Es kann so schnell gehen. Beim Fahren kurz eine Nachricht schreiben und schon ist es passiert.
Der Crahstest zeigt, wie eine Unaufmerksamkeit enden kann. Die aktuelle Studie zum Verletzungsrisiko kommt vom Gesamtverband der Versicherer, kurz GDV. Zwölf Tausend Auto-Unfälle wurden untersucht.
Kirstin Zeidler, Leiterin Unfallforschung: "Wir haben in unserem Forschungsprojekt belegen können, dass es einen großen Unterschied macht, wo ich im Auto sitze, wie alt ich bin, welchem Geschlecht ich angehöre, wie groß ich bin oder auch, welches Auto ich fahre. Das Verletzungsrisiko ist für Insassen im PKW sehr unterschiedlich."
Obwohl Autos durch Gurte und Airbags sicherer geworden sind, werden immer noch viele Fahrzeuginsassen mäßig schwer bis kritisch verletzt. Rund 15.000 waren es im vergangenen Jahr. Mäßig schwer heißt beispielsweise ein Schienbeinbruch oder eine Leberprellung. Kritisch hingegen bedeuten zum Beispiel schwere Hirnverletzungen.
Auffällig bei der Untersuchung: das
Verletzungsrisiko von Älteren ist bis zu
dreieinhalb Mal höher als das von Jüngeren. Grund: die brüchigeren Knochen und schwächeren Muskeln. Insassen über 50 geben der
Kraft von Gurten oder Airbags nach. Und die Auto- Hersteller arbeiten mit Test-Dummies, die nicht ausgereift sind:
Kirstin Zeidler, Leiterin Unfallforschung: "Wir haben Dummies, die sind jetzt eine Generation, ungefähr 20, 30 Jahre. Die, mit denen wir arbeiten, die auch sehr gut sind. Aber sie bilden nicht ausreichend die Älterende der Gesellschaft ab."
Die Generation 50plus sollte beim Autokauf auf ein adaptives Rückhaltesystem achten. Es wendet abhängig vom Crashszenario die notwendige Kraft zum Schutz der Insassen auf. Ein anderes Detail der Studie: Auch Frauen werden bei Auto-Unfällen häufiger schwer verletzt.
"Frauen sind häufig kleiner, sitzen deshalb sehr viel dichter an der Instrumententafel, um überhaupt das Fahrzeug richtig bedienen zu können. Das führt natürlich dann dazu, wenn es zum Frontalcrash kommt, dass Sie unmittelbar Kontakt mit der Instrumententafel haben und sich schwer verletzen."
Deshalb sollten Frauen und kleinere Männer nicht zu dicht an die Armatur rücken. Und egal wie groß: der Sicherheitsgurt sollte gut über die Schulter geführt werden und straff sitzen. Beifahrer sollten zudem nicht im Sitz lümmeln oder gar die Füße hochlegen. 14/2:05
"Wenn ich im Sitz lümmle, habe ich nicht die Möglichkeit, dass der Gurt richtig straff anliegt und dann auch so mich zurückhalten kann. In dem Moment, wo ich die Beine hochnehme oder schräg sitze, ist schon viel zu viel Raum da. Und das muss alles zurückgehalten werden. Das heißt, wenn der Gurt dann erst straff zieht im Unfallfall, ist schon ein Teil des Weges verschenkt, sozusagen, und die Verletzung ist gegeben."
Wer sich an diese Tipps hält, hat ein geringeres Verletzungsrisiko - falls es zum Crash kommt.