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Ekliger Vorfall im Backstage-Bereich: „Er hat mir in den Hintern gekniffen!“ – Isi Glück packt über Grapsch-Vorfall aus
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Ballermann-Star Isi Glück ist stinksauer! Beim Oktoberfest in Halle soll ihr ein Musikkollege vor ihrem Auftritt absichtlich an den Hintern gefasst haben. Die Sängerin wehrt sich sofort – doch statt Unterstützung erntet sie zunächst verständnislose Blicke und später sogar Kommentare, die ihr wegen ihres kurzen Dirndls eine Mitschuld geben. Im RTL-Interview spricht die DSDS-Jurorin über den Grapsch-Vorfall und findet deutliche Worte gegen sexuelle Belästigung. Wie sie reagiert und was sie anderen Betroffenen rät, seht ihr im Video.
„Und dann ist er einfach volle Kanne – und das war auch kein Versehen – hat er mir wirklich in den Hintern gekniffen. Ich hatte ein Dirndl an, und das war so voller Absicht.“
Wut. Ekel. Fassungslosigkeit. Ein kurzer Moment, der in Isi Glück viel auslöst. Ein Vorfall, den vermutlich viele Frauen und Männer kennen. Für Isi Glück ein No-Go. Und die Frage: Warum wird so etwas immer noch als Kleinigkeit abgetan?
Lachen, gute Laune – so kennen wir Sängerin Isi Glück. Als wir sie diese Woche in Köln treffen, sind wir schon drauf und dran ... Eigentlich drehen sich hier bei RTL gerade die Castings für die neue Staffel DSDS, wo sie erneut in der Jury sitzt. Doch in ihr brodelt etwas.
„Ich habe den weggeschubst und habe gesagt: Hier, raus aus meinem Backstage! Und die erste Reaktion, die von allen Menschen kam, war, mich anzugucken. Nach dem Motto: Was stimmt denn mit ihr jetzt nicht? Was ist? Warum flippt die denn jetzt so aus?“
Der Vorfall ereignet sich auf dem Oktoberfest in Halle Ende September. Sie soll vor ihrem Auftritt von einem Musikkollegen begrapscht worden sein. Sie macht den Vorfall öffentlich. Denn die Sängerin weiß: Hier geht es um mehr als nur diesen einen Moment.
Seit 2017 ist Isi Glück die Queen an der Playa de Palma. Ihre Hits: Ohrwürmer. Mitten im Partyvolk ist Isi in ihrem Glück. Der Ballermann, der Megapark – ihr Safe Space.
„Ich sage dir ehrlich: Wenn ich auf Mallorca mich bewege, die 20-Jährigen, die können noch so viel trinken, mich persönlich hat da noch niemand sexuell belästigt oder unangemessen berührt.“
Dass die 35-Jährige heute so selbstbewusst auftritt, kommt nicht von ungefähr. Ihre Geschichte beginnt in Elmshorn, Schleswig-Holstein. Schon als Kind will Isabel Glück, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, auf die Bühne. Das verrät uns ihre Mama Britta Anfang des Jahres. „Isabel war schon immer eine kleine Rampensau. Heute ist sie eine Rampensau, aber die hat schon gerne bei den Cheerleadern oder egal wo, war eigentlich auch immer gerne Frontgirl. Und die hat das damals schon so perfekt gemacht. Also, dass sie jetzt da ist, wo sie jetzt ist, das wundert mich nicht.“
Doch neben dem Wunsch, im Mittelpunkt zu stehen, erlebt sie auch die Schattenseiten. In der Schule wird sie wegen ihrer angeblich zu kleinen Oberweite gemobbt. Ausgerechnet das Mädchen, das so gern auf der Bühne steht, fühlt sich plötzlich als Außenseiterin.
„Ich glaube, dass die Lebenserfahrung einem irgendwann zeigt: Du kannst und du musst selbstbewusst sein. Und du musst so was ansprechen.“
Heute steht die Blondine zu sich und ihrem Body. 2012 wird sie Miss Germany, 2025 zieht sie sich für den Playboy aus. Sie fühlt sich wohl in ihrem Körper, zieht sich gerne sexy an. Doch das ist für viele ein Trigger. Zu billig, zu aufreizend, zu viel Haut, heißt es.
Dabei macht sie klar: Nicht die Kleidung ist das Problem, sondern das Verhalten desjenigen, der eine Grenze überschreitet. „Ich habe das auch anhand der Kommentare gesehen, dass Leute darunter geschrieben haben, teilweise: Ja, selber schuld. Wenn du dich in so einem Metier bewegst, musst du ja damit rechnen, wenn du ein kurzes Dirndl anhast. Ich denke, das ist alles keine Rechtfertigung für dieses Verhalten.“
Für Isi ist das Täter-Opfer-Umkehr. Dagegen will sie sich wehren. Wie groß das Problem ist, zeigen die Zahlen: Fast 128.000 Fälle sexueller Belästigung erfasst die Polizei allein 2024 in Deutschland. Die Dunkelziffer ist deutlich höher. „Wo ich einfach sage: Steht auf, geht raus, erzählt das, sprecht die Leute an und thematisiert das. Und ignoriert das nicht weg. Weil die erste Reaktion ist vielleicht, so zu denken: Ach ja, war bestimmt nichts.“
In Isi Glücks Fall bleibt der Vorfall nicht ohne Folgen. Nach ihrer Schilderung erstattet der Veranstalter Anzeige. Der Mann erhält Festivalverbot. Doch Veränderung beginnt für sie früher: wenn Grenzen ernst genommen werden.
„Dieses an den Hintern Fassen wird immer noch abgetan als Kleinigkeit. Das ist ja nichts passiert. Du kannst nicht einfach einen Menschen irgendwo anpacken, wo er es nicht möchte, und schon gar nicht ungefragt an den Hintern langen. Ich glaube, das sollte man sich immer mal wieder ins Gedächtnis rufen, dass auch so was schon zu weit geht.“
Selbstbestimmung, Respekt, klare Grenzen. Isi Glück will, dass jeder Mensch selbst entscheiden kann, was er trägt und wo seine Grenzen liegen. Denn egal ob Dirndl, Bühnenoutfit oder Minirock: Kleidung ist niemals eine Einladung, jemanden ungefragt anzufassen.
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