Stefan T. ist Vater von fünf Kindern, spielt gerne Fußball und verbringt seine Zeit am liebsten mit der Familie, besonders mit seinem gerade mal ein Jahr jüngeren Bruder Michael.
"Wir sind praktisch wie Zwillinge gewesen. Also, wir hatten gleiche Freundeskreis, gleiche Fußballmannschaft. Wir waren wirklich tagtäglich zusammen."
Doch das ändert sich als Stefan T. vor sieben Jahren seine Frau Christina kennenlernt. Sie verbietet ihm den Kontakt zu seiner Familie.
"Als er sie kennengelernt hat und als sie geheiratet haben, haben wir schon gewusst, was für ein Typ Mensch sie ist. Auch wenn wir die letzten sechs Jahre nichts mehr mit ihr zu tun hatten, wussten wir, die ist zu allem fähig. Und als es dann rausgekommen ist, war mein erster Gedanke, dass das war dann, dass sie das war."
Am 6. Mai des vergangenen Jahres setzt Christina T. dann einen Notruf ab. Sie sagt: In ihrem Haus würde es brennen, beteuert aber mehrmals: Zu Hause sei niemand mehr. Doch das ist eine Lüge. Denn Stefan T. liegt in seinem Bett im Schlafzimmer und stirbt qualvoll an einer Kohlenmonoxidvergiftung.
"Von außen ist nicht mehr viel zu sehen. Von dem Brand nur noch ein Fenster, vor dem man ein Brett genagelt ist, erinnert an diese schreckliche Nacht. Das Gericht muss nun entscheiden, was hinter diesem Fenster passiert ist."
Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt: Christina T. hatte einen perfiden Plan, um ihren Mann zu töten. Denn: Kurz vor dem Unglück gibt sie bei Google unter anderem ein: "Welcher Brand ist nicht feststellbar?". Den Suchverlauf löscht sie später. Außerdem wollte sich die 34-jährige an der Lebensversicherung ihres Mannes in Millionenhöhe bereichern. Und: Im Blut und im Magen des Opfers können Viagra und Schlafmittel festgestellt werden.
"Wie dieses Schlafmittel ins Blut gekommen ist, sprich freiwillige Einnahme oder Einnahme durch Täuschung. Das ist die Kernfrage."
Aber die Kammer hat keinen Zweifel: Christina T. ist schuldig! Der Richter verurteilt sie wegen Mordes zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe. Außerdem wird die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Für die Familie von Stefan T. ist das alles trotzdem nur schwer zu ertragen.
"Es geht nicht. Es ist unmöglich. Wir müssen einfach das Beste daraus machen. Ich nehme dann halt meine Kinder in den Arm und versuche. Irgendwie abgelenkt zu sein."
Der Verteidiger von Christina T. will nach dem Urteil in Revision gehen. Doch die Angehörigen hoffen, dass die 34-jährige ihre Strafe absitzen muss, damit die Familie ihren Verlust jetzt endlich richtig verarbeiten kann.