Für Ruth Moschner sind solche Nachrichten – zum Beipsiel, wenn sie in ihr Smartphone guckt – fast schon normal, traurig normal.
„Also ich bekomme Morddrohungen, ich bekomme Vergewaltigungsfantasien, ich bekomme Sexualisierung, ich bekomme so viel Hassnachrichten."
Aktuell geht es zum Beispiel um diese Nachricht: „Na, du geile Maus. Ich will dich f***en!"
Sie veröffentlicht die Nachricht auf ihrem Instagram-Account und auch wie sie per Anwalt reagiert. Aktuell kann sich Ruth Moschner freuen.
„Ich freue mich ehrlich gesagt immer, wenn ich von der Anwaltskanzlei Nachricht bekommen habe, dass erstens der Absender gefunden wurde und dass die Unterlassungsklage zugestellt werden konnte. Und jetzt können die nächsten Schritte eingeleitet werden. Ich veröffentliche natürlich nicht alles, aber der eine oder andere musste schon ordentlich löhnen."
Aber darum geht es nicht. Das Geld geht ohnehin an HateAid, die Organisation mit der die Moderatorin eng zusammenarbeitet. Es geht um etwas anderes: Dass ihr Postfach ungefragt pervers geflutet werden darf, muss aufhören.
„Das Problem ist, das ist jetzt auch schon besser geworden, dass man nicht an die Daten kommt, dass Meta die Situation dann wieder anders einschätzt. Wenn man es nur auf Instagram, das ist so mein Hauptkanal meldet, sagt ja die KI von Instagram auch oft: ,Joa, ist nicht so schlimm'. Also man muss ja auch sagen, so die Penisse, die in meinem Postfach landen, erkennt die KI von Instagram nicht als Penis an!"
Ein milliardenschwerer Konzern wie Meta, der auch für Instagram verantwortlich ist, muss endlich Verantwortung übernehmen – eine Kernforderung von Moschner seit Jahren. Und nicht die Aufgabe von ihr oder der Anwaltskanzlei, wie jetzt aktuell geschehen …
„Bei dem Typ war es relativ einfach. Das war ja ein Klarname mit Foto und der war's. Ich habe den gegoogelt. Das ist tatsächlich auch eine kleine regionale Größe im Karnevalsbereich, 40 Jahre alt der junge Mann und wohnt offensichtlich noch bei Mutti. Und das hatte mir mein Anwalt eben gesagt."
Ja, ein Teilsieg. Und ja, sie kann zum Glück auch etwas darüber lachen. Das heißt aber nicht, dass Ruth Moschner sich nicht auch in Zukunft wehren wird. Richtig so!