Diese Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, um ein Kind zu adoptieren

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25. Mai 2018 - 14:55 Uhr

Es muss gute Gründe geben, ein Kind zu wollen

Wer ein Kind adoptieren möchte, hat dafür unterschiedliche Gründe. Für den Gesetzgeber ist aber nur das Kind wichtig, das sogenannte Kindeswohl steht im Vordergrund. Es geht darum, für ein Kind Eltern zu finden und nicht für Eltern ein Kind. Daher gibt es einige Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um ein Kind adoptieren zu dürfen.

Wer gemeinsam ein Kind adoptieren möchte, kann das nur als Ehepaar tun. Auch kann ein Ehepartner ein Kind seines Ehegatten adoptieren (Stiefelternadoption).Wenn ein Paar nicht verheiratet ist, kann es nicht gemeinschaftlich ein Kind adoptieren. Das gilt auch für gleichgeschlechtliche Paare einer eingetragenen Lebensgemeinschaft. In beiden Fällen kann nur einer der Lebenspartner das Kind annehmen.

Alleinstehende können ebenfalls ein Kind adoptieren. In diesem Fall prüfen die Ämter allerdings besonders kritisch. Denn das erklärte Ziel ist, dass ein Kind in einer intakten Familie aufwächst und ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht.

Die leiblichen Eltern eines Kindes müssen beide zustimmen. Dabei ist es unerheblich, ob sie verheiratet oder unverheiratet sind. Der leibliche nicht eheliche Vater kann das schon vor der Geburt tun. Ansonst muss das Baby mindestens acht Wochen alt sein. Sobald das Gericht die Zustimmung der Eltern hat, ist die Entscheidung nicht mehr rückgängig zu machen. Ein Umgangsrecht oder Mitspracherecht, zu wem das Kind kommt, gibt es nicht.

Eltern müssen gesund sein

Das Alter der Adoptiv-Elternist ist ebenfalls entscheidend. Einer der Ehegatten muss mindestens 25 Jahre alt sein. Der andere mindestens 21 Jahre. Selbst wenn es gesetzlich nicht festgelegt ist: In der Praxis ist es üblich, dass Babys und Kleinkinder nur an Paare vermittelt werden, die nicht älter als 35 Jahre alt sind. Wer alleinstehend ist, muss mindestens 25 Jahre alt sein.

Zu den formalen Voraussetzungen gehört, dass die künftigen Eltern körperlich und geistig gesund sind, ein festes Einkommen haben und über genügend Wohnraum verfügen. Wer eine körperliche Krankheit wie Krebs hat, darf kein Kind adoptieren. Damit soll verhindert werden, dass das Kind erneut seine Bindungsperson verliert.

Die Jugendämter prüfen in vielen Gesprächen, was die Motive für die Adoption sind. Soll ein Kind eine zerrüttete Ehe retten? Soll das Bedürfnis nach Liebe befriedigt werden? Soll es womöglich als Ersatz für ein verstorbenes Kind herhalten? Oder geht es wirklich um das Kind?

Wer ein Kind adoptieren möchte, muss sich auf viele Gespräche mit Ämtern und Psychologen gefasst machen. In diesen soll festgestellt werden, ob es den neuen Eltern wirklich darum geht ein fremdes Kind um seiner selbst willen anzunehmen und zu lieben.

Wer ein Kind aus dem Ausland adoptieren möchte, steht vielleicht nicht immer vor hohen rechtlichen Hürden. Die Umsetzung in der Praxis gestaltet sich aber oftmals viel komplizierter und ist mit hohen Kosten verbunden. Die Verfahren laufen in den einzelnen Ländern vollkommen unterschiedlich ab. Die deutschen Jugendämter stehen Auslandsadoptionen kritisch gegenüber und die Unterstützung fällt eher mager aus. Manchmal muss die im Ausland erfolgte Adoption in Deutschland noch einmal durchgeführt werden. Man sollte sich vorher möglichst genau informieren. Erste Anlaufstelle ist die Bundeszentralstelle für Auslandsadoption.