Sie suchen mit Hunden an Land und Booten auf der Lahn, um den 6-jährigen Pawlos zu finden. Doch fremde Stimmen könnten den autistischen Jungen eher abschrecken, deswegen spielen Helfer immer wieder Aufnahmen seiner Mutter ab.
Fabian Diekmann, Referent Autismus Deutschland: „Sicherheit ist das Thema. Also gerade die Stimme der Mutter oder der nächsten Bezugsperson ist der wichtigste Ankerpunkt und im besten Fall führt es dazu, dass das Kind rauskommt. Im Gegensatz zu dem Klassischen, was man sich vorstellt: Menschen rennen durch die Straße und rufen den Namen. Das kann durchaus auch bedrohlich wirken."
Seit Dienstag ist der 6-jährige Pawlos verschwunden. Er war er aus seiner Grundschule abgehauen, kam zuhause aber nicht an. Weil er zuletzt in der Nähe des Bahnhofs gesehen wurde, hat die Polizei die Suche auch schnell ausgeweitet.
Polizei: „Wir haben grundsätzlich eine bundesweite Fahndung nach dem Kind, auch mit Bildern, auch an den Bahnhöfen. Wir reden ja von einem sehr verhaltensauffälligen Kind. Deswegen sind wir da auch auf die Bürger angewiesen, egal ob es in München oder Hamburg ist, dass die dann die Polizei rufen."
Und: Pawlos wird von seinen Eltern als sehr aktives Kind beschrieben, das Busse und Bahnen liebt, gerne schnell rennt und sich versteckt. Zusätzlich sagt der Bürgermeister: „Pawlos ist auch sehr affin, was das Thema Wasser angeht. Er war gerne mit seinem Vater im Schwimmbad, findet die Lahn interessant. Deswegen sind wir gestern und werden wir auch heute mit Booten auf der Lahn unterwegs."
Momentan geht die Polizei nicht von einer Gewalttat aus. Doch Pawlos könnte sich auch ohne Fremdeinwirkung in Gefahr bringen, denn die Nächte sind kalt, der 6-jährige Junge kann sich alleine nicht versorgen. Die Bevölkerung wird deshalb dringend um Hilfe gebeten.