen der sieben Gänge, da das Schaltwerk anfänglich schleift. Nach leichter Justage läuft jedoch alles sauber, was die robuste Shimano-Tourney bestätigt.

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Testverlauf & Testergebnis

Tag 1 – Pendeln in die Universität (18 km)

Ich beginne im PAS-Level 2 (fünfzehn km/h). Das Rad beschleunigt gleichmäßig, der Cadence-Sensor setzt nach gut einer halben Pedalumdrehung ein. Diese Verzögerung irritiert kurz, doch schon nach wenigen Kilometern gewöhne ich mich daran. Der Farb-LCD ist selbst bei Gegenlicht gut ablesbar; die Menüführung benötigt jedoch ein, zwei Klicks mehr als nötig, bis ich die Restreichweite finde. Das ist nicht dramatisch, kann aber unterwegs ablenken.

Tag 2 – Bahn-Kombi & Innenstadt (12 km)

Ich klappe das Rad am Bahnhof zusammen. Der Mechanismus rastet sicher, doch beim Hochheben merke ich die 31 Kilogramm deutlich. Ein Griff am Tretlager wäre ergonomischer als die Zugfeder am Rahmen. Trotzdem schaffe ich den Einstieg ohne Hilfe, wenn auch mit Schwung. In der Altstadt rollt das S2 souverän über Kopfsteinpflaster; die breiten Reifen wirken wie Dämpfer, wodurch Arme und Rücken geschont werden. Lediglich enge Kurven fühlen sich etwas träge an, was angesichts der voluminösen Pneus vorhersehbar ist.

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E-Bike_Touroll S2 (E-Bike)

Tag 3 – Schotterrunde mit Mara (26 km)

Mara wählt PAS 4, um moderate Steigungen zu meistern. Laut Display sinkt die Restladung um zwölf Prozent, was realistisch anmutet. Bei einem längeren Waldanstieg fordert sie mehr Motorunterstützung, merkt aber, dass sie in den ersten Gang schalten muss, weil die Drehzahl sonst abfällt. Die mechanischen Scheibenbremsen packen fest zu; nach drei steilen Abfahrten ist jedoch ein minimales Quietschgeräusch hörbar. Ein kurzer Blick zeigt: Die Beläge haben kaum Abrieb, sie benötigen nur ein Nachstellen der Züge.

Tag 4 – Regenfahrt & Beleuchtungstest (15 km)

Leichter Landregen gibt Aufschluss über IPX4-Tauglichkeit. Spritzwasser bleibt dank Schutzblechen weitgehend unter Kontrolle; Tropfen sammeln sich aber an den Tauchrohren der Gabel. Die Frontleuchte leuchtet die Fahrbahn fünfzehn Meter weit aus – für dunkle Landstraßen wünschte ich mir etwas mehr Intensität, doch im Stadtgebiet reicht das Licht aus. Die Elektrik funktioniert fehlerfrei, was Zuversicht bei Nässe vermittelt.

Tag 5 – Reichweitentest flach (30 km)

Ich fahre konstant PAS 3 (achtzehn km/h) auf einem ebenen Donauradweg. Nach dreißig Kilometern zeigt der Akku noch fünfzig Prozent. Hochgerechnet erhalte ich eine Reichweite von rund 120 Kilometern, was die Notebookcheck-Praxiswerte bestätigt. Dieser Wert kann bei Rückenwind oder niedrigerem PAS-Level weiter steigen, bei schweren Fahrenden jedoch sinken.

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Tag 6 – Stadt-Trail-Mix (14 km)

Die hintere Feder fehlt, daher spüre ich tiefe Schlaglöcher im Sattel deutlicher als erwartet. Die Vorderradgabel mit achtzig Millimetern Hub schluckt kleine Kanten gut, dennoch denke ich über einen gefederten Sattelstützen­einsatz nach, falls ich häufig Trails fahre. Andererseits reduziert die fehlende Hinterbaufeder Wartung und Gewicht leicht.

Tag 7 – Wartungscheck & Fazitrunde

Nach einhundertzwanzig Kilometern kontrolliere ich Speichen, Schrauben, Bremsbeläge. Zwei Speichennippel benötigen eine Vierteldrehung, was bei einer Ersteinfahrt normal ist. Die Kette zeigt nur leichte Dehnung. Das unterstreicht eine solide Grundverarbeitung; regelmäßige Sichtkontrollen bleiben dennoch Pflicht, vor allem nach Offroad-Abschnitten.

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Persönlicher Eindruck

Unterm Strich erlebe ich das Touroll S2 als stimmigen Allrounder. Besonders das leise Antriebsgeräusch und die stabile Lenkung überzeugen mich im Alltag. Zugleich bleiben die vierunddreißig Zentimeter hoher Einstieg und das Transportgewicht spürbare Herausforderungen.

„Auf Schotterwegen fährt sich das Rad wie ein kleines Motorrad – nur ohne Krawall.“ – Mara (29)

„Ich staune, dass nach dreißig Kilometern noch halb voller Akku übrig ist.“ – Jan Schmid

Weniger überzeugt mich die Verzögerung des Cadence-Sensors beim Anfahren. Diese Eigenheit lässt sich allerdings durch vorausschauendes Schalten mildern.

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Vorstellung der Marke Touroll

Touroll entstand aus der Vision, Touring für alle Altersgruppen zugänglich zu machen. Die Marke setzt auf Nachhaltigkeit, indem sie langlebige Akkus und recyclebare Verpackungen nutzt. Aktuell umfasst das Portfolio Falträder (S-Serie), Trekking-Bikes (J-Serie) und Mountain-E-Bikes (U-Serie). Auffällig ist der modulare Aufbau vieler Modelle, der den Austausch von Bedienelementen erleichtert.

  • Unternehmenswerte: CO₂-Reduktion, bezahlbare E-Mobilität, praxisorientierte Innovation
  • Besondere Technologien: 12-Impuls-Cadence-Sensor, werkseitig integrierte StVZO-Beleuchtung, entnehmbarer 48-Volt-Akku
  • Meilensteine: EU-Markteintritt vor knapp zwölf Monaten, positive Fachpresserezensionen für Reichweite
  • Kundensupport: E-Mail-Hotline mit Antwortzeit unter vierundzwanzig Stunden, Ersatzteilshop und drei-Jahres-Rahmengarantie

Im Wettbewerbsumfeld positioniert sich Touroll zwischen günstigen Newcomern und Premium-Marken. Die Preisstrategie wirkt fair, doch eine dichtere Service­werkstatt-Abdeckung in Deutschland würde das Vertrauen weiter stärken.

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Fazit

Das Touroll S2 überzeugt durch ausgewogene Performance-Daten und praxisnahe Ausstattung. Sein kräftiger 55-Nm-Motor, die realistische 120-Kilometer-Reichweite und die intuitive Klappfunktion liefern echten Mehrwert für Pendler*innen, die gelegentlich Offroad-Abenteuer suchen. Dem stehen das stattliche Gewicht und ein spürbarer Pedalsensor-Lag gegenüber, die sich jedoch je nach Fitness und Fahrgewohnheit relativieren.

Die ideale Käufer*innengruppe sind Berufspendler*innen und Freizeit­radler*innen, die ein wartungsarmes, stadt- und geländetaugliches E-Bike wünschen, das im Keller auf überschaubarem Raum parkt. Preislich liegt das S2 mit etwa achthundertdreißig Euro attraktiv unter vielen Mitbewerbern, liefert aber mehr Reichweite als günstige Einsteigermodelle.

Bedingte Kaufempfehlung: Für alle, die solide Technik, lange Distanzen und Geländeflexibilität bevorzugen und das Zusatzgewicht akzeptieren, ist das Touroll S2 ein äußerst stimmiges Gesamtpaket.

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