Sie harren aus. Vor dem Bürgerzentrum in Cordoba. Sie geben die Hoffnung nicht auf, dass ihre Liebsten doch noch leben. Osiris Sevilla vermisst ihren Victor.
"Es ist die Angst, die mich quält. Jede Sekunde, die vergeht, fühlt sich an wie eine Ewigkeit."
Besonders tragisch. Ihr Mann ist zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder Zug gefahren. Und dann ausgerechnet in einem der Hochgeschwindigkeitszüge, die nahe Adamuz verunglücken.
Erst springen die hinteren Waggons des einen Zuges aus den Gleisen. Sekunden später rast der zweite aus der Gegenrichtung in die Waggons und entgleist selbst.
Schuld daran könnte dieses Stück Schiene sein. Es soll - laut der spanischen Polizei - schon vor dem Unglück gebrochen - sein. An einer mangelhaften Schweiß-naht.
Auch wenn die Streche für 700 Millionen Euro saniert wurde, hatten sich Lokführer zuletzt über Abnutzungserscheinungen beschwert.
Inzwischen hat die Polizei auch die Blackboxen beider Züge sichergestellt. Auch ihre Daten zur Geschwindigkeit und den Bremsvorgängen sollen bei der Aufklärung des Unfalls helfen.
Um schneller herauszukriegen, wer die Opfer sind, wird heute DNA-Material der Vermissten aus weiter entfernten Städten nach Cordoba geflogen.
Ihre Angehörigen sind verzweifelt, suchen Hilfe bei Seelsorgern des Roten Kreuzes: “Wir haben uns um etwa 300 Menschen gekümmert, 55 Menschen sind auch über Nacht bei uns geblieben."
Osiris Sevilla, die ihren Victor vermisst, fährt am Mittag heim, ohne Gewissheit über das Schicksal ihres Mannes.