Ministerpräsident Woidke hatte durchaus hoch gepokert: Entweder seine Partei siegt vor der AfD oder ER geht. Der Plan ist aufgegangen.
{Dietmar Woidke, SPD, Ministerpräsident:}
"Es scheint so zu sein, dass es wiederum, wie schon so oft in der Geschichte Sozialdemokraten waren, die Extremisten auf ihrem Weg zur Macht gestoppt haben."
72,9 Prozent aller Wahlberechtigten haben SO abgestimmt.
Laut vorläufigem Endergebnis kommt die SPD auf 30,9 PROZENT. Dicht gefolgt von der AfD mit 29,2 Prozent. Woidkes bisheriger Koalitionspartner die CDU kommt nur noch auf 12,1 Prozent.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht schafft auf Anhieb 13,5 Prozent.
Die Grünen, die freien Wähler und auch die Linken scheitern an der 5 Prozent Hürde und fliegen aus dem Parlament.
Der neue Landtag sieht wie folgt aus:
Die SPD kommt auf 32 Sitze, die AfD auf 30, die CDU auf 12 und das BSW auf 14 Sitze.
Die Wunsch-Koalition Woidkes aus SPD und CDU verfehlt mit 44 Sitzen knapp die Mehrheit. Und so kommt das Bündnis Sahra Wagenknecht ins Spiel. Eine Koalition aus SPD und BSW hätte eine
Jubel gab es auch bei der AfD über ein starkes Ergebnis. Auch wenn mit IHNEN niemand koalieren will.
{Hans-Christoph Berndt,AfD,
Spitzenkandidat:}
"Die SPD und CDU sind die Partei der Vergangenheit deren Stern sinkt, die Zukunft ist blau, im Osten und überall."
Wie genau sich die AfD die Zukunft vorstellt, zeigen sie musikalisch bei ihrer Wahlparty:
"Wir schieben sie alle ab"
Und so wird die Wahl zur Zerreißprobe für die Bundesregierung, sagt der FDP-Parteivize Wolfgang Kubicki im Interview mit der Funke Mediengruppe:
"Entweder die Ampel zeigt, dass sie die nötigen Schlüsse aus diesen Wahlen ziehen kann, oder sie hört auf zu existieren. Das ist eine Angelegenheit von wenigen Wochen. Bis Weihnachten warten wir nicht mehr."
Nicht nur die Ampel, auch der Kanzler steht weiter unter Druck: Scholz ist für Gespräche mit den UN am Wahlabend in New York und nicht in Potsdam. Ausführlich will er sich erst im Laufe des Tages äußern. In alter Scholz-Manier sagte er anwesen Journalisten nur:
"Ein tolles Ergebnis, sehr toll für die SPD, auch für uns alle."