Die Hersteller von Lip Plumpern riskieren die sprichwörtliche dicke Lippe: sie versprechen einen Schmollmund ohne Spritze. Und die gute Nachricht der Stiftung Warentest direkt schon mal vorweg: "Wir haben in unserem Test festgestellt, dass Lip Plumper durchaus wirken können. Sie können für eine gewisse Zeit, zum Beispiel eine Stunde tatsächlich vollere Lippen erzeugen."
Bevor wir zu Test-Siegern und -Verlieren kommen, erstmal die Frage: wie machen die das? "Sie enthalten beispielsweise Scharfstoffe, etwa aus Ingwer oder aus Chili oder auch kühlende Stoffe wie Menthol. Und die sorgen dafür, dass die Lippen durchblutet bzw. aktiviert werden für eine gewisse Zeit. Und das sorgt tatsächlich für vollere Lippen."
Doch leider sind neben solchen SCHARF-Stoffen in den meisten der getesteten Lip-Plumper auch SCHAD-Stoffe. "Zum Beispiel Titandioxid, das in Verdacht steht, das Erbgut zu verändern. Oder auch Mineralölkohlen-Wasserstoffe, die sich teilweise in Organen anreichern können."
Kurios: Titandioxid ist in Lebensmitteln verboten - in Kosmetik aber nicht. Auch, wenn die auf die Lippen kommt. In acht von zehn Lip Plumpern fand die Stiftung Warentest solche kritischen Inhaltsstoffe. "Die Testverlierer kommen aus allen möglichen Bereichen, also von großen Marken wie zum Beispiel Maybelline oder Catrice. Aber auch Marken von Drogeriemarktketten wie Rossmann und DM waren dabei."
Wer mehr Volumen in den Lippen möchte, sollte also einen genauen Blick auf die Inhaltstoffliste werfen. "Wenn da Titandioxid (bitte einblenden) draufsteht, sollte man das Produkt schon mal nicht kaufen."
Bleiben die zwei Testsieger: das ist zum einen Hipi Faible Chili and Ginger. Sechs Milliliter kosten vierzehn Euro. Und: Lavera Cooling Lip Booster. Fünf komma fünf Milliliter sind für acht Euro fünfundsiebzig zu haben.