Sobald es hell wird in Kiew wagen sich die Ersten wieder raus auf die Straßen, dann heißt es Anstehen vor den Geschäften. Denn an Tag 6 des Krieges werden wie hier in der Haupstadt Kiew langsam die Lebensmittel knapp. Mit dem Handy filmt ein ausländischer Handelsvertreter in diesem Supermarkt:
"Hier sieht man schon leere Regale. Es gibt keine Milch mehr, kein frisches Obst, kein Gemüse mehr."
Wenn sie nicht Schlangestehen vor den Läden, verstecken sich die Menschen in Kellern und U-Bahn-Stationen - auch Svitlana aus Tschernihov im Norden. Mehrmals am Tag flieht sie unter die Erde:
O-TON
Svitlana
Bewohnerin
"Meine Nerve is kaputt. Ich muss sitzen hier mit Kinder und Leuten im Bunker."
Ein Albtraum für jeden Ukrainer. Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko bringt es in Kiew in aller Dramatik auf den Punkt.
O-TON
Wladimir Klitschko
Ex-Boxweltmeister
"Man tötet uns, man beschießt uns mit Raketen und vernichtet uns. Unsere Frauen, Kinder, ältere Menschen gehen durch die Hölle!"
Und während sie sich diese Schwangeren verschanzen, um sich und ihre ungeborenen Babys zu schützen, müssen die Männer zwischen 18 und 60 Jahren jetzt ihre Heimat, ihr Leben verteidigen. Diese sieben Freunde sind eigentlich Studenten und Musiker, jetzt haben sie sich freiwillig für die Front gemeldet. Eine gelbe Armbinde signalisiert den regulären Truppen, das SIE sind keine ausgebildeten Soldaten sind:
O-TON
Mikhail
Freiwilliger
"Ich stehe mit meinen Füssen auf meinem Boden in meinem Land. Hinter mir steht meine Familie, stehen meine Brüder. Es sind schwierige Zeiten und wir müssen jetzt kämpfen."
Und wer nicht kämpft, versucht anderswo zu helfen, wie in der Stadt Dnirpo: Hier füllen sie Sandsäcke, schützen damit ihre Gebäude:
O-TON
Vlad
Helfer
"Es gibt ein ukrainisches Sprichwort: Es ist einfacher, jemanden zu besiegen, wenn man nicht allein ist. Deswegen sind wir hier."
Nicht alleine, aber voller Angst und Sorge, was mit ihnen und ihrem Land passiert warten auch jetzt Millionen Menschen in der Ukraine auf ein baldiges Ende dieses Krieges.