DAS ist der Profi-Grill in Bochum Wattenscheid. Und DAS ist Deutschlands schärfstes Geburtstagskind: Inhaber Raimund Ostendorp lässt mich auch mal an seinen Grill. Was ist wichtiger – die Wurst selbst, oder die Sauce?
Raimund Ostendorp, Inhaber Profi-Grill: „Ich meine, das eine geht ohne das andere nicht. Das ist wie Mädchen und Jungs: ist nicht schlecht allein. Aber beides zusammen kommt schon was bei raus.“
Okay, also heißt das Zauberwort: Symbiose?
Gäste:
„Das Wichtigste ist natürlich die Sauce. Und die Mayonnaise!“
„Was ist denn das Gute an der Currywurst? Die Sauce, meistens die Sauce!“
Wichtig: in DIE darf KEIN Ketchup rein. Pflichtzutaten sind: Tomatenmark, Zucker, Würze, Curry, Pfeffer und: etwas Senf.
Ostendorp: „Und dann rühren wir das ganze auf zu einer Einheit.“
Und wo kommt die Currywurst her? EINE Legende: Herta Heuwer soll an ihrem Imbisstand in Berlin eine entsprechende Rezeptur getestet haben – HEUTE vor 75 Jahren. Andere Regionen wie das Ruhrgebiet sehen das anders. Man kann sagen: es geht um die Wurst.
Gäste: „Warum schmeckt die Currywurst so gut, was ist das Tolle an der? Das ist wie ne Sucht“
Ob in der Kantine, im Restaurant oder im Imbiss: pro Jahr werden in Deutschland geschätzt rund 800 Millionen Portionen gegessen, davon allein 70 Millionen in Berlin. Einigkeit und Fleisch und Freiheit:
Gäste: „Currywurst, Pommes Frites, Mayo“
Und so hat sie eine steile Karriere hinter sich. Ein Stück Fleisch aus der Mitte der Gesellschaft. Popkulturell begleitet, etwa von Herbert Grönemeyer.
Und: sie ist POLITISCH: Unvergessen, als Volkswagen die Currywurst 2021 aus der Kantine strich, und Altkanzler Schröder PERSÖNLICH für sie kämpfte.
Gäste:
„Die Currywurst ist ein überparteiliches Gericht."
"Demokratisch!“
Weil ALLE vor ihr gleich sind, egal ob Professor oder Bauarbeiter:
Gäste:
„Haben sie eben die Arbeiter gesehen? Alle Currywurst mit Pommes Frites"
„Dat ist uninteressant, was einer von Beruf ist, das ist einfach ne Currywurst!“
Ein Stück Identität für alle, ein gemeinsamer Nenner: niedrigschwellig und zeitlos:
Prof. Jana Rückert-John, Ernährungssoziologin: „..weil sie ein ganz einfaches Nahrungsmittel ist, ganz unkompliziert zu essen ist, auch preislich erschwinglich ist, /und deshalb auch so ne breite Akzeptanz generationenübergreifend findet.“
Stimmt. Auch bei mir. 75 Jahre. Scharfe Schönheit. Legende mit zwei Enden. Alles Gute. Reife Leistung.