Es ist eine Tradition zweier rivalisierender Kirchengemeinden. Beide versuchen mit ihren Raketen die Glocke im Kirchturm der jeweils anderen Gemeinde zu treffen und zum Läuten zu bringen.
Jedes Jahr fliegen etwa 60.000 handgemachte Raketen zwischen den beiden 400 Meter auseinander liegenden Türmen hin und her. Die Menschen, die die Raketen bauen und abfeuern, finanzieren das derzeit aus eigener Tasche.
Die Herstellung von Raketen ist illegal. Wenn was passiert und es passiert so gut wie immer was, dann droht den Rocket Man sogar eine Festnahme. Dabei tun sie der Stadt ja eigentlich einen Gefallen, denn der Raketenkrieg ist nicht nur geduldet, sondern richtig erwünscht, denn er zieht Touristen an!
Einen Verlierer gibt es übrigens nie. Keine der beiden Gemeinden gesteht eine Niederlage ein. Am Ostersonntag selbst besuchen sich die Gemeinden, dann zählen die Schäden und schließen wieder Frieden. Der genaue Ursprung des Brauches ist unklar. Eine regionale Überlieferung besagt, dass Einwohnern im 19. Jahrhundert von Besatzern das Feiern des Osterfestes verboten wurde. Die Kirchengemeinden sollen durch den Beschuss einen Krieg vorgetäuscht haben, um das Osterfest heimlich feiern zu können.