Ü50-Mütter

Späte Mutterschaft: Was macht das mit dem Kind?

Eine späte Mutterschaft muss sich nicht negativ auf das Kind auswirken.
Eine späte Mutterschaft muss sich nicht negativ auf das Kind auswirken.
© iStockphoto, wundervisuals

02. Juni 2021 - 11:56 Uhr

Alte Mutter, junges Kind: Wie problematisch ist das? Kinder-Therapeutin klärt auf

Was macht es mit einem Kind, wenn die Mutter schon bei der Geburt jenseits der 50 ist? Welche Auswirkungen hat eine so späte Mutterschaft auf die Kinderpsyche und die Beziehung zwischen Mutter und Nachwuchs? Wir haben die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Sabine Werner-Kopsch dazu befragt. Sie sagt: Das Alter der Mutter spielt eine weniger wichtige Rolle in der Erziehung, als man denken mag.

Was macht es mit dem Kind, eine "alte" Mutter zu haben?

"Für ein Kind ist das Alter der Mutter erst einmal ohne Bedeutung. Viel wichtiger ist die Versorgung mit Zuwendung, Liebe, Nahrung und Schutz. Je älter ein Kind wird, umso mehr erweitert es den Blick nach außen. Was machen andere Kinder? Wie leben andere Kinder? Wenn das häusliche Umfeld jedoch stimmt, bekommen diese vergleichenden Fragen eine untergeordnete Bedeutung.

Doch diese Fragen stellen sich für sehr viele Kinder spätestens mit der Pubertät. Dann kommt es vor allem darauf an, wie belastbar die Verbindung der Eltern mit dem Kind ist und weniger auf den Altersunterschied. Die wichtigste Frage wird sich auf die Einstellung zum Leben beziehen, da sich die meisten Kinder ein gesellschaftsadäquates Elternhaus wünschen. Dieses ist jedoch nicht zwangsläufig nur vom Alter der Eltern abhängig."

Welche Risiken für Mutter und Kind bei einer späten Schwangerschaft bestehen, erfahren Sie hier.

Wie gehen Kinder mit dem Gedanken um, ihre Eltern möglicherweise früh zu verlieren?

"Auch wenn es statistisch naheliegend sein mag, ist keineswegs gesagt, dass das Kind im individuellen Fall die Eltern früher verlieren wird, als dies bei anderen Kindern der Fall ist. Deshalb kommt es natürlich auf die individuelle Situation an. Es ist für jedes Kind eine Herausforderung, wenn die Mutter ernsthaft erkrankt, ein Pflegefall wird oder sogar verstirbt. Das kommt leider auch bei jüngeren Müttern vor. Bis ungefähr zum 7. Lebensjahr haben Kinder keine echte Vorstellung zum Thema Tod und auch danach ist dieses Thema üblicherweise nicht Teil regelmäßiger Gedanken. Es ist wichtig, dass Kinder in einem solchen Fall besonders unterstützt werden, damit sie die Möglichkeit bekommen, diese fundamentale Erfahrung zu verarbeiten."

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Wie wirkt es sich aus, wenn die eigene Mutter bestimmte Meilensteine (Abiball, Geburt der Enkelkinder, etc.) nicht mehr miterlebt?

"Es ist ein allgemeiner Umstand, dass in unserer Gesellschaft häufiger Kinder später geboren werden. Deshalb kommt es auch immer wieder vor, dass solche 'Meilensteine' nicht immer mit den Eltern geteilt werden können. Es gibt auch 'Kinder', die gerne ohne die Eltern den Abiball besuchen. Dennoch kann sich jede Tochter und jeder Sohn über eine intakte Beziehung zur eigenen Mutter beim Erlebnis solcher Meilensteine glücklich schätzen. Ganz gleich wie groß der Altersunterschied ist, ist dieses keineswegs selbstverständlich."

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