Es gibt was zu feiern in Kiew. Jedenfalls sieht das die Regierung der Ukraine so. Den Tag der Einheit. An diesem Mittwoch. Ein ganz neu eingeführter staatlicher Feiertag. Weil US-Geheimdienste nicht ausgeschlossen hatten, dass genau an diesem Tag ein Einmarsch der russischen Armee beginnen könnte. Und das ist nicht passiert.
Jürgen Weichert, RTL-Reporter in Kiew:
Am Dienstag hatte das russische Verteidigungsministerium erklärt, Manöver an der russischen Grenze zur Ukraine seien beendet und Truppen würden von dort abgezogen.
Einen Tag später jetzt eine ähnliche Meldung zu Manövern auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim.
Aber, die NATO-Länder, deren Verteidigungsminister sich an diesem Tag in Brüssel beraten, haben ihre Zweifel. Man sei vorsichtig optimistisch, sagt der Generalsekretär.
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Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekretär:
Bis jetzt haben wir keine Deeskalation am Boden gesehen. Im Gegenteil: Russland scheint den Truppenaufmarsch fortzusetzen.
Carsten Mierke, RTL-Reporter in Brüssel:
Der russische Außenminister zeigt sich unterdessen erstaunt angesichts der Befürchtungen des Westens. Mehrfach hatte der Kreml betont, niemand habe die Absicht einen Krieg zu führen. Und Lawrow legt nach.
Sergej Lawrow, Außenminister Russland:
Was die andauernde Hysterie betrifft, Ich will nicht sagen, das amüsiert uns. Aber es verwundert uns sehr. Der Westen fühlt sich berufen zu diktieren, wie wir uns verhalten sollten, bei allem was wir auf unserem Grund und Boden tun. Das ist ein grundsätzlicher Mangel an Erziehung.
Russland fordert mehr denn je Zugeständnisse vom Westen. Und von der Ukraine. Auch die müsse sich an die Vereinbarungen aus dem Minsker Waffenstillstands-Abkommen halten. Ein bislang eher theoretischer Vertrag mit gegensätzlicher Auslegung
Gustav Gressel, Russland-Experte Europ. Council on Foreign Relations
Alle Beteiligten signalisieren Gesprächsbereitschaft. Die Drohkulisse aber besteht nach wie vor. Nicht nur, weil umfangreiche Manöver der russischen Armee im benachbarten Belarus, unvermindert weitergehen.
Auch die Ukraine veranstaltet ihrerseits Manöver auf der anderen Seite der Grenze. Präsident Selenski sieht es sich höchstpersönlich an. Das Säbelrasseln geht weiter, im Osten und im Westen. Auch an diesem so ungewöhnlichen Feiertag in der Ukraine