So sichert ihr euch den günstigsten Preis: Fast 900 Euro mehr für den gleichen Urlaub? Darauf kommt es beim Buchen an!
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Gleicher Urlaub, völlig unterschiedliche Kosten: Für unseren RTL-Test haben wir fünf Reisegruppen begleitet, die im selben Hotel auf Gran Canaria Urlaub machen. Das überraschende Ergebnis: Zwischen der günstigsten und der teuersten Buchung liegen fast 900 Euro. Wir haben nachgeforscht und zeigen, welche Faktoren den Preis bestimmen – und mit welchen Tricks ihr bei der nächsten Reise richtig sparen könnt. Das Video oben verrät die Details.
Luca und Emilia haben einen echten Schnapper gemacht:
Luca: „1.123,50 Euro auf eine Woche runtergerechnet, für zwei Personen.”
Da sind die anderen Urlauber auf Gran Canaria überrascht: „Den Tipp musst du mal weitergeben.”
Alle anderen haben mehr bezahlt, obwohl sie im selben Hotel sind. Volker und Frank zahlen 1.390,50 Euro. Sigi und Sohn Jens zahlen 1.496 Euro und Michael mit Violetta und Oksana 1.750 Euro. Alles runtergerechnet auf eine Woche für zwei Personen. Und Svenja und Michael?
Svenja: „Ich habe schon ein schlechtes Gewissen. 2.006 €.“
Also fast 900 € mehr als Emilia und Luca für die gleiche Reise.
Michael: „Es wäre interessant zu wissen, wie man so günstig hierherkommt, weil letztes Jahr haben wir noch mehr bezahlt.“
Wie die Urlauber gebucht haben, klären wir noch. Aber wie kommt es zu diesen starken Preisunterschieden? Schon im Frühjahr starten wir mit unseren Recherchen und beobachten täglich die Angebote von einem Hotel auf Mallorca und auf Kreta tragen wir die Preise jeden Tag in eine Tabelle ein.
Erik Horster ist Professor am Deutschen Institut für Tourismusforschung. Er befasst sich täglich mit schwankenden Preisen, auch genannt Dynamic Pricing.
Erik Horster: „Dynamische Preise bedeuten, dass man unterschiedliche Preise übers Jahr hinweg hat für ein und dieselbe Leistung. Also ein und dasselbe Hotelzimmer beispielsweise.“
Wir zeigen ihm unsere Rechercheergebnisse. Wir erleben Preisspannen von bis zu 1.500 € am Tag. Dass die Zahlen so stark variieren, wundert ihn nicht.
Erik Horster: „Wir haben ein Leistungsbündel, das heißt, wir haben ein Hotel und einen Flug, und da variieren die Preise. Ich habe hier unterschiedliche Anbieter und auch die Anbieter haben teilweise Provisionen. Teilweise ist es ihr eigener Flug oder das eigene Hotel. Das heißt, auch da variiert der Preis. Dann habe ich ja unterschiedliche Tage hier und auch von Tag zu Tag hat die gleiche Reise einen unterschiedlichen Wert.“
So gibt es beispielsweise in Randzeiten häufig günstigere Preise als an Wochenendtagen. Und auch der Buchungstag kann entscheidend sein.
RTL-Reporter: „In unseren Stichproben war es dienstags oder mittwochs immer sehr günstig, Reisen zu buchen und zum Wochenende wurde es dann wieder deutlich teurer.“
Und die Preise unterscheiden sich vor allem bei den verschiedenen Buchungswegen. Ob beim Hotel direkt, bei Reiseveranstaltern wie TUI oder DERTOUR oder bei größeren Reisevermittlern wie HolidayCheck oder Booking.
RTL-Reporter: „Bei allen Anbietern gehen die Reisepreise stark auseinander. Wo lohnt es sich am meisten?“
Das klären wir mit unseren Gran-Canaria-Urlaubern. Als Erstes sind Emilia und Luca dran. Zur Erinnerung: Sie hatten mit 1.123,50 Euro den günstigsten Preis.
Luca: „Ja, wir haben im Reisebüro gebucht.“
Emilia: „Über einen Reiseveranstalter.“
Luca: „Ja.”
Emilia: „Also wir haben richtig viel im Internet geguckt, weil wir dachten, das ist ja so der typische Weg – im Internet einfach mal gucken. Und dann waren wir aber so ein bisschen überfordert. Und wir waren so: Komm, wir gehen einfach mal ins Reisebüro. Ich glaube, das ist ein bisschen einfacher. Und das war auch gut auf jeden Fall.“
Das heißt: Ein örtliches Reisebüro konnte ein gutes Angebot von einem Reiseveranstalter herausgeben. Aber die beiden haben auch noch einen anderen Spartrick genutzt, den wir noch erfahren. Sigi und Jens haben auch über einen Reiseveranstalter und Michael, Oksana und Violetta über ein großes Vergleichsportal gebucht. Sie liegen preislich im Mittelfeld. Volker und Frank sowie Svenja und Michael haben jeweils Hotel und Flug separat gebucht. Doch die Preise gehen stark auseinander. Wie kann das sein?
Volker: „Also wir hatten Glück, dass eine Billigairline vom BER aus zu dem Zeitpunkt geflogen ist. Wir haben für den Flug hin und zurück zusammen 666 € bezahlt.“
Svenja und Michael haben dagegen knapp 1.000 € für den Flug gezahlt. Sie sind von Hannover ausgeflogen und da war bei Urlaubsbeginn schon Ferienzeit.
Emilia: „Bei uns war es so: Wir kommen auch aus Hannover. Aber wir sind aus München geflogen, weil es 200 Euro billiger war für uns, aus München zu fliegen. Und wir haben dann vom Reisebüro, vom Veranstalter auch ICE-Tickets bekommen.“
Außerdem wohnen Svenja und Michael auf der achten Etage, haben somit eine teurere Zimmerkategorie, die sie eigentlich gar nicht unbedingt brauchen.
Michael: „Wir sind ja nicht den ganzen Tag oben auf dem Balkon. Wir sind ja unterwegs am Strand oder am Pool oder machen einen Ausflug. Und nachts nützt mir die Aussicht eigentlich recht wenig. Aber ich werde nächstes Mal eine andere Kategorie auswählen.“
In unserer Stichprobe konnten die Urlauber im Reisebüro über einen Reiseveranstalter wie beispielsweise TUI, Schauinsland oder DERTOUR den günstigsten Preis abstauben. Wie ist das möglich? Das verrät uns Hotelbesitzer Roland Christ.
Roland Christ: „Also erst mal Reiseveranstalter kriegen keinerlei Provision. Sie kalkulieren ihren Einkaufspreis, den sie von uns bekommen – also, was wir gerne für ein Zimmer haben möchten. Darauf schlagen sie ihren Gewinn, ihre Marge, und geben das an die Kunden weiter.“
Das Hotel gibt die Zimmer tatsächlich zunächst günstiger an die Veranstalter heraus und die haben dadurch mehr finanziellen Spielraum. Für das Hotel entstehen dadurch aber einige Vorteile.
Roland Christ: „Die Vertriebswege, die Reiseveranstalter haben, über ihre Reisebüros, über ihre Portale, über ihre Onlinepräsenz – das können wir natürlich als Hotel nie schaffen. Wir sind also da wirklich darauf angewiesen. Reiseveranstalter haben auch natürlich den Vorteil: Sie kaufen nicht einzelne Flugplätze ein. Sie kaufen Kontingente, große Kontingente auf den Flügen ein – sind da die Flugpreise sehr günstig. Dann ist das Gesamtpaket natürlich sehr attraktiv.“
Heißt für uns Urlauber: Wenn wir günstige Flüge erwischen, lohnt es sich oft, beim Hotel direkt zu buchen und den Flug separat. Ansonsten ist es bei Pauschalreisen oft günstiger, über Veranstalter zu gehen, da sie durch größere Kontingente oft bessere Gesamtpakete bieten können.
Und da ist Last Minute übrigens nicht unbedingt günstiger. Am besten buchen Sie sogar acht bis zwölf Monate im Voraus. Svenja und Michael haben erst anderthalb Wochen vor der Reise gebucht. Volker und Frank haben dagegen das Hotel ein Jahr im Voraus gebucht und Frühbucherrabatt bekommen.
Volker: „Da kriegt jeder, der privat bucht, seine 10 Prozent pro Tag, pro Person.“
Außerdem gab es noch ein Hotelguthaben obendrauf – für Getränke, Snacks und Co.
Gleicher Urlaub, völlig unterschiedliche Preise. Unser Check zeigt: Wer clever bucht, kann Hunderte Euro sparen. Ein bisschen Vergleichsarbeit, der richtige Buchungszeitpunkt und ein paar Tricks machen den Unterschied. Und dann fühlt sich die Ersparnis am Ende fast so gut an wie der Urlaub selbst.
