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Steckbrief: Horst Köhler

Horst Köhler picture alliance / dpa
  • Name:
    Horst Köhler
  • Beruf:
    Ehemaliger Bundespräsident
  • Geboren am:
    22. Februar 1943
  • Geburtsort:
    Skierbieszów (Polen)
  • Sternzeichen:
    Fische
Horst Köhler ist ein deutscher CDU-Politiker. Er war ab 2004 der neunte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland und trat 2010 zurück.

Horst Köhler ist ein deutscher CDU-Politiker, Ökonom und ehemaliger Bundespräsident Deutschlands. Seine zwei Amtszeiten dauerten insgesamt vom 1. Juli 2004 bis zum 31. Mai 2010, Horst Köhler trat an diesem Tag überraschend zurück.

Horst Köhler wurde am 22. Februar 1943 in Skierbieszów, Polen, geboren – damals lag der Ort im Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete und hieß Heidenstein. Er war das siebte von acht Kindern einer bessarabiendeutschen Bauernfamilie. Nach der Flucht vor den sowjetischen Truppen nach Markkleeberg-Zöbigker bei Leipzig und anschließend nach Backnang in Baden-Württemberg zog die Familie 1957 ins schwäbische Ludwigsburg. Hier machte Horst Köhler im Jahr 1963 sein Abitur. Danach folgten 18 Monate Wehrdienst und ein halbes Jahr als Zeitsoldat.

Im Jahr 1965 startete Horst Köhler ein Studium der Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft in Tübingen, das er 1969 als Diplom-Volkswirt abschloss. Im selben Jahr heiratete er die Lehrerin Eva Luise Bohnet. Am Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen war der heutige Politiker im Anschluss bis 1976 wissenschaftlicher Referent. Dort verfasste er seine Dissertation mit dem Titel 'Freisetzung von Arbeit durch technischen Fortschritt'.

Von 1976 bis 1980 arbeitete Horst Köhler in der Grundsatzabteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft. 1981 trat er in die CDU ein und wechselte in die Staatskanzlei Schleswig-Holstein, ein Jahr später übernahm er die Leitung des Finanzministerbüros in Bonn. 1990 ernannte ihn der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel zum Staatssekretär. Nach seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung im Jahr 1993 wurde Horst Köhler Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, danach Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Gerhard Schröder schlug ihn dann im Jahr 2000 als Geschäftsführenden Direktor des Internationalen Währungsfonds vor, dieses Amt bekleidete Horst Köhler bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten im Frühjahr 2004.

Horst Köhlers sofortiger Rücktritt vom Amt des deutschen Bundespräsidenten hing mit seinen Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr im Mai 2010 zusammen. Diese missverständlich formulierten Bemerkungen Köhlers wurden von Politik und Medien stark kritisiert. „Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befürwortete Einsätze der Bundeswehr, die vom Grundgesetz nicht gedeckt wären. Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. Sie lässt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen“, erklärte Horst Köhler den Grund der Amtsaufgabe in seiner Rücktrittsrede. Seine Nachfolge als Bundespräsident Deutschlands trat Christian Wulff an. Horst Köhler ist immer noch politisch aktiv. Er setzt sich beruflich wie privat stark für die Zukunft Afrikas ein.

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