Bei den meisten Baukästen bleibt Ihre Website für immer dort, wo sie gebaut wurde. Tilda gibt Ihnen den fertigen Code zum Mitnehmen – ab 20 Dollar im Monat.
Das ist unter Baukästen die Ausnahme und die stärkste Karte dieses Anbieters. Wer bei Wix oder Jimdo wechseln will, baut alles neu auf. Hier laden Sie die fertigen Seiten herunter und betreiben sie anderswo weiter. Gestalterisch spielt Tilda ohnehin in der oberen Liga: Ein eigener Editor erlaubt freie Platzierung auf einem Raster, ohne dass die Darstellung auf dem Handy zusammenbricht.
Wir haben Tarife, Grenzwerte, Funktionsumfang und Datenschutzangaben ausgewertet. Dieser Testbericht zeigt, welche Stufe wirklich passt, wo Tilda an Grenzen stößt und für wen sich der Baukasten lohnt. Ein Hinweis vorab: Tilda führt keine Europreise, sondern rechnet in US-Dollar ab.
Was ist Tilda und für wen ist es geeignet?
Tilda ist ein Website-Baukasten, der zwei Arbeitsweisen verbindet. Einerseits eine große Sammlung fertiger Abschnitte – Kopfbereiche, Textspalten, Galerien, Formulare, Preistabellen –, die Sie nur noch füllen. Andererseits einen eigenen Editor namens Zero Block, mit dem sich Elemente frei auf einem Raster platzieren lassen.
Diese Mischung ist ungewöhnlich: Einsteiger bleiben bei den fertigen Abschnitten, Geübte gehen in den freien Modus. Wer schon einmal über Layouts nachgedacht hat, findet hier mehr Spielraum als bei Jimdo oder Wix. Wer noch nie gestaltet hat, braucht länger.
3,9/5★★★★☆Freie Gestaltung plus fertige Abschnitte, dazu ein Code-Export als Ausweg – begrenzt auf eine Website je Tarif und ohne deutschsprachige Hilfe.- Fotografen, Designer und Kreative mit gestalterischem Anspruch
- Einzelne Werbeseiten und Portfolios mit Wirkung
- Wer sich die spätere Mitnahme offenhalten will
- Alle, die mit englischer Oberfläche zurechtkommen
- Wer mehrere Websites betreibt – die Grenzen greifen früh
- Blogs und Seiten, die über Google gefunden werden sollen
- Shops mit großem Sortiment und Varianten
- Betriebe mit Vorgaben zum Serverstandort
Funktionen und Bedienung
Der Einstieg geht schnell: anmelden, Projekt anlegen, Vorlage wählen. Danach setzen Sie die Seite aus fertigen Abschnitten zusammen. Jeder davon ist ein vollständiges Element, das sich in Farbe, Schrift und Inhalt anpassen lässt und sich automatisch an kleine Bildschirme anpasst. Zusammenklicken statt von null gestalten.
Der eigentliche Unterschied zu anderen Baukästen ist der Zero Block. Dort platzieren Sie Elemente frei auf einem unsichtbaren Raster, legen Abstände und Schriftgrößen selbst fest und können eigene Gestaltungsregeln ergänzen. Anders als bei Baukästen mit völlig freier Fläche zerfällt das Layout auf dem Handy nicht – das Raster fängt es auf. Damit entstehen Ergebnisse, die sonst den Umweg über ein Gestaltungsprogramm und anschließendes Programmieren bedeuten.
Funktional deckt Tilda mehr ab, als der schlanke Auftritt vermuten lässt: ein eigener Verkaufsbereich, ein Formularbaukasten, Bewegungseffekte, eine einfache Kontaktverwaltung und ein Werkzeug für E-Mail-Kampagnen. Für einen Baukasten dieser Preisklasse ist das beachtlich.
Schwächer sieht es bei der Auffindbarkeit aus. Seitentitel, Beschreibungen und die Vorschaubilder für soziale Netzwerke lassen sich setzen – tiefere Auszeichnungen für Suchmaschinen aber nur mit erheblichem Aufwand. Das Blog-Modul funktioniert, bleibt jedoch einfach. Wer regelmäßig Beiträge veröffentlicht und auf Verkehr über Google setzt, ist bei WordPress besser aufgehoben.
Der Code-Export: ein Ausweg, den kaum ein Baukasten bietet
Ab dem Business-Tarif lädt Tilda die fertigen Seiten als Code herunter. Damit lösen Sie Ihr Projekt von der Plattform und betreiben es bei einem eigenen Hoster weiter. Unter Baukästen ist das selten – Wix, Jimdo und Squarespace bieten nichts Vergleichbares, dort bedeutet ein Wechsel Neuaufbau. Beachten Sie die Einschränkung: Exportiert werden statische Seiten. Eine Übernahme in ein Redaktionssystem wie WordPress bedeutet trotzdem Nacharbeit, und dynamische Funktionen wie Formulare oder der Verkaufsbereich funktionieren außerhalb nicht mehr ohne Weiteres.
Tilda im Test: Vor- und Nachteile
- Code-Export ab Business: Ein Ausweg aus der Plattformbindung, den kaum ein Baukasten bietet.
- Freie Platzierung mit Netz: Der Zero Block erlaubt eigene Layouts, ohne dass die Handyansicht zerfällt.
- Großer Baustein-Vorrat: Fertige Abschnitte für nahezu jeden Zweck, gestalterisch auf gutem Niveau.
- Mehr als ein Baukasten: Verkaufsbereich, Formulare, Kontaktverwaltung und E-Mail-Werkzeug gehören dazu.
- Gratistarif ohne Zeitlimit: Zum Ausprobieren ohne Zahlungsdaten.
- Fairer Einstiegspreis: Zehn Dollar für den vollen Gestaltungsumfang.
- Nur eine Website bis 20 Dollar: Free und Personal erlauben je ein Projekt.
- Nie unbegrenzt: Auch Business ist bei fünf Websites gedeckelt.
- Schwach bei Suchmaschinen: Tiefere Auszeichnungen fehlen, das Blog-Modul bleibt einfach.
- Nur Englisch: Oberfläche, Hilfe und Support bieten keine deutsche Fassung.
- Serverstandort unklar: Keine verbindliche Angabe für die EU.
- Abrechnung in US-Dollar: Kartenkurs und Auslandsentgelt kommen hinzu.
Was kostet Tilda?
Drei Stufen stehen zur Wahl. Die genannten Beträge gelten bei jährlicher Zahlung; monatlich abgerechnet kommen jeweils fünf Dollar hinzu. Alle Preise in US-Dollar.
| Tarif | Jährlich | Monatlich | Websites | Code-Export |
|---|---|---|---|---|
| Free | 0 $ | 0 $ | 1 | nein |
| Personal | 10 $/M | 15 $/M | 1 | nein |
| Business | 20 $/M | 25 $/M | 5 | ja |
- Kreditkarte: Die üblichen Anbieter werden akzeptiert.
- Jährliche Zahlung: Fünf Dollar günstiger je Monat, im Voraus fällig.
- Währung: Ausschließlich US-Dollar, keine Abrechnung in Euro.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Verschlüsselung in allen Tarifen: Jedes Projekt wird verschlüsselt ausgeliefert, auch im Gratistarif. Für eine eigene Domain wird das Zertifikat automatisch ausgestellt.
- Frühere Stände abrufbar: Tilda legt Fassungen einzelner Seiten an, sodass sich Änderungen zurücknehmen lassen. Ein vollständiges Sichern der gesamten Website gibt es nur über den Code-Export ab Business.
- Serverstandort ohne verbindliche Angabe: Eine klare Zusage zu einem Standort innerhalb der EU findet sich nicht. Wenn ein Geschäftskunde den Speicherort verlangt, klären Sie das vorab – deutsche Anbieter wie IONOS sind dann die sicherere Wahl.
- Support nur auf Englisch: Über E-Mail und ein Hilfezentrum. Die englischsprachige Dokumentation ist umfangreich, eine deutsche Fassung fehlt praktisch.
- Keine anteilige Erstattung: Wer ein Jahresabo vorzeitig kündigt, bekommt nichts zurück. Nutzen Sie deshalb zuerst den Gratistarif.
Tilda Erfahrungen und Bewertungen
Das Echo ist zweigeteilt, und die Trennlinie verläuft entlang der Vorerfahrung: Gestalterisch Geübte sind angetan, Einsteiger stolpern über dieselben drei Punkte.
- Gelobt wird der freie Editor. Nutzer beschreiben, dass sie damit in Stunden bauen, wofür sie sonst erst entworfen und dann programmiert hätten.
- Kritisiert wird die Auffindbarkeit. Für eine reine Visitenkarte reiche es, für inhaltsgetriebene Projekte nicht. Das deckt sich mit dem Funktionsumfang.
- Kritisiert wird der eingeschränkte Gratistarif. Ohne eigene Domain und mit nur einer Auswahl an Bausteinen sei er eher eine Vorschau als ein nutzbarer Tarif.
- Kritisiert wird die Sprache. Oberfläche und Hilfe sind englisch, einzelne Hilfeartikel gelten als veraltet.
Alternativen zu Tilda
- Wix: Vielseitiger, mit Erweiterungsmarkt, besseren Suchmaschinen-Werkzeugen und Bedienung auf Deutsch – die Wahl, wenn die Seite mehr leisten soll als schön zu sein.
- Squarespace: Ebenfalls stark gestaltet, mit ausgereiftem Blog – dafür teurer und ohne Code-Export.
- Readymag: Noch mehr gestalterische Freiheit und Abrechnung in Euro – dafür mit einer Obergrenze für Besucher.
Fazit: Lohnt sich Tilda?
Tilda löst zwei Probleme, an denen andere Baukästen scheitern. Der Zero Block erlaubt eigene Layouts, ohne dass die Handyansicht zerfällt – das ist der Kompromiss zwischen Baukasten und Gestaltungsprogramm, den viele suchen. Und der Code-Export nimmt die Angst vor der Plattformbindung: Sie können Ihr Projekt mitnehmen, statt bei einem Wechsel alles neu zu bauen.
Drei Dinge sprechen dagegen. Die Zahl der Websites ist eng begrenzt – eine bei Free und Personal, fünf bei Business, nie unbegrenzt. Für Suchmaschinen fehlen die Werkzeuge. Und Oberfläche wie Hilfe gibt es nur auf Englisch.
Unser praktischer Rat: Zählen Sie Ihre Projekte, bevor Sie buchen. Für eine einzelne Werbeseite oder ein Portfolio reicht Personal für zehn Dollar völlig. Sobald ein zweites Projekt dazukommt oder Ihnen die spätere Mitnahme wichtig ist, nehmen Sie gleich Business – ein Zwischenschritt existiert nicht. Und nutzen Sie vorher den Gratistarif, um zu prüfen, ob Ihnen der freie Editor liegt. Eine anteilige Erstattung gibt es später nicht.
Häufig gestellte Fragen zu Tilda
Drei Stufen: Der Gratistarif ist dauerhaft kostenlos, Personal kostet 10 US-Dollar monatlich bei jährlicher Zahlung, Business 20 Dollar. Bei monatlicher Abrechnung kommen jeweils fünf Dollar hinzu, also 15 beziehungsweise 25 Dollar. Abgerechnet wird in US-Dollar, nicht in Euro.
Eine im Gratistarif und eine bei Personal – die Stufe für 10 Dollar hebt die Grenze also nicht auf, sondern schaltet nur Funktionen frei. Erst Business für 20 Dollar erlaubt fünf Websites. Unbegrenzt ist keine Stufe, auch wenn manche Vergleiche das schreiben.
Ja, ab dem Business-Tarif für 20 Dollar gibt es einen Code-Export. Damit lösen Sie Ihr Projekt von der Plattform und betreiben es bei einem eigenen Hoster weiter. Unter Baukästen ist das selten – Wix, Jimdo und Squarespace bieten nichts Vergleichbares.
Exportiert werden statische Seiten. Sie können sie bei jedem Hoster betreiben, aber eine Übernahme in ein Redaktionssystem wie WordPress bedeutet Nacharbeit. Dynamische Funktionen wie Formulare, Kontaktverwaltung oder der Verkaufsbereich laufen außerhalb nicht ohne Weiteres weiter.
Tildas eigener Editor für freie Gestaltung. Sie platzieren Elemente auf einem unsichtbaren Raster, legen Abstände und Schriftgrößen selbst fest und können eigene Gestaltungsregeln ergänzen. Anders als bei völlig freien Flächen fängt das Raster die Darstellung auf kleinen Bildschirmen ab.
Eine Website mit einer Auswahl an Grundbausteinen, veröffentlicht unter einer Tilda-Adresse. Eine eigene Domain und der volle Baustein-Vorrat kommen erst mit Personal. Zum Kennenlernen des Editors reicht der Gratistarif – nutzen Sie ihn, bevor Sie zahlen, denn eine anteilige Erstattung gibt es später nicht.
Nein. Ab Personal dürfen Sie eine eigene Domain verbinden, kaufen müssen Sie sie separat bei einem Anbieter Ihrer Wahl. Im Gratistarif läuft die Website unter einer Tilda-Adresse. Eine Domain gehört in keiner Stufe zum Leistungsumfang.
Die Grundlagen sind vorhanden: Seitentitel, Beschreibungen und Vorschaubilder für soziale Netzwerke lassen sich setzen. Tiefere Auszeichnungen sind nur mit erheblichem Aufwand umsetzbar, und das Blog-Modul bleibt einfach. Für inhaltsgetriebene Projekte ist WordPress die passendere Wahl.
Mehr als der schlanke Auftritt vermuten lässt: ein eigener Verkaufsbereich, ein Formularbaukasten, Bewegungseffekte, eine einfache Kontaktverwaltung und ein Werkzeug für E-Mail-Kampagnen. Für einen Baukasten dieser Preisklasse ist das beachtlich – ein Erweiterungsmarkt wie bei Wix fehlt allerdings.
Eine verbindliche Zusage zu einem Standort innerhalb der EU findet sich nicht. Wenn ein Geschäftskunde den Speicherort verlangt oder Sie mit sensiblen Daten arbeiten, klären Sie das vor dem Start – deutsche Anbieter wie IONOS oder STRATO sind dann die sicherere Wahl.
Nein. Oberfläche, Hilfezentrum und Support laufen auf Englisch, eine deutsche Fassung fehlt praktisch. Die englischsprachige Dokumentation ist umfangreich, einzelne Artikel gelten allerdings als veraltet. Wer Hilfe in der eigenen Sprache braucht, ist bei Jimdo oder IONOS besser aufgehoben.
Für Kreative und Selbständige, die eine einzelne Seite mit eigener Handschrift bauen wollen und mit englischer Oberfläche zurechtkommen – besonders, wenn ihnen die spätere Mitnahme wichtig ist. Wer mehrere Projekte betreibt, über Google gefunden werden muss oder Hilfe auf Deutsch braucht, fährt mit Wix oder Squarespace besser.
