Wenn Abdülhalim Akbas ein Auto repariert, kostet das viel mehr als noch vor ein paar Jahren. Egal ob Bremsen, Zündkerzen, Scheinwerfer, Öl - alles ist teurer geworden. Und auch seine Mitarbeiter wollen natürlich ordentlich bezahlt werden.
"Von 2016 bis jetzt: Also wir waren irgendwo zwischen 80 und 90 € netto. Jetzt sind wir bei 176 € Netto bei Lackierarbeiten.", sagt Abdülhalim Akbas, Werkstattleiter der Autowerkstatt Essen.
Das spüren auch die Versicherer. Im vergangenen Jahr mussten sie für jeden Euro, den sie eingenommen haben, einen Euro und elf Cent für Schäden wieder ausgeben. Ein Minus-Geschäft.
"Die Kfz Haftpflicht Versicherer haben im Jahr 2023 insgesamt Verluste von 3 Milliarden € gemacht. Das sieht 2024 nicht viel besser aus. Und die BaFin, also die Finanzmarktaufsicht, fordert von uns, dass Sparten in sich keine Verluste machen," sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft.
Aus Sicht der Versicherer sind weitere Preiserhöhungen also dringend notwendig. Schon im Juni lagen die Prämien für Kfz-Versicherungen laut dem Vergleichsportal Verivox 22 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für Autobesitzer kann es sich nach wie vor lohnen, Angebote zu vergleichen.
"Es empfiehlt sich aber auch immer, direkt bei den Versicherungen anzufragen. Nicht immer findet man bei den Vergleichsportalen den besten Tarif für sich. Und auch wirklich nachzufragen: Welche Sparmöglichkeiten habe ich denn bei meiner oder bei einer anderen Versicherung, wenn ich mein Auto in einer Garage, Park oder vielleicht irgendeine Vereinsmitgliedschaft habe etc., gibt es Rabatte und da sollte man jede Möglichkeit nutzen", rät Michael Gebhardt, Unternehmenssprecher des ADAC. Denn mit einer Entspannung bei den Preisen ist erst einmal nicht zu rechnen.