Was ich einkaufen will, das steht schon auf meiner klassischen Einkaufsliste. Die Frage ist nur noch – wo? Dafür fotografiere ich meinen Einkaufszettel ab und frage Perplexity. Die KI braucht dann nur ein paar Zusatzinformationen. Doch bevor ich den vermeintlich günstigsten Einkauf starte, will ich schauen, wo es angeblich am schnellsten möglich ist – auch dank KI.
In dieser Rewe Filiale in Düsseldorf geht das Einkaufen nämlich ganz ohne Kasse. Dafür registriere ich mich in wenigen Minuten für die Pick & Go App, lasse mich online oder vor Ort verifizieren – und los
geht’s.
Denn die über 800 Kameras im Laden identifizieren anhand von Körpermerkmalen jeden einzelnen Kunden – ganz ohne Gesichtsscan. Im Zusammenspiel mit Gewichtssensoren in den Regalen weiß das System genau, wer was in seiner Einkaufstüte hat. Bei der Obst- und Gemüsetheke zeigen mir installierte Bildschirme, wie viel ich aus den Regalen genommen habe – und was ich dafür zahle. Und auch Pfand, den ich abgebe, wird mir automatisch gutgeschrieben.
Und dann der große Moment:
„Ich kann hier dann jetzt einfach an der Kasse vorbeilaufen, habe meine Einkaufssachen in meiner Tüte drin oder meiner Hosentasche, halte jetzt nur noch diese App dran, bezahle damit und schon bin ich raus.“
Wer die App nicht nutzen möchte, kann natürlich auch ganz normal einkaufen und an der Kasse zahlen.
„Also so innovativ und vor allem so schnell habe ich bislang noch nicht eingekauft. Und den Kassenbon, den gibt es dann gleich in wenigen Minuten auf mein Handy. Ich weiß jetzt also, wie ich mithilfe von KI Zeit sparen kann. Aber kann ich auch Geld sparen?“
Zurück zu meiner Einkaufsliste und der Empfehlung der KI. Die reduzierten Wassermelonen sagt mir Perplexity genau richtig voraus. Auch bei der Pizza im Angebot trifft sie ins Schwarze. Doch die Äpfel sind pro Kilo 50 Cent teurer als versprochen und auch bei den Gurken suche ich vergebens nach der versprochenen Preissenkung.
Immerhin: Meine Recherchen zeigen, bei Lidl und Netto hätte ich für den Einkauf mehr bezahlt. Da hat die KI also Recht. Trotzdem: Nur bei drei von 13 Produkten hat die KI den richtigen Preis genannt. Ganz verlassen kann man sich also noch nicht auf den KI-Shoppingassistenten.