Blitze, zeitversetzt. Donner. Gestern Abend, 20 Uhr: der Angriff auf das Umspannwerk bei Bergheim. Nur eine automatische Notschaltung verhindert einen Blackout in Nordrhein-Westfalen. Sie trennt die nahen Kraftwerke Neurath und Niederaußem schlagartig vom Netz. Strom aus anderen Kraftwerken füllt die plötzliche Versorgungslücke von 3000 Megawatt Leistung.
Heute durchkämmen Hundertschaften der Polizei die Umgebung. In einem Maisfeld finden sie sechs Abschussrampen für Feuerwerksraketen. Die haben wohl feine Kupferdrähte auf 380.000-Volt-Leitungen geschossen.
„Vermutlich gab es auch eine Befestigung am Zaun des Umspannwerkes, wodurch es dann zu einer Erdung kam. Und der Draht, der vermutlich darüber gezogen worden ist, ist verglüht und hat auch den Zaun beschädigt.“
Nur zwölf Stunden zuvor: zwei Kurzschlüsse nahe des Kohlekraftwerks Jänschwalde in Brandenburg. Auch hier entdecken die Ermittler später Abschussrampen. Für beide Attacken gilt:
„Es besteht der Anfangsverdacht einer verfassungsfeindlichen Sabotage. Wir prüfen in zwei Richtungen: fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus.“
Die Angriffe erinnern an Berlin im Januar: 45.000 Haushalte, tagelang ohne Strom. Verantwortlich dafür wohl die linksextreme Vulkangruppe.
Immerhin: Bei den Attacken auf das empfindliche Stromnetz gestern bleibt die Stromversorgung stabil.
Verwendete Quellen: dpa, eigene RTL-Recherche