Robbie Williams Ende Mai auf den Filmfestspielen in Cannes. Er ist top in Form, scheint gut drauf zu sein, doch in ihm, sieht es offenbar anders aus. Denn jetzt hat er diese Karikatur gepostet. Der Text dazu: "Mein Idealgewicht ist, wenn sich Menschen um mich Sorgen machen." Er bekennt, unter Dysmorphophobie zu leiden und schreibt unter anderem:
"Ich könnte ein Buch über puren Selbsthass schreiben, wenn es um mein Körperbild geht. Über die Hässlichkeit, sich hässlich zu fühlen."
Dysmorphophobie ist die Störung der Wahrnehmung des eigenen Körpers - da kann es wie bei Robbie Williams um den Umfang des Bauches gehen, aber auch um jedes andere Körperteil.
"Die Betroffenen zeigen ein übermäßiges Kontrollverhalten, also häufiges Überprüfen im Spiegel des Markels. Rückversicherungsverhalten, dass sie ihr Umfeld häufig fragen: Kann man den sehen, versuchen, das zu vertuschen. Und eben auch soziale Situation häufig dann vermeiden, weil sie Angst vor negativer Bewertung haben."
Wir fragen in Leipzig Passanten: gibt es etwas an ihrem Körper, das sie nicht so toll finden?
"Ja, mein hoher Haar-Ansatz, dass die so weit oben erst anfangen. Das würde ich als das beschreiben. Ja."
"Wenn man ein bisschen aufgebläht ist, finde ich mein Bauch schon auch nicht schön. Aber wenn andere sagen mir fällt nicht mal auf, dass mein Bauch aufgebläht ist. "Manchmal guckt man in den Spiegel und denkt, die Arme sind zu dick oder die Beine, und am anderen Tag weiß ich nicht, ist es dann die Nase." 6/1:19
Doch was unterscheidet sie alle von Menschen, die tatsächlich unter Dysmorphophobie leiden?
"Die Häufigkeit, mit der sie sich mit dem wahrgenommenen Makel beschäftigen, ist viel, viel höher, also ständig eigentlich präsent. Das Vermeidungsverhalten ist viel ausgeprägter. Also da werden verschiedene Lebensbereiche von betroffen sein. Das kann die Beziehung sein, es kann Freunde sein, es wird alles vermieden, weil eben die Angst vor negativer Bewertung sehr groß ist. Und der Leidensdruck ist auch viel, viel ausgeprägter."
Wie es dazu kommen kann, ist noch nicht ausreichend erforscht.
"Es gibt so ein paar Hinweise, dass es ähnlich wie bei der Depression zu Dysbalancen kommt vom Serotoninhaushalt, das sind Neurotransmitter, dass soziokulturelle Faktoren eine Rolle spielen, wo also Schönheit, Attraktivität, Jugend hoch im Kurs stehen."
Dazu kann eine negative Prägung in der Kindheit kommen. Helfen kann eine Therapie:
"Die Behandlung umfasst unter anderem die Umstrukturierung von den zwangsähnlichen Gedanken, die auch zur Symptomatik führen, und die Bearbeitung dysfunktionaler Grundannahmen, die in der Kindheit, also lerngeschichtlich, entstanden sind."