Was Sie hier im ersten Monat zahlen, zahlen Sie auch im dreißigsten. Einen Preissprung nach dem ersten Jahr gibt es nicht – dafür aber auch keine Rabatte.
In einer Branche, in der sich Einstiegspreise regelmäßig vervierfachen, ist das ungewöhnlich. Es hängt damit zusammen, dass Sie hier kein Paket kaufen, sondern einen Server: Sie wählen den Cloud-Anbieter, den Standort und die Größe selbst und können jederzeit abschalten. Ob diese Art zu arbeiten zu Ihnen passt, finden Sie risikolos heraus – drei Tage kostenlos, ohne Kreditkarte.
Wir haben Preise, Cloud-Anbieter, Leistungsumfang und Datenschutzangaben ausgewertet. Dieser Testbericht zeigt, wie die Abrechnung funktioniert, was fehlt und für wen sich die Plattform lohnt. Ein Hinweis vorab: Abgerechnet wird in US-Dollar.
Was ist Cloudways und für wen ist es geeignet?
Cloudways ist kein gewöhnlicher Hoster mit festen Paketen, sondern eine Verwaltungsschicht über fremder Infrastruktur. Sie entscheiden, bei welchem der fünf angebotenen Cloud-Anbieter Ihr Server läuft – DigitalOcean, Vultr, Linode, AWS oder Google – und wie groß er sein soll. Die Einrichtung, Pflege und Absicherung übernimmt Cloudways.
Die Zielgruppe sind Entwickler, Agenturen und wachsende Unternehmen, denen geteiltes Hosting zu eng geworden ist, die aber keinen eigenen Serveradministrator beschäftigen wollen. Wer eine erste Visitenkartenseite plant, ist hier überfordert und mit einem Baukasten oder IONOS schneller am Ziel.
3,9/5★★★★☆Freie Wahl zwischen fünf Cloud-Anbietern, Test ohne Kreditkarte und keine Vertragsbindung – dafür ohne Postfächer und mit technischer Hürde.- Agenturen mit mehreren Projekten auf einem Server
- Wer den Cloud-Anbieter selbst wählen möchte
- Projekte mit schwankenden Besucherzahlen
- Alle, die ohne Vertragsbindung arbeiten wollen
- Einsteiger ohne technischen Hintergrund
- Wer Postfächer im selben Paket erwartet
- Einzelne kleine Seiten mit knappem Budget
- Alle, die Hilfe auf Deutsch brauchen
Leistung und Verwaltung
Der Einstieg verläuft anders als gewohnt: Erst wählen Sie die Anwendung – WordPress, WooCommerce, Laravel, Magento oder eine eigene PHP-Anwendung –, dann den Cloud-Anbieter, dann Standort und Servergröße. Wenige Minuten später läuft der Server, die Anwendung ist installiert. Eine klassische Verwaltungsoberfläche gibt es nicht; stattdessen ein eigenes Werkzeug, das übersichtlich aufgebaut ist, aber Einarbeitung verlangt.
Die Standortauswahl ist der praktische Vorteil. Allein bei einem der Anbieter stehen 30 Standorte zur Wahl, bei einem weiteren neun. Für deutsche Besucher wählen Sie einen europäischen – das verkürzt die Wege spürbar und hilft zugleich beim Datenschutz.
Eine deutliche Lücke: Postfächer gibt es nicht. Wer eine berufliche E-Mail-Adresse unter eigenem Namen braucht, muss sie separat buchen und zwei Systeme parallel verwalten. Bei Gandi gehören Postfächer zum Domainpreis, bei deutschen Hostern meist zum Paket. Rechnen Sie diesen Posten mit ein, sonst fällt der Vergleich zu günstig aus.
Zwei Wege, dasselbe Ziel
Die Plattform bietet zwei Linien an. Bei der flexiblen stellen Sie den Server selbst zusammen und zahlen nach Größe – das ist der günstigere Weg, verlangt aber, dass Sie einschätzen können, wie viel Rechenleistung Sie brauchen. Die selbststeuernde Linie ist auf WordPress zugeschnitten und passt die Ressourcen bei Lastspitzen automatisch an; sie kostet mehr, nimmt Ihnen aber die Entscheidung ab. Für einen Shop mit unregelmäßigem Andrang ist das der ruhigere Weg.
Cloudways im Test: Vor- und Nachteile
- Drei Tage ohne Kreditkarte: Ausprobieren ohne jedes Risiko.
- Fünf Cloud-Anbieter zur Wahl: Sie sind nicht an einen gebunden.
- Keine Vertragsbindung: Server abschalten, wenn nicht mehr gebraucht.
- Gleichbleibender Preis: Kein Sprung nach zwölf Monaten.
- Mehrere Anwendungen je Server: Senkt den Preis je Projekt.
- Viele Standorte: Bei einem Anbieter allein 30 zur Wahl.
- Keine Postfächer: E-Mail müssen Sie separat buchen.
- Technische Hürde: Sie müssen Servergrößen einschätzen können.
- Kein günstiger Einstieg: Ab 11 Dollar, ohne Aktionsrabatt.
- Nur Englisch: Keine deutschsprachige Betreuung.
- Kein Telefon: Hilfe über Chat und Anfragen.
- Abrechnung in US-Dollar: Kartenkurs und Auslandsentgelt kommen hinzu.
Was kostet Cloudways?
Der Preis hängt von Cloud-Anbieter und Servergröße ab, nicht von einem festen Paket. Alle Beträge in US-Dollar, ohne Mindestlaufzeit.
| Linie | Je Monat | Laufzeit | Ressourcen | Für wen |
|---|---|---|---|---|
| Flexibel, klein | 11 $ | keine Bindung | selbst gewählt | Einstieg, einzelne Projekte |
| Selbststeuernd, klein | 35 $ | keine Bindung | automatisch | WordPress ohne Verwaltungsaufwand |
| Flexibel, mittel | 88 $ | keine Bindung | selbst gewählt | Agenturen |
| Selbststeuernd, mittel | 240 $ | keine Bindung | automatisch | Shops mit Lastspitzen |
- Kreditkarte und PayPal: Beides wird akzeptiert.
- Keine Einrichtungsgebühr: Und keine Mindestlaufzeit.
- Datenvolumen: Über dem enthaltenen Umfang können Zusatzkosten anfallen.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Europäische Standorte wählbar: Nutzen Sie das, wenn Ihre Besucher aus Deutschland kommen. Das Unternehmen gehört zu einem amerikanischen Konzern – für die Verarbeitung personenbezogener Daten brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
- Verschlüsselungszertifikate: Werden mit wenigen Klicks eingerichtet und automatisch erneuert.
- Sicherungskopien: Prüfen Sie im Konto, wie weit sie zurückreichen, und stocken Sie bei Bedarf auf. Für wichtige Projekte empfiehlt sich zusätzlich eine eigene Sicherung außerhalb der Plattform.
- Testumgebung: Sie können eine Kopie Ihrer Seite anlegen, dort Aktualisierungen prüfen und erst danach live schalten – der wirksamste Schutz vor einer kaputten Seite.
- Betreuung rund um die Uhr, nur englisch: Über Chat und Anfragen im System, kein Telefon. Wer auf Deutsch sprechen will, ist bei ALL-INKL.COM besser aufgehoben.
Cloudways Erfahrungen und Bewertungen
Die Rückmeldungen trennen sich klar nach Vorkenntnissen. Vier Punkte wiederholen sich.
- Gelobt wird die Wahlfreiheit. Nicht an einen Cloud-Anbieter gebunden zu sein und den Server jederzeit anpassen zu können, gilt als Hauptgrund für die Plattform.
- Gelobt wird die Testumgebung. Agenturen beschreiben sie als das Werkzeug, das sie bei Kundenprojekten am häufigsten nutzen.
- Kritisiert wird das fehlende Postfach. Vielen wird erst nach dem Buchen klar, dass sie E-Mail separat lösen müssen – das erhöht Aufwand und Kosten.
- Kritisiert wird die Einarbeitung. Ohne Servererfahrung dauert der Start länger als erwartet; wer die Hürde nimmt, ist anschließend meist zufrieden.
Alternativen zu Cloudways
- Hostinger: Günstiger, einfacher zu bedienen und mit Postfächern im Paket – die bessere Wahl ohne Servererfahrung.
- WP Engine: Ebenfalls betreutes WordPress, dafür mit geprüften Sicherheitsstandards – und ebenfalls ohne Postfächer.
- ALL-INKL.COM: Deutscher Anbieter mit Betreuung in der Landessprache, Postfächern und Abrechnung in Euro.
Fazit: Lohnt sich Cloudways?
Für Agenturen und technisch versierte Nutzer ist das ein überzeugendes Angebot. Sie wählen den Cloud-Anbieter selbst, passen den Server jederzeit an und binden sich an nichts. Der Preis bleibt, wo er ist – kein Lockangebot, das sich nach zwölf Monaten vervierfacht. Und dass Sie drei Tage ohne Kreditkarte testen können, nimmt dem Ausprobieren jedes Risiko.
Drei Dinge sprechen dagegen. Postfächer gibt es nicht, Sie brauchen also einen zweiten Anbieter für E-Mail. Die Plattform setzt voraus, dass Sie Servergrößen einschätzen können. Und für eine einzelne kleine Seite ist der Einstieg bei 11 Dollar teurer als bei klassischen Hostern.
Unser praktischer Rat: Nutzen Sie die drei Tage wirklich aus. Legen Sie einen Server in Europa an, übertragen Sie eine Kopie Ihrer Seite und messen Sie die Ladezeit gegen Ihren jetzigen Anbieter. Wenn Sie nach drei Tagen noch suchen, wo die Einstellungen liegen, ist das die Antwort auf die Frage, ob die Plattform zu Ihnen passt.
Häufig gestellte Fragen zu Cloudways
Ja, drei Tage lang – und ohne Kreditkartendaten zu hinterlegen. In dieser Preisklasse ist das die Ausnahme. Nutzen Sie die Zeit, um einen Server anzulegen, eine Kopie Ihrer Seite zu übertragen und zu prüfen, ob Sie mit der Oberfläche zurechtkommen.
Der günstigste Server beginnt bei 11 US-Dollar im Monat. Die selbststeuernde Linie startet bei 35 Dollar, ein mittlerer Server liegt bei 88, die selbststeuernde Mittelstufe bei 240 Dollar. Der Preis hängt von Cloud-Anbieter und Servergröße ab, nicht von einem festen Paket.
Fünf: DigitalOcean, Vultr, Linode, AWS und Google. Sie entscheiden bei der Einrichtung, wo Ihr Server laufen soll, und sind nicht an einen gebunden. Allein bei einem der Anbieter stehen 30 Standorte zur Wahl – wählen Sie einen europäischen, wenn Ihre Besucher aus Deutschland kommen.
Nein, und das ist ein echter Vorteil. Sie können den Server abschalten, wenn Sie ihn nicht mehr brauchen. Die Kehrseite: Es gibt auch keine Rabatte für lange Laufzeiten. Was Sie im ersten Monat zahlen, zahlen Sie im dreißigsten – dafür entfällt der übliche Preissprung nach dem ersten Jahr.
Nein. Die Plattform betreibt Anwendungen, keine Postfächer. Eine berufliche Adresse unter eigenem Namen müssen Sie separat buchen und dann zwei Systeme parallel verwalten. Rechnen Sie diesen Posten in den Preisvergleich ein, sonst schneidet die Plattform zu günstig ab.
Bei der flexiblen Linie stellen Sie den Server selbst zusammen und zahlen nach Größe – günstiger, verlangt aber Einschätzungsvermögen. Die selbststeuernde Linie ist auf WordPress zugeschnitten und passt die Ressourcen bei Lastspitzen automatisch an. Für Shops mit unregelmäßigem Andrang ist das der ruhigere Weg.
Ja, auf einem Server lassen sich mehrere Anwendungen betreiben. Für Agenturen mit mehreren Kundenprojekten senkt das den Preis je Projekt erheblich – statt für jede Seite ein eigenes Paket zu buchen, teilen sich die Projekte einen Server, den Sie bei Bedarf vergrößern.
WordPress, WooCommerce, Laravel, Magento und eigene PHP-Anwendungen. Die gewünschte Anwendung wählen Sie schon bei der Einrichtung, sie ist dann wenige Minuten später installiert. Für WordPress gibt es zusätzlich die selbststeuernde Linie mit automatischer Anpassung.
Eingeschränkt. Sie müssen einschätzen können, wie viel Rechenleistung Ihr Projekt braucht, und sich in eine ungewohnte Oberfläche einarbeiten. Genau dafür sind die drei Gratistage da: Wenn Sie danach noch suchen, wo die Einstellungen liegen, ist ein einfacherer Anbieter die bessere Wahl.
Europäische Standorte sind wählbar – nutzen Sie das, wenn Ihre Besucher aus Deutschland kommen. Das Unternehmen gehört allerdings zu einem amerikanischen Konzern; für die Verarbeitung personenbezogener Daten brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Bei einem deutschen Anbieter entfällt dieser Schritt.
Nein, die Hilfe läuft ausschließlich auf Englisch, dafür rund um die Uhr über Chat und Anfragen im System. Eine Telefonnummer gibt es nicht. Wer ein Serverproblem lieber auf Deutsch schildert, sollte einen deutschen Anbieter wählen.
Für Agenturen und Entwickler, die mehrere Projekte auf einem Server bündeln, den Cloud-Anbieter selbst wählen und ohne Vertragsbindung arbeiten wollen. Wer Postfächer im Paket erwartet, Hilfe auf Deutsch braucht oder eine einzelne kleine Seite betreibt, ist woanders besser aufgehoben.
