So schwer ist das Leben als Promi-Sohn wirklich: Henry Klum will seinen eigenen Weg gehen
Video lädt...
Berühmt zu sein hat zwei Seiten: Als Sohn von Heidi Klum steht Henry Samuel schon früh im Rampenlicht und kämpft mit Erwartungen und Vorurteilen. Zwar bringt ihm sein Name Vorteile in der Modewelt, doch seinen eigenen Erfolg muss er sich selbst erarbeiten.
Ob er genau solche Momente genießt wie seine Mutter? Schwer zu sagen, aber Henry, Samuel Günter ist hier am Abend in Berlin als Stargast. Den dritten Vornamen hat er übrigens von seinem Opa, Heidis Vater Günther Klum. Aber auch wenn jeder ein Stück Henry will, gibt er hier nur zwei Interviews, eines davon uns exklusiv. Dass er heute ein gefragtes Model ist, klar, zum Teil Mama Heidis Verdienst, aber auch, wenn er als sogenanntes Nepobaby, also als Kind einer berühmten Person, gewisse Vorteile hat. Beim Thema Einfluss seiner Familie gibt es klare Grenzen.
"Du hast ja deine Mutter, Heidi, Du hast Tom. Okay."
Dieser Abend in Berlin gehört den neuen Gesichtern. Die bunte New Faces Award Style Gala ehrt Newcomer in der Mode und Fashionindustrie, aber auch schon bekannte Gesichter sind dabei. Eines davon Henry Samuel. Statt als Model ist der 20-jährige als Jurymitglied hier und spricht aus eigener Erfahrung.
"Ich denke, man sollte das ausdrücken, was man fühlt. Manchmal denken die Menschen nicht über den Tellerrand hinaus, nicht daran, was sie erschaffen können."
Dabei hat er für seine 20 Jahre schon vieles geschafft, sich in der Modewelt einen Namen gemacht. Im Januar 2025 startet Henry seine Karriere auf diesem Laufsteg in Paris. Vor sechs Monaten folgt das erste Covershooting mit Mama, Heidi und Modeljobs für Marken wie Yves Saint Laurent und Magnum. Wie hier vor gut sieben Wochen in Cannes. Als wir Heidi Klum nach der Show treffen, ist das Feedback, sagen wir mal, eindeutig.
"Ich meine, mein Sohn und ich sag das jetzt nur, weil ich die stolze Mutter bin. Die waren alle viel lauter. Die Leute, die haben richtig gegrölt. Geklatscht ist so That's my boy. That's my Sohn."
Henry ist Heidis ältester Sohn. Er Bruder Johann und Schwester Lou stammen aus der Ehe mit Sänger Seal, Halbschwester und Model Leni aus Heidis vorheriger Beziehung mit Formel eins Manager Flavio Briatore. Zwei ihrer vier Kinder sind heute, wie die 53-jährige selbst erfolgreich im Modelbusiness und Teil des Klumperiums. Nicht mehr nur eine Familie, sondern eine Marke und eine Chance. Eine große, die den Sprung ins Showbusiness ermöglicht hat.
"Wie hart ist es, in dem Business deinen eigenen Weg zu gehen?"
"Ich denke, indem ich versuche, ich selbst zu sein. Ich habe gelernt, dass es nicht gut ist, sich zu vergleichen."
Dabei liegt gerade der Vergleich doch so nahe zu den Eltern, die selbst so viel geschafft haben. Ein Thema, das auch sie kennt. Elena Carriere, ihr Vater, Schauspieler Mathieu Carriere.
"Ich glaube, es kommt auf den Ruf an und auf den Bekanntheitsgrad. Ich glaube, mein Papa war da immer sehr dankbar mir gegenüber. Baby heißt ja eigentlich nur Kind von bekannten Eltern und wir haben, glaube ich, in Amerika alle gesehen, dass das extrem hilft. Ob es die Kaya Gerbers dieser Welt sind oder die Klum Kinder."
Die 29-jährige spricht gern über ihren berühmten Vater, offenbar anders als Henry Samuel. Sobald wir zu Heidi und Tom fragen wollen, unterbricht und sein Manager.
Henry will seinen eigenen Weg gehen. Aber der gründet eben auch auf Erfahrungen und Unterstützung. Und dann kommt der 20-jährige doch ganz von selbst auf seine Familie zu sprechen.
"Wie ist deine Arbeitseinstellung? Womit bist du aufgewachsen?"
"Vieles davon waren einfach die Menschen um mich herum, wie meine Eltern, die mich sehr inspiriert haben, einfach, offen und kreativ zu sein. Beim Malen zum Beispiel. Sie sagen mir, ich soll einfach ausdrucksstark sein, das malen, was ich fühle. Als Kind habe ich viel gemalt. Das ist eines der Hobbys, die ich mir im Alter bewahrt habe."
Mit dem Alter kommt auch die Weisheit und die Vorsicht. Denn klar Henry wächst im Rampenlicht auf. Er weiß um die Fotografen, die jede Situation, jeden Moment seines Lebens in die Öffentlichkeit ziehen. Mama Heidi Klum weiß, wie ein Profi damit umzugehen, inszeniert sich nicht selten selbst für die Paparazzi. Für Henry ist klar, wo die Grenze liegt.
"Private Dinge wie Familienangelegenheiten. Es ist ein schmaler Grat zwischen dem, was öffentlich, was privat ist."
"Ist das etwas, wozu du von deinen Eltern, deiner Mutter Ratschläge bekommst?"
"Ja, sie geben mir Ratschläge zu meiner Haltung und einfach, wer ich sein kann. Sie sagen mir, Ich kann jeder sein. Alles ist möglich. Die einzige Grenze bist du. Es geht einfach darum, glücklich zu sein."
Es sind wohl doch unsere Eltern und Werte, die uns prägen, auch Henry. Samuel. Am Ende entscheidet aber er allein, wer sie nutzt. Und so bleibt für ihn auch der Bezug zu Deutschland immer da.
"Ich hoffe, mehr nach Deutschland zu kommen. Ich mag Deutschland wirklich sehr, Also hoffe ich, dass ich hier wieder mehr Jobs haben werde."
"Haben Sie ein paar deutsche Wörter für mich?"
"Fast gar nicht. Mein Deutsch ist nicht gut."
Aber der Anfang ist doch da. Und üben können wir ja noch. Vielleicht ja, wenn Henry für sein nächstes Projekt in Deutschland ist. Wahrscheinlich ohne Mama Heidi. Denn Henry Samuel ist offensichtlich fest entschlossen. Ich mach's auf meine Weise.
