Tag der Arbeit: Darum feiern wir den 1. Mai

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1. Mai 2019 - 10:16 Uhr

Mehr als ein gewöhnlicher freier Tag

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit, ein gesetzlicher Feiertag. Viele freuen sich über diesen zusätzlichen freien Tag. Dabei steckt so viel mehr dahinter. Doch warum feiern wir ihn überhaupt?

Blutige Demonstrationen für den Achtstundentag

Der Tag der Arbeit ist in allen deutschen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Seinen Ursprung hat er jedoch in den USA. Genauer: Am 1. Mai 1886. An diesem Tag riefen die Gewerkschaften zu einem mehrtägigen Streik auf. Das Ziel: der Achtstundentag. Was heute in vielen Berufen alltäglich ist, galt zur damaligen Zeit als unerreichbar. Bis zu 13 Stunden am Tag mussten die Menschen arbeiten.

Die Demonstrationen eskalierten. Ein Protestant tötete einen Polizisten mit einer Bombe. Die folgenden Kämpfe kosteten sieben Polizisten und mehr als 20 Arbeiter das Leben. Zahlreiche Menschen wurden verletzt.

1919 erstmals ein bundesweiter Feiertag

Die Demonstrationswelle schwappte 1890 nach Europa – ebenfalls am 1. Mai. Doch erst 1919 erklärte die Nationalversammlung der Weimarer Republik den 1. Mai für ein Jahr zum gesetzlichen Feiertag, dem Tag der Arbeit.

Doch auch nach Ablauf dieses Jahres nutzten die Gewerkschaften den 1. Mai für Demonstrationen. Bis zum Jahre 1933. Die Nationalsozialisten wandelten den Maifeiertag in den Feiertag der nationalen Arbeit um und missbrauchten ihn zu Propagandazwecken. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der 1. Mai wieder zum Tag der Arbeit.

Bis heute finden am 1. Mai noch Demonstrationen statt. Auch dieses Jahr startete der Deutsche Gewerkschaftsbund einen Aufruf zum Tag der Arbeit, in dem es heißt: "Der 1. Mai ist unser Tag der Solidarität. Wir demonstrieren gegen Krieg und Intoleranz, Rassismus und Rechtspopulismus."