Job statt Rente? Zumindest die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt könnte das verbessern. Das zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Senioren in der Innenstadt von Neustadt sind geteilter Meinung: "Vorstellen könnte ich mir schon dementsprechend, aber dann etwas Was mich interessiert , das was Schönes ist, was Brauchbares", sagt ein Mann. Ein anderer sagt, er könne sich das nicht vorstellen: " Weil ich einfach ziemlich nervenaufreibenden Job hatte und es genieße, jetzt gar nichts zu tun. Morgens wach zu werden und zu überlegen womit kann ich mich heute beschäftigen, ohne dass es großartig anstrengend ist?" Eine Frau könnte sich vorstellen, zumindest wieder ein bisschen zu arbeiten: "Manchmal habe ich Langeweile, wenn ich ehrlich bin. Und dann denke ich so ein kleiner Minijob wäre nicht schlecht."
Das Potenzial der Rentner im Arbeitsmarkt ist hoch. Laut Studie könnte in der Gruppe der 50- bis 70-Jähringen die Arbeitskraft von rund 1,3 Millionen Vollzeitbeschäftigten bis zum Jahr 2035 aktiviert werden. Voraussetzung: Es gelingt Menschen im Job zu halten trotz Rente oder in eine Neubeschäftigung zu bringen. Dafür müssen Unternehmen sich den Bedürfnissen anpassen.
"Was Unternehmen tun können, ist insbesondere flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten. Denn gerade ältere Arbeitskräfte schätzen es sehr, wenn sie frei über ihre Arbeitszeiten entscheiden können", sagt Eric Thode von der Bertelsmann Stiftung
Und auch die Politik kann Anreize schaffen. "Eine Prämie, die gezahlt wird, wenn der Renteneinstieg aufgeschoben wird, ist sicherlich ein hilfreiches Mittel. Zum anderen natürlich auch, wenn eine Entlastung stattfindet von Sozialversicherungsbeiträgen, die Rentnerinnen und Rentner dann zu zahlen haben, wenn sie wieder erwerbstätig werden", sagt Thode.
Und auch das Arbeitsrecht müsse angepasst werden, damit Arbeiten statt Rente für alle Beteiligten ein Erfolg werden kann.