Nach Jahrzehnten der Arbeit den Ruhestand genießen: Nach 35 Beitragsjahren kann man bereits mit 63 in Rente gehen – dann aber mit weniger Geld. Denn pro Monat, den man vor dem regulären Renteneintrittsalter in den Ruhenstand geht, wird ein Abschlag fällig: aufs Jahr gerechnet 3,6 Prozent.
Für ihn noch zu wenig: Wirtschaftsweiser Martin Werding fordert angesichts des Fachkräftemangels mehr: "Die regulären Abschläge, die sind einfach zu niedrig. Das zeigen einfach internationale Vergleiche. In den meisten anderen Ländern, die ähnlich rechnen wie wir, sind das 5 bis 6 Prozent. Und in die Gegend müssten wir wohl auch gehen."
Das würde bedeuten: Wer einen Rentenanspruch von 1.000 Euro hat, vier Jahre früher in Rente geht – mit 63 – bekommt bei den bisherigen Abzügen 856 Euro im Monat. Mit den geforderten 6 Prozent wären es: 760 Euro.
Bislang haben laut der Deutscher Rentenversicherung in den letzten Jahren etwa 30 Prozent der Neu-Rentner eine Frührente bezogen. Die Kosten hierfür: jährlich 3,5 Milliarden Euro. Viele sehen hier Einsparpotenzial für die angespannte Haushaltslage. Die Idee, die Rente mit 63 anzupassen, ist nicht neu. Die FDP will sie sogar abschaffen – die SPD verteidigt sie allerdings bislang. "Die Rente, die sogenannte Rente mit 63, bleibt bestehen, ist ein wichtiges Zeichen unserer Wertschätzung für diejenigen, die jeden Morgen aufstehen und hart arbeiten", sagt Saskia Esken.
Weiterarbeiten oder doch auf der Parkbank entspannen? Die Rente bleibt Diskussionsthema.