Hilflos, schockiert, fassungslos - für Moderatorin Linni Meister ist es unbegreiflich, dass ihr Freund Marius Borg Hoiby sie tatsächlich missbraucht haben soll. "Sie hat immer gut über ihn gesprochen und dann wird sie plötzlich selbst zum Opfer." Fest steht: Die Beweise und Anschuldigungen im Missbrauchsskandal gegen Mette Marits Sohn Marius werden aktuell immer schlimmer. Ist jetzt sogar die Monarchie in Gefahr...Oslo, Norwegen - hier sind wir verabredet mit der Journalistin Julie Sonberg. Sie recherchiert im Fall Marius', kennt seine Ex-Freundin Juliane Snakestadt und auch Linni Meister persönlich: "Ich habe sie viele Male interviewt, und wir kennen uns durch die Arbeit. Linni ist eine sehr berühmte Person hier in Norwegen." Linni Meister ist in der norwegischen Ausgabe von Let's Dance dabei, arbeitet als Moderatorin und hat sogar ihre eigene Realityshow. Julie Sonberg sagt, sie gehört zu den elitären Osloer Kreisen, in denen sie auch Marius kennenlernt: "Linni und Marius gehen auf die selben Partys. Es gibt viele Fotos von ihnen zusammen, in Clubs oder von gemeinsamen Dinnern. Sie sind sehr eng befreundet gewesen." Linni vertraut ihrem Freund Marius, auch als im August vergangenen Jahres ein Strafverfahren gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit eröffnet wird. Der Vorwurf: Marius soll drei seiner Exfreundinnen psychisch und Körperlich misshandelt haben. Er sitzt zeitweise sogar in Untersuchungshaft. Linni Meister will ihn damals bei der Polizei entlasten: "Sie wollte ihre Wahrheit über Marius erzählen, ihn verteitigen. Sie hat gesagt, wie gerne sie ihn hat und das er ein gutes Herz besitzt." Doch sie täuscht sich in ihm. Die Polizei zeigt ihr, wie jetzt bekannt wird, Fotos und Video von Marius Laptop, aus dem Jahr 2018. Auf diesen soll sich Marius an Linni vergangen haben. Sie war zu dem Zeitpunkt bewusstlos. Ein Schock für die junge Mutter, die sich am Montag so äußert: "Ich bin froh, dass ich ein paar Tage weg bin und meine Gedanken sortieren kann (...) Ich werde nicht mehr dazu sagen, weil ich mich und meine Lieben schützen will." Die 39.-Jährige ist das vermeintlich vierte Opfer von Marius und passt auch in sein Beuteschema. Sie ist blond, schlank, wie seine Ex-Freundinnen Juliane, Nora und Rebecca. Genau wie sie, ist auch Linni eine starke, selbstbewusste Frau, die in der Öffentlichkeit steht. Und sie hat diesen speziellen Charakter, der Marius fasziniert: "Linni ist sehr offen, immer gut gelaunt. Linni ist manchmal sehr aufgedreht, lacht einfach immer. Aber wenn es ums Geschäft geht, ist sie sehr professionell." Fakt ist, Marius ist nicht der erste Royal, der für einen vermeintlicher Missbrauchskandal sorgt, weiß unser Royalexperte Michael Begasse: "Vor ein paar Jahren wurde ja Prinz Andrew beschuldigt, mit Minderjährigen Sex gehabt zu haben. Er war ja total eng befreundet mit dem verurteilten Sexstraftäter Jeffrey Epstein. Und die Queen hat damals reagiert: Seitdem darf Andrew nicht mehr die Krone repräsentieren." In Marius' Fall ist das allerdings komplizierter. Er steht nicht in der Thronfolge, hat keine royalen Pflichten. Trotzdem ist er Mitglied der königlichen Familie und seine Skandale bringen die Krone in Gefahr. Denn die Sympathie der Norweger schwindet: "Ich leide sehr doll mit den Frauen mit." "Es zerstört das Ansehen der royalen Familie. Man verliert den Glauben an sie." "Meiner Meinung nach müssten Haakon und Mette Marit an die Öffentlichkeit, am besten mit ihrem Sohn, weil die hat man ja auch schon ewig nicht mehr zusammen gesehen. Und sie müssten vor allem eingestehen Ja, es gibt hier Ermittlungen. Ja, es gab Übergriffe. Aber wir leiden auch mit den Opfern. Wir haben Verständnis für die Opfer. Es geht nicht nur um den Täter Marius." Reue zeigen, sich Hilfe suchen. Das fordert Linni Meister von Marius. Vielleicht wird sie dann auch irgendwann in der Lage sein, all das Geschehende zu verarbeiten...