Ein Postfach unter eigenem Namen kostet bei den meisten Anbietern extra, ein Verschlüsselungszertifikat ebenso, der Schutz Ihrer Daten im öffentlichen Verzeichnis noch einmal. Bei Gandi gehört alles drei zur Domain.
Zusammengerechnet sind das bei anderen Anbietern schnell 30 bis 50 Euro im Jahr, die hier entfallen. Einen Haken hat die Rechnung trotzdem, und er steht in der zweiten Spalte der Preisliste: Die Verlängerung einer .com-Adresse kostet dort 31,98 Euro – fast das Dreifache der Registrierung. Ob sich Gandi für Sie lohnt, entscheidet sich daran, wie Sie diese beiden Posten gegeneinander stellen.
Wir haben Preise, Verlängerungskonditionen, Leistungsumfang und Datenschutzangaben ausgewertet. Dieser Testbericht zeigt, was wirklich enthalten ist, wo die Rechnung kippt und für wen sich Gandi lohnt. Ein Hinweis vorab: Die Beträge verstehen sich ohne Mehrwertsteuer.
Was ist Gandi und für wen ist es geeignet?
Gandi ist ein Domain-Anbieter aus Paris, seit 1999 am Markt und lange bekannt für einen Grundsatz: keine versteckten Gebühren, keine aufdringlichen Zusatzangebote. Neben Adressen gibt es Postfächer und einfache Hosting-Pakete, das Kerngeschäft bleibt aber die Registrierung und Verwaltung von Domains.
Die Zielgruppe ist technisch versiert: Wer mehrere Adressen verwaltet, eine belastbare Namensauflösung braucht oder als Agentur arbeitet, ist hier richtig. Wer eine einzelne Adresse für die erste Seite sucht und möglichst wenig Aufwand will, findet anderswo eine eingängigere Oberfläche – etwa bei United Domains.
3,6/5★★★★☆Ungewöhnlich viel im Preis enthalten – Datenschutz, Postfächer, Verschlüsselung –, aber Verlängerungspreise, die den guten Ruf nicht mehr einlösen.- Wer Postfächer und Datenschutz nicht einzeln kaufen will
- Technisch Versierte mit mehreren Adressen, etwa für mehrere Website-Projekte
- Agenturen – ab bestimmten Jahresumsätzen sinken die Preise
- Wer viele verschiedene Endungen an einer Stelle braucht
- Wer eine Adresse langfristig günstig halten will
- Einsteiger ohne technisches Vorwissen, die lieber einen Komplettanbieter wollen
- Wer im Störungsfall jemanden anrufen möchte
- Alle, die Brutto-Preise erwarten
Verwaltung und Funktionen
Der Einstieg ist unkompliziert: Konto anlegen, Adresse suchen, kaufen. Keine blinkenden Zusatzangebote, keine fünf Zwischenschritte. Löblich: Die Suche zeigt Registrierung, Verlängerung und Umzug nebeneinander – Sie sehen die Folgekosten also, bevor Sie zugreifen. Genau deshalb sollten Sie hinschauen.
Die Verwaltung der Namensauflösung ist vollständig und sauber: alle gängigen Eintragstypen, eine zusätzliche Absicherung gegen gefälschte Antworten per Klick, Wechsel zu externen Servern ohne Umwege. Der Freigabeschlüssel für einen Umzug ist jederzeit abrufbar – was selbstverständlich klingt, aber bei manchen Anbietern eine Anfrage erfordert.
Was Gandi von fast allen Wettbewerbern unterscheidet, ist der Umfang des Enthaltenen. Postfächer gehören zu jeder bezahlten Adresse – wer nur eine berufliche E-Mail-Adresse unter eigenem Namen braucht, muss dafür nirgendwo extra zahlen. Dazu kommen unbegrenzte Aliasse und Weiterleitungen, kostenlose Verschlüsselungszertifikate und der Datenschutz im öffentlichen Verzeichnis. Bei anderen Anbietern sind das drei separate Posten auf der Rechnung.
Mengenrabatt über den Jahresumsatz
Eine Besonderheit, die kaum ein Vergleich erwähnt: Gandi arbeitet mit Preisstufen nach Jahresumsatz. Wer im Kalenderjahr für mindestens 500 Euro einkauft, wechselt in eine günstigere Stufe, ab 1.500 Euro in die nächste. Für eine einzelne Adresse spielt das keine Rolle. Für eine Agentur, die dreißig Kundendomains verwaltet, verändert es die Rechnung erheblich – und macht Gandi in diesem Fall wieder konkurrenzfähig.
Gandi im Test: Vor- und Nachteile
- Postfächer inklusive: Zu jeder bezahlten Adresse, ohne Zusatzkosten.
- Datenschutz ohne Aufpreis: Ihre Daten bleiben aus dem öffentlichen Verzeichnis heraus.
- Verschlüsselung gratis: Zertifikate gehören zum Umfang, nicht zu den Zusatzangeboten.
- Alle drei Preise sichtbar: Registrierung, Verlängerung und Umzug stehen nebeneinander.
- Preisstufen ab 500 Euro Jahresumsatz: Für Agenturen ein spürbarer Unterschied.
- Über 750 Endungen: Auch .de, .fr und .eu an einer Stelle.
- Verlängerung deutlich teurer: Bei .com weist die Liste fast das Dreifache aus.
- Nettopreise: Die Mehrwertsteuer kommt obendrauf.
- Kein Telefon, kein Chat: Hilfe gibt es nur über Anfragen im System.
- Oberfläche nicht durchgehend deutsch: Teile bleiben englisch oder französisch.
- Einstieg selten der günstigste: Im ersten Jahr sind andere billiger.
- Hosting nicht die Stärke: Dafür gibt es spezialisierte Anbieter.
Was kostet Gandi?
Abgerechnet wird je Adresse und Jahr, ohne Pakete. Die Beträge verstehen sich ohne Mehrwertsteuer. Entscheidend ist nicht der erste Betrag, sondern der zweite.
| Endung | Registrierung | Verlängerung | Umzug | Preis stabil? |
|---|---|---|---|---|
| .com | 11,00 € | 31,98 € | 11,00 € | nein |
| .net | 11,99 € (Aktion) | 40,00 € | 14,22 € | nein |
| .xyz | 1,99 € (Aktion) | regulär 16,02 € | – | nein |
| .fr | 6,00 € | im Bestellvorgang prüfen | – | |
- Kreditkarte und PayPal: Beides wird akzeptiert.
- Guthaben: Lässt sich aufladen und später verwenden.
- Überweisung: Für größere Beträge und Wiederverkäufer.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Datenschutz ohne Aufpreis: Bei allen unterstützten Endungen bleiben Ihre Daten aus dem öffentlichen Verzeichnis heraus – ohne Zusatzhaken im Bestellvorgang. Für .de gelten die gesonderten Vorgaben der deutschen Vergabestelle.
- Absicherung der Namensauflösung: Für unterstützte Endungen per Klick zu aktivieren. Das schützt davor, dass Besucher auf eine gefälschte Seite geleitet werden – bei günstigen Anbietern oft nicht enthalten.
- Anmeldung mit zwei Faktoren: Im Konto einschaltbar. Wer mehrere Adressen verwaltet, sollte das zwingend nutzen.
- Freigabeschlüssel jederzeit abrufbar: Umzüge werden per E-Mail bestätigt, eine Sperre schützt vor ungewolltem Abzug.
- Hilfe nur über Anfragen: Kein Telefon, kein Chat. Die Dokumentation ist umfangreich, aber wenn Sie kurz vor einem Termin in eine Fehlermeldung laufen, warten Sie. Das ist die größte betriebliche Schwäche.
Gandi Erfahrungen und Bewertungen
Gandi hat eine treue, aber kritische Nutzerschaft. Drei Punkte wiederholen sich in Rückmeldungen – und sie decken sich mit dem, was die Preisliste zeigt.
- Gelobt wird der Leistungsumfang. Dass Postfächer, Datenschutz und Zertifikate dazugehören statt einzeln zu kosten, wird als der eigentliche Grund für Gandi beschrieben.
- Kritisiert werden die Verlängerungen. Der Ruf als fairer Anbieter stammt aus früheren Jahren; wer die Preisliste heute liest, findet ein anderes Bild.
- Kritisiert wird die Erreichbarkeit. Ohne Telefon und ohne Chat dauert es, bis jemand antwortet – im Störungsfall ein echtes Ärgernis.
- Genannt wird der Einstiegspreis. Für eine einzelne Adresse sind Wettbewerber im ersten Jahr meist günstiger – das ist der häufigste Wechselgrund.
Alternativen zu Gandi
- Hover: Bei .com und .net bleibt der Preis bei Registrierung und Verlängerung gleich – die bessere Wahl, wenn Sie eine Adresse lange halten wollen.
- United Domains: Deutschsprachig, mit Bruttopreisen und Hilfe in der eigenen Sprache – passend für den heimischen Markt.
- IONOS: Adresse und Webspace aus einer Hand, deutscher Serverstandort und Telefonhilfe.
Fazit: Lohnt sich Gandi?
Gandi liefert im Preis mit, was andere einzeln berechnen: Postfächer zu jeder Adresse, Datenschutz im öffentlichen Verzeichnis, Verschlüsselungszertifikate, unbegrenzte Weiterleitungen. Wer das zusammenrechnet, kommt bei anderen Anbietern schnell auf 30 bis 50 Euro im Jahr zusätzlich. Dazu eine saubere Verwaltung und über 750 Endungen an einer Stelle.
Der Ruf als besonders fairer Anbieter trägt allerdings nicht mehr überall. Die Preisliste weist für .com eine Verlängerung von 31,98 Euro aus, bei .net sogar 40,00 – deutlich mehr als bei der Registrierung. Dazu kommen die Mehrwertsteuer und das Fehlen einer telefonischen Erreichbarkeit.
Unser praktischer Rat: Sehen Sie sich im Bestellvorgang beide Spalten an, bevor Sie zugreifen. Rechnen Sie dann gegen, was Sie an Postfächern und Zertifikaten sparen – bei mehreren Adressen geht die Rechnung oft auf, bei einer einzelnen selten. Und wenn Sie über 500 Euro im Jahr kommen, fragen Sie nach der günstigeren Preisstufe; das ist der Punkt, an dem Gandi wieder konkurrenzfähig wird.
Häufig gestellte Fragen zu Gandi
Eine .com-Adresse kostet 11,00 Euro bei der Registrierung, .fr liegt bei 6,00 Euro. Für .net und .xyz gibt es Aktionspreise von 11,99 beziehungsweise 1,99 Euro. Alle Beträge verstehen sich ohne Mehrwertsteuer – für Deutschland kommen 19 Prozent hinzu, aus 11,00 Euro werden damit 13,09.
Deutlich höher als der Einstieg: Die Preisliste weist für .com 31,98 Euro aus, für .net sogar 40,00 Euro. Der Ruf als Anbieter mit stabilen Preisen stammt aus früheren Jahren und trägt heute nicht mehr überall. Prüfen Sie die Verlängerungsspalte im Bestellvorgang, bevor Sie sich festlegen.
Ohne. Gandi weist Nettopreise aus, die Steuer kommt je nach Land hinzu. Für Deutschland bedeutet das 19 Prozent zusätzlich. Rechnen Sie das ein, wenn Sie mit Anbietern vergleichen, die Bruttopreise nennen – sonst fällt der Vergleich zugunsten von Gandi aus, obwohl er es nicht sollte.
Mehr als bei fast allen Wettbewerbern: Postfächer zu jeder bezahlten Adresse, unbegrenzte Aliasse und Weiterleitungen, Verschlüsselungszertifikate und der Datenschutz im öffentlichen Verzeichnis. Bei anderen Anbietern sind das drei bis vier separate Posten, die zusammen 30 bis 50 Euro im Jahr ausmachen können.
Ja, über Preisstufen nach Jahresumsatz. Wer im Kalenderjahr für mindestens 500 Euro einkauft, wechselt in eine günstigere Stufe, ab 1.500 Euro in die nächste. Für eine einzelne Adresse spielt das keine Rolle; für Agenturen mit vielen Kundendomains verändert es die Rechnung erheblich.
Ja, bei allen unterstützten Endungen und ohne Zusatzhaken im Bestellvorgang. Ihre persönlichen Daten bleiben aus dem öffentlichen Verzeichnis heraus. Für .de-Adressen gelten allerdings die gesonderten Vorgaben der deutschen Vergabestelle, die eine vollständige Verschleierung nicht zulassen.
Ja, zu jeder bezahlten Adresse gehören Postfächer ohne Aufpreis, dazu unbegrenzte Aliasse und Weiterleitungen. Wer lediglich eine berufliche Adresse unter eigenem Namen braucht, kommt damit aus und spart sich einen separaten Anbieter – das ist Gandis stärkstes Argument.
Über 750, von .com, .net und .de über Länderendungen wie .fr, .eu und .co.uk bis zu neueren wie .shop, .io oder .xyz. Damit lassen sich auch ungewöhnlichere Adressen an derselben Stelle verwalten, was den Aufwand bei mehreren Projekten senkt.
Sie fordern den Freigabeschlüssel beim bisherigen Anbieter an, lösen dort die Umzugssperre und geben den Schlüssel bei Gandi ein. Der Vorgang dauert üblicherweise fünf bis sieben Tage. Achten Sie darauf, dass die Adresse nicht kurz vor der Verlängerung steht – sonst zahlen Sie doppelt.
Nein. Hilfe gibt es ausschließlich über Anfragen im System, weder per Telefon noch im Chat. Die Dokumentation ist umfangreich, aber wenn Sie kurz vor einem Termin in eine Fehlermeldung laufen, warten Sie auf eine Antwort. Das ist die größte betriebliche Schwäche des Anbieters.
Für eine Website ja. Gandi bietet zwar einfache Hosting-Pakete an, aber keinen Baukasten und keine ausgebaute Umgebung – dafür gibt es spezialisierte Anbieter. Wer nur eine E-Mail-Adresse unter eigenem Namen braucht, kommt dagegen mit den enthaltenen Postfächern aus.
Für alle, die Postfächer, Datenschutz und Zertifikate nicht einzeln kaufen wollen und mehrere Adressen verwalten – ab 500 Euro Jahresumsatz sinken zusätzlich die Preise. Wer eine einzelne Adresse langfristig günstig halten oder im Störungsfall anrufen will, ist bei Hover, United Domains oder IONOS besser aufgehoben.
