Falschparker aufgepasst, hier kommt die Politesse 2.0.: Der Cityscanner, ein Fahrzeug mit Kamera auf dem Dach, die im Vorbeifahren die Kennzeichen parkender Autos erfasst und direkt prüft, wer kein gültiges Parkticket hat oder im Halteverbot steht.
Schon jetzt ist klar: Es ist 20mal effektiver als jeder menschliche Ordnungshüter:
Anja Müller, Geschäftsführerin Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg: „„Wir gehen davon aus, dass ein Mitarbeiter bis zu 50 Autos in der Stunde schafft. Und das Scancar schafft bis zu 1000 pro Stunde.“
Macht bis zu 8000 kontrollierte Fahrzeuge pro Schicht. Da hilft kein Diskutieren. Dem Cityscanner entgeht nichts. Allerdings nur bei Parkplätzen, bei denen man beim Kauf des Parkscheins auch sein Kennzeichen eingeben muss.
Haben Sie Sorge, dass sie schneller einen Strafzettel kriegen?
Auf jeden Fall. Aber es ist auch richtig so, dass jeder richtig parkt. / Wenn es effizienter ist, ist es eine gute Idee/ Es erhöht dieses Gefühl, man wird abkassiert.“
Doch auch Datenschützer konnten den Cityscanner bisher nicht ausbremsen: Fußgänger werden automatisch verpixelt. Und alle Informationen sofort chiffriert:
Winfried Hermann, Verkehrsminister Baden-Württemberg (Grüne): „Das Auto nimmt das Kennzeichen auf, das wird dann sofort verschlüsselt. Und mit dem verschlüsselten Code wird dann überprüft: Hat das Auto bezahlt oder darf es da parken?“
Ist alles in Ordnung werden die Daten sofort gelöscht. Wenn nicht gibts ein Knöllchen.
In den Niederlanden und Frankreich sind die Cityscanner schon im Einsatz. Rund um die Uni in Stuttgart müssen Falschparker zumindest während der Testphase aber noch keine Bußgelder fürchten.
Außer sie werden nicht vom Cityscanner, sondern seiner Kollegin aus Fleisch und Blut erwischt.