Es ist ein idyllisches Bild, als der Tag endet und Buckelwal Timmy in sein neues Leben schwimmt – in seinem Lastkahn, gezogen von einem Schlepper Richtung offenes Meer. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister macht sich schon Gedanken um den Familienfrieden bei Timmy.
„Ich glaube, wenn er seine Mutter wiedertrifft, dann kriegt er Ärger. Er ist nämlich verkehrt abgebogen in die Ostsee. Da gehört da nicht hin. Und ich wünsche ihm, wir wünschen ihm gute Reise."
Doch die dauert mehrere Tage. Vor ihm liegen hunderte Kilometer. Die Route führt nach dem Start an der Insel Poel vorbei an Dänemark in Richtung Nordsee und dann in den Atlantik. Stunden zuvor hatten Helfer ihren vermutlich letzten Rettungsversuch gestartet. Mit einem Geschirr aus alten Feuerwehrschläuchen ziehen sie das tonnenschwere Tier Richtung Lastkahn. 14:30 Uhr dann die unglaubliche Nachricht: Timmy hat es geschafft.
„Wir haben tatsächlich. Entschuldigung, aber es ist gerade so emotional. Wir haben wirklich nicht aufgegeben."
Seit Anfang März irrte Timmy durch die Ostsee, strandete immer wieder. Viele Experten sahen kaum Überlebenschancen. Noch ist der Wal nicht gerettet, doch wenn man diese Bilder von seiner Abreise sieht, dann will man an ein Märchen mit Happy End glauben.
„Daran will ich auch glauben. Nils Fischer-Stahl ist für uns auf der Ostseeinsel Fehmarn in Schleswig Holstein. Schönen guten Morgen. Ja, Wie geht es denn voran mit dem Viehtransport? Weißt du da was?"
„Ja. Guten Morgen aus Fehmarn. Langsam, aber stetig, würde ich sagen. Also, in der Nacht hat er sich echt gut voran bewegt, ist immer näher an nach Fehmarn rangekommen. Jetzt, in der vergangenen Stunde, ist nicht mehr so wahnsinnig viel passiert. Wir haben so ein Live-Tracker, auf dem wir gucken können, wo befindet sich der Schlepper, der den Lastkahn zieht. Und der hat sich in der vergangenen Stunde nicht mehr allzu sehr bewegt. Jetzt steuert er hier aber wieder auf die Insel zu, oder beziehungsweise an der Insel vorbei. Läuft dann quasi zwischen dem dänischen Festland und der Ostseeinsel hier durch und geht dann weiter Richtung Norden nach Skagen. Da soll er wohl laut den aktuellen Daten so am Samstagnachmittag ungefähr ankommen. Und dann ist es ja auch gar nicht mehr weit in den Atlantik. Für diese weite Reise wünschen wir Timmy natürlich alles Gute und hoffen, dass dabei alles gut geht und er dann vielleicht hoffentlich bald endlich in Freiheit weiterleben kann."