27 Obst und 19 Gemüsesorten in allen Farben des Regenbogens – außer Blau. So setzt der Supermarkt ein Statement gegen die AfD. „Warum bei Edeka Blau nicht zur Wahl steht.“ Deutschlands größter Lebensmittelhändler zeigt deutlich, dass er absolut nichts von der rechtsgerichteten Politik hält.
„Das ist sehr ungewöhnlich, dass ein so großer Konzern mit so vielen Mitarbeitern und so vielen Kunden vor allen Dingen sich so klar festlegt. Es ist auch ein gewisses Risiko, denn unter den Mitarbeitern und den Kunden, gerade in Ostdeutschland werden natürlich auch viele AfD Wähler sein“, sagt RTL-Politikchef Nikolaus Blome.
Auch fast 80 deutsche Familienunternehmen setzen seit 2019 mit ihrer Kampagne „Made in Germany, Made by Vielfalt“ ein klares Zeichen gegen rechte Politik.
„Die Politik der AfD steht für Abschottung und Ausgrenzung und beides würde diesen Fachkräftemangel, unter dem wir uns ja schon jahrelang befinden, weiter verstärken und uns im Wettbewerb mit anderen Ländern um Jahre zurückwerfen“, sagt Sandor Mahacsi vom Verband der Familienunternehmer.
AfD Spitzenkandidat Björn Höcke, der Ministerpräsident in Thüringen werden will, wünscht diesen Unternehmen auf offener Wahlkampfbühne den Bankrott. In Sachsen und Thüringen sind am Sonntag Landtagswahlen und die AfD könnte in beiden Ländern stärkste Kraft werden. Auch nach dem Messerangriff in Solingen haben sich die Umfragewerte kaum verändert. In Thüringen könnte die AfD demnach auf 30 Prozent kommen, die CDU auf 22, Bündnis Sahra Wagenknecht auf 17, die Linken auf 14. In Sachsen liegt die CDU mit 33 Prozent knapp vor der AfD. Das BSV kommt auf 12 Prozent. Wir hören uns in der thüringischen Stadt Altenburg um: Es fällt schnell auf, dass viele unzufrieden mit der Politik sind.
Die CDU hat bereits angekündigt, nicht mit der AfD koalieren zu wollen, was es extrem schwer macht, eine Landesregierung zu bilden.
„Die CDU wird wahrscheinlich als zweitstärkste Kraft in die Verlegenheit kommen, sich einen Koalitionspartner oder mehrere Links der Mitte zu suchen. Und das bedeutet dann eben, dass da eine Regierung rauskommt, die weder klar in dem einen noch klar in dem anderen Lager steht“, sagt Blome.
Edeka hat mit der Kampagne ein starkes Zeichen gegen die AfD gesetzt. Aber am Ende müssen die großen Bundesparteien Konsequenzen aus den Wahlergebnissen am Sonntag ziehen.