Manege frei in Zwickau. Bei diesem bunten Ferienprogramm dreht sich alles um das Thema Zirkus. Täglich proben hier rund zwanzig Kids für ihre große Abschlussaufführung.
„Ich darf auf einer Pyramide ganz oben stehen am Ende. Nur weil ich Schnick, Schnack, Schnuck gewonnen habe“, freut sich eine Teilnehmerin. „Auf jeden Fall eine Alternative zum Urlaub“, sagt eine andere.
Für Betreuung und Essen müssen Eltern dabei nichts zahlen. Das Projekt wird vom Bundesfamilienministerium gefördert. Doch die Kapazitäten sind ausgereizt.
"Tatsächlich ist es so, dass wir einigen jedes Jahr absagen müssen, weil es einfach schon voll ist und weil es dann halt nicht mehr geht", sagt Diana Freydank, Kulturpädagogin und Teamleiterin im Feriencamp.
Denn auch die Zahl der Deutschen, die sich keinen Urlaub leisten können, steigt. Laut dem Statistischen Bundesamt war im vergangenen Jahr für rund 23 Prozent kein einwöchiger Urlaub drin. Bei den Alleinerziehenden waren es sogar fast 43 Prozent. Sozialverbände fordern deshalb mehr Geld für Ferienangebote.
„Die Ferienzeit ist für viele einkommensarme Kinder und Jugendliche eine Zeit der Sorge. Sie haben keine Schule mehr, das kostenlose Mittagessen fällt zum Teil aus und alles womit sie sich beschäftigen können, weil Wegfahren zum Teil nicht drin ist, ist mit zusätzlichen Kosten verbunden", sagt Joachim Rock, Abteilungsleiter Sozialpolitik des paritätischen Gesamtverbands.
Dazu können sie oft nicht mitreden, wenn die Freunde nach den Ferien von ihren Urlauben erzählen. Und Langeweile in den Ferien macht wohl niemandem Spaß.