Gerechtigkeit für den Tod ihres Sohnes - das hatten sich Francescos Eltern Rosa und Toni gewünscht. Auch wenn die Strafe für eine solche Tat wohl kaum hoch genug ausfallen kann.
OT Toni: "Wir haben sowieso verloren, unser Kind kommt nicht wieder. Wir haben schon verloren. Egal, welche Strafe gekommen wäre, egal was heute passiert wäre."
Valerio G. muss für 8 Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, weil er seinen Mitschüler getötet hat. Mehr noch: Er hat ihn heimtückisch ermordet - so sieht es das Gericht.
OT Gericht: "Die Kammer ist davon überzeugt , dass der Getötete zu diesem Zeitpunkt arg und wehrlos war ///// Er hat nicht damit gerechnet , dass es zu dieser Situation kommt und wehrlos in dem Sinne. Er hatte auch keine Mittel zur Hand, um sich auch bei Wahrnehmung eines Angriffes zu wehren."
Francescos viel zu früher Tod hat ein riesiges Loch in die Mitte seiner Familie gerissen. Seine Eltern und seine Brüder vermissen ihn. Jeden einzelnen Tag.
OT Toni & Rosa: "Wir gehen jeden Tag zwei bis dreimal zum Friedhof, weil wir mit unserem Sohn reden wollen. Aber er ist jetzt nur noch in unserem Herz und dort bleibt er."
OT Rosa: "Unser Sechsjähriger war immer mit Franci zusammen und hat immer mit ihm gespielt. Jetzt fragt er mich jeden Tag: Warum Franci? Warum?"
Es ist der 8. September vergangenen Jahres. An diesem Tag stirbt der 14-jährige Francesco. Durch einen einzigen Kopfschuss. Die Polizei findet ihn unmittelbar neben seiner Schule. Ein 15-jähriger Klassenkamerad von Francesco gibt der Polizei den Tipp - und weiß auch, wer hinter der Tat steckt. Denn:
OT Polizei: "Der Tatverdächtige hat ihn darüber informiert, was hier am Schulzentrum passiert ist. Der 15-Jährige hat sofort richtig reagiert, ist gleich zur Polizeiinspektion gegangen und hat den Sachverhalt mitgeteilt."
Noch am selben Tag wird Francescos damals noch 14-jähriger Mitschüler Valerio G. festgenommen. Im Prozess sagt er zum Schluss: Er habe Gott gespielt - aber nicht absichtlich geschossen. Es tue ihm unglaublich leid.
Für Francescos Eltern dagegen ist klar: Valerio G. hat ihren Sohn mit voller Absicht getötet. Und genauso sieht es eben auch das Gericht.