Der vierte Prozesstag beginnt mit einer zentralen Entscheidung des Gerichts. Mehrere Befangenheitsanträge der Nebenklage gegen den Vorsitzenden werden zurückgewiesen.
Der Prozess wird fortgesetzt für die Familie des Ludwigshafener Zugbegleiters Serkan Calar eine Enttäuschung.
„Klar sind wir jetzt ein bisschen traurig darüber geworden, dass es doch abgelehnt wurde, aber das war ja auch ein bisschen vorhersehbar. Also wir wussten auch, dass es nicht klappen wird. Also für mich ist es wichtig, dass es von Gefährliche Körperverletzung auf Mordanklage angelegt wird. Darum geht es uns eigentlich alle."
Der heutige Prozesstag. Er ist ein weiterer harter Tag für die Angehörigen von Serkan Calar. Im Mittelpunkt der Tatvorwurf.
„Ein Kriminalkommissar sagt aus, dass er den Angeklagten kurz nach der Tat als respektlos und aggressiv erlebt hat. Als er ihm mitgeteilt hat, dass Serkan an seinen Verletzungen sterben könnte, habe dieser verächtlich gelacht und geäußert, dass es ihm egal gewesen sei. Außerdem hat er geäußert, Zitat: Der Motherfucker hätte mich nicht anfassen sollen."
Am Nachmittag richtet sich der Blick auf das persönliche Umfeld des Angeklagten. Seine Schwester tritt als Zeugin auf und schildert die Entwicklung ihres Bruders vor der Tat.
„Vor ihrer Zeugenaussage äußert die Schwester des Angeklagten persönliche Worte in Richtung von Serkans Brüdern. Sie drückt ihr aufrichtiges Beileid aus und wünscht, dass Allah ihnen Kraft gebe. Außerdem sollen die zwei Söhne von Serkan ihren Vater niemals vergessen und immer bei sich tragen. Währenddessen weint und zittert sie."
„Ich schaffe es auch gar nicht richtig zugehört, weil ich etwas nicht ernst nehme. Also meiner Meinung nach hat es gar keinen Wert in meinen Augen. Entschuldigung. Dies und das. Okay, kann ich verstehen, aber im Endeffekt wird es meinem Bruder sowieso nicht zurückbringen, also habe ich es auch gar nicht wahrgenommen. Deshalb hat es für mich auch keine Bedeutung gehabt."
Für Diskussionen sorgt am Prozesstag außerdem ein Antrag der Nebenklage gegen die Dolmetscherin des Angeklagten. Sie wirft ihr mangelnde Neutralität vor. Über den Antrag will das Gericht noch entscheiden. Der Prozess wird morgen fortgesetzt.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche