Die letzten Meter im Hindernis. Drama Gesa Krause nimmt die Hürde. Lea Meyer stürzt in den Wassergraben und muss die Konkurrenz ziehen lassen. Krause sprintet zum Sieg vor der Französin Finot und Olivia Gürth, die für die zweite deutsche Medaille sorgt. Während sich die beiden in den Armen liegen, marschiert die frustrierte viertplatzierte Meyer direkt durch in den Interviewbereich und setzt zur Verbalattacke an.
Wie soll's mir gehen? Scheiße! Ich meine, ich sage ganz ehrlich, Ich behaupte trotzdem, ich bin die beste Läuferin Europas mit. Das ist einem ja bewusst. So Gesa wird keinen Meter was machen. Die ist einfach. Die sitzt es aus und rennt hinten raus. Ich finde, ich hätte die Medaille verdient. Nichtsdestotrotz so ein Sturz darf nicht passieren. Das ist dämlich."
Goldmedaillengewinnerin Krause reagiert verständnisvoll auf den Meyer-Frust.
„Ein Sturz ist immer eine super unangenehme Sache. Ich bin letztes Jahr gestürzt und das wünscht man keinem. Also das ist, glaube ich, das Szenario, was niemand gehofft hat und was auch niemand verdient hat."
„Ich sag, heute haben die besten Wettkämpferinnen gewonnen. Nichtsdestotrotz sage ich trotzdem: Ich gehöre an die Spitze Europas."
An der nun andere stehen, weil sie dieses Hindernis erfolgreich nehmen und der Medaillentraum der lange Zeit führenden Meier ins Wasser fällt. Mit etwas Abstand aber rudert sie zurück.
„Gesa ist verdient Europameisterin geworden. Sie hat die beste Taktik gewählt und ihre Stärken ausgespielt. Wer das für sich an Tag X perfektioniert hat, dem gönne ich auch jeden Erfolg."
Ein Erfolg, den sich Krause auf der Zielgeraden ersprintet und im Anschluss mit Mann und Tochter feiert. An einem emotionalen Abend in Birmingham.