Feierstimmung bei den Champions: Die Seattle Seahawks stoßen in der Kabine auf ihren Triumph beim 60. Super Bowl an. Für sie ist es ein gelungener Abschluss in San Francisco. Doch wer hier genauer hinschaut, erkennt die politische Sprengkraft des Mega-Events.
Während der Halbzeitshow nimmt Bad Bunny die 70.000 Zuschauer mit auf eine Reise vom grünen Football-Rasen in die Zuckerrohrfelder der Karibik – nach Puerto Rico, dem Geburtsort des Sängers. Ein US-Territorium, das regelmäßig mit Stromausfällen kämpft, aber auch Superstars wie ihn hervorbringt. Die Botschaft des Abends: Nord- und Südamerika gehören zusammen. Was sie verbindet, ist der amerikanische Traum. Jeder kann es schaffen, auch auf Spanisch.
Jetzt erobert dieselbe Sprache die größte TV-Bühne der USA und erreicht auch jenen, der im Stadion fehlt: US-Präsident Donald Trump: „Das ist ein Schlag ins Gesicht für die USA. Die schlechteste Halbzeitshow jemals“, wütet er aus der Ferne auf seiner Plattform Truth Social.
Im Stadion dagegen Aufbruchstimmung: Die Flaggen Lateinamerikas holen den Kontinent symbolisch auf US‑Boden.
„Bad Bunny hat sich eher zurückgehalten, dennoch – am Ende seines Auftritts steht auf der Tafel: Liebe ist stärker als Hass.“
Auf dem Rasen ist der Super Bowl entschieden, doch mit dieser Halbzeitshow ist die Diskussion um Amerikas Zukunft noch lange nicht vorbei.