Abschied mit großem Herzen: 90-Jähriger verschenkt Villa für zehn Millionen Euro
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Die meisten Menschen würden ein Grundstück im Wert von zehn Millionen Euro verkaufen oder vererben. Otto Gugger macht etwas völlig anderes! Er verschenkt es. Der 90-Jährige möchte, dass auf seinem Elternhaus-Grundstück bezahlbarer Wohnraum entsteht – und erfüllt sich damit einen Herzenswunsch.
3000 Quadratmeter voller Erinnerungen. Jeder Baum hier erzählt eine Geschichte. 1936 ist Otto Guga in diesem Haus geboren, hat außer zwei Jahren in den USA immer hier gelebt, im Christrosenweg, im Münchner Stadtteil Großhadern. Doch je älter der jetzt 90-jährige wurde, desto drängender die Frage Was passiert mit Haus und Grundstück, wenn er und seine ältere Schwester nicht mehr leben?
„Dadurch, dass wir weder meine Schwester noch ich Kinder habe, war das naheliegend, dass man sie irgendwie sinnvoll und sozial irgendwie nutzt."
Und so entscheiden sie sich, ihr Anwesen der Stiftung daheim im Viertel zu schenken. Die Organisation kämpft gegen die extremen Mietpreise in München.
„Uns ist beiden daran gelegen, dass dort ein gemeinschaftliches Wohnprojekt für verschiedene Zielgruppen entsteht. Einerseits sollen dort zehn kompaktere Apartments für Pflegekräfte in Großhadern entstehen, dann eine große Studentenwohngemeinschaft. Darüber hinaus wollen wir mehrere größere Wohnungen planen und bauen für Familien und eine betreute Wohngemeinschaft für benachteiligte Kinder und Jugendliche."
Der Vertrag sichert Gugau und seiner Schwester ein lebenslanges Wohnrecht in ihrem Haus. Aber die Bauarbeiten drumherum gehen jetzt bald los. Es wird also laut und dreckig. Vom Idyll muss der Architekt sich verabschieden, aber er weiß, worauf er sich einlässt.
„Das euer Leben lang erlebt. Das stört mich überhaupt nicht. Meine Schwester vielleicht ein bisschen. Aber. Aber die hört dafür so schlecht. Also da ist die Gefahr nicht mehr so groß."
Die Wohnungen sollen um die 13 € pro Quadratmeter kosten. Zum Vergleich Ansonsten zahlt man in München für einen Neubau rund 25 €. Möglich ist das, weil die Stiftung gemeinnützig ist und deshalb keine Schenkungsteuer zahlen muss. Die Bauarbeiten finanzieren sich über weitere Geldspenden und über die späteren Mieteinnahmen. 2029 sollen die ersten Bewohner und Bewohnerinnen dann einziehen.
„Auf das freue ich mich. Wenn man die Leute kennenlernt, die dann hier sesshaft werden wollen. Und ich kann mir vorstellen, dass da ganz nette. Verbindungen entstehen."
Guger hofft, dass sein Elternhaus nach seinem Tod stehen bleibt. Sein Vater hatte es in den Dreißigern gebaut. Der Mediziner starb, als Guger erst sechs war. Trotzdem hat er seinem Sohn mitgegeben, dass man der Gesellschaft etwas zurückgeben sollte. Und davon werden jetzt Dutzende Menschen in München profitieren.
