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Bollywood

Filme aus Bollywood sind seit Beginn dieses Jahrtausends auch in Europa bekannt. Ihr Markenzeichen sind unter anderem mitreißende Musik und grandiose Tanzszenen.

Bollywood picture alliance / Everett Collection | ©Amazon/Courtesy Everett Collection

Bollywood, das ist Kino voller Herzschmerz, Tanz und Leidenschaft. Mega-Stars, leidenschaftliche Stories, mitreißende Musik, grandiose Tanzszenen und Überlänge gelten als Markenzeichen der Filme „Made in Bollywood“. Längst hat das Bollywood-Fieber auch Europa erreicht. Jahr für Jahr entstehen in Indien rund 200 bis 300 Kinofilme. Damit ist das Land Weltmarktführer in der Filmproduktion. Shah Rukh Khan und Kajol, Deepika Padukone und Priyanka Chopra sind die aktuellen Mega-Stars in Bollywood. In Mumbai, Madras und Kalkutta stehen die Traumfabriken des indischen Subkontinents. Zu den bekanntesten Bollywood-Studios gehören „Film City“ und „Filmalaya“ in Mumbai.

Was ist Bollywood?

Der umgangssprachliche Begriff Bollywood (Hindi: बॉलीवुड) bezeichnet Filme, die hauptsächlich im indischen Mumbai, dem ehemaligen Bombay produziert werden. In den 1970er-Jahren kreierte ein indischer Filmkritiker die Wortschöpfung, indem er das H von Hollywood durch das „Bo“ von Bombay ersetzte. Indische Filme bestechen durch mitreißende Musik und viel Herzschmerz, fantastische Kostüme und prunkvolle Kulissen. Zweieinhalb bis vier Stunden Länge und eine Pause sind typisch für Filme dieses Genres. Bollywood-Filme enthalten die neun traditionellen Bestandteile der indischen Kunst, die Rasas: Liebe, Pathos, Heldentum, Komik, Ekel, Schrecken, Wut, Wundersames und Friedvolles. Noch vor Kinostart erscheinen die Soundtracks auf CDs und in den einschlägigen Kanälen. Zu den erfolgreichsten und schönsten Bollywood-Filmen gehören „Dilwale“, „Om Shanti Om“ und „Wer zuerst kommt, kriegt die Braut“. Damit sich die hohen Produktionskosten amortisieren, sind die Filme meist familientauglich angelegt, sodass sie mehrfach und mit der ganzen Familie angesehen werden können.

Die Erfolgs-Story von Bollywood

Die Geburtsstunde der indischen Filmindustrie lag in den 1930er-Jahren. In den 1960er- und 1970er-Jahren erlebte der Hindi-Film glanzvolle Zeiten. Rund um das Millennium geriet das Hindi-Kino durch das Aufkommen des Satelliten-TVs und Videopiraterie in eine Krise. Die neuen Multiplex-Kinos schließlich sorgten für die Entstehung der verschiedenen Bollywood-Genres. Auch inhaltlich gab es wechselnde Moden. War in den 1970er-Jahren noch viel Action angesagt, dominieren seit 1990 die leidenschaftlichen Liebesfilme. In Indien sieht man den Begriff Bollywood wegen des unerwünschten Vergleichs mit der US-amerikanischen Filmmetropole übrigens eher kritisch.