Jeden Morgen wacht Gazelle Sharmahd auf und hat Angst vor dieser einen Nachricht: Sie haben deinen Vater hingerichtet.
Jamshid Sharmahd sitzt im Iran in einer Todeszelle. Verurteilt in einem Schauprozess.
Wir haben Gazelle vergangenes Jahr in ihrer Wahlheimat USA besucht, sprechen jetzt erneut mit ihr.
"Wir wissen immer noch nicht, wo sie ihn gefangen halten. Keiner hat ihn in den letzten dreieinhalb Jahren gesehen. Wir wissen nur, dass er in Isolationshaft ist, er gefoltert wird und hingerichtet werden soll."
Jamshid Sharmahd war Teil der Opposition. Wurde so zum Fein des Regimes.
Es sind aber nicht nur Diktaturen, die Menschen hinrichten.
Laut Amnesty International sitzen noch mindestens zwei weitere Deutsche in einer Todeszelle. Beide in den USA.
"Das ist auch Thema in den Vereinten Nationen. Und wir thematisieren das auch in bilateralen Gesprächen mit Ländern, die die Todesstrafe noch immer anwenden."
Das erste mal seit 2016 liegt die Zahl der weltweiten Hinrichtungen laut Amnesty wieder bei über 1.000. Tendenz steigend. Trauriger Spitzenreiter: Der Iran. 2023 wurden mindestens 853 Todesurteile vollstreckt.
"Die Folge von diesen vielen Hinrichtungen ist natürlich Angst und schrecken, der verbreitet werden soll im Iran. Für die Regierung, um ihre Machtposition zu stärken."
China spricht nicht über die Hinrichtungen im eigenen Land. Amnesty schätzt, dass es mindestens tausend sind.
Anders der Iran. Hier werden die Urteile öffentlich vollstreckt.